Betriebsübergabe: Der Verzicht auf guten Rat kann sehr teuer kommen!

ÖHV-Praktikerseminar für zwei Generationen

Wien (TP/OTS) - ÖHV Touristik Service GmbH (Wien): Für die Betriebsübergabe gibt es weder eine Generalprobe noch ein Patentrezept. Beim ÖHV-Praktikerseminar wurde klar, dass nicht guter Rat teuer ist, sondern der Verzicht darauf.

"Die Betriebsübergabe ist ein Einmalereignis, für das es keine Generalprobe gibt. Dieser Schritt sollte daher gut überlegt und bestens vorbereitet sein", erklärt der Geschäftsführer der ÖHV Touristik Service GmbH, Thomas Reisenzahn. Der Prozess geht über Jahre und betrifft alle Bereiche eines Unternehmens. Rechtzeitig professionelle Begleitung an Bord zu holen ist da kein Fehler. Die ÖHV hat Experten eingeladen, jene Aspekte zu beleuchteten, die oft zu wenig beachtet werden, rechtliche, steuerliche, wirtschaftliche und soziale.

Sich Zeit lassen - 5 vor 12 ist es zu spät!

"Eine saubere Übergabe dauert fünf bis sechs Jahre. Doch eine Nachfolge ist immer emotional überlagert, oft kommen die Leute sehr spät zur Beratung", berichtete Bernhard Baumgartner, familyfirm.at, aus der Praxis. Checklisten abzuarbeiten sei zu wenig, Macht und Autorität sowie der unterschiedliche Zugang zu Kommunikation und Führungsstil spielen ebenso eine zentrale Rolle wie das Loslassen:
Von "Das ist mein Baby" bis hin zu "Ich hab´s aufgebaut, ich kann´s auch zugrunde richten" reichen die Ansätze, die der Berater immer wieder zu hören bekommt. Schrittweise daran heranzugehen erhöhe die Erfolgschancen. Das ideale Alter, die Übergabe anzudenken, sei 50. Nach der Planung beginne mit der "Loslass-Phase" die eigentliche Übergabe. Wenn der Übernehmer das Sagen habe, müssten die zentralen Prozesse bereits geregelt sein. "Das muss schriftlich festgehalten werden, am besten in einer Familien-Charta. Sonst gerät alles aus den Fugen!"

"Der König will nicht abdanken"

Unterstützt von einer Playmobil-Familie würzte Unternehmensberater Wolfgang Amanshauser seine Überlegungen mit einer guten Prise Humor. Vor der Szenerie eines Spielzeug-Schlosses veranschaulichte er im Drama "Der König will nicht abdanken" die häufigsten Probleme bei der Übergabe: Dominanzstreben, Selbstüberschätzung, Angst vor dem Verhungern als Horrorvorstellung und das Vertrauen auf eine höhere Macht nach dem Motto "Irgendwie wird sich´s schon lösen". Der Rückzug gilt als Tabuthema, doch wie soll jemand ein Lebenswerk loslassen, der sein Leben lang die Fäden in der Hand hatte? "Nicht blockieren" lautet Amanshausers Rat: "Nur wer sein Lebenswerk loslässt, kann es letztlich erhalten."

Angst vor dem Konflikt mit den Älteren

Doch auch für die Übernehmer sei die Situation nicht einfach, die Angst vor dem Konflikt mit den Eltern und der Zwang zur Veränderung setzen sie unter Druck. Amanshauser empfiehlt, vor der Übernahme eine Zeit lang auf Wanderschaft zu gehen. Das da erworbene Wissen lasse sich gut einbringen und erleichtere die Übernahme. Als nützlich erweise sich meist ein externer Coach, der den Prozess begleitet, eine schützende Atmosphäre bietet, Perspektiven erweitert, die Einhaltung der "Spielregeln" einmahnt und zu neuen Lösungen führt.

Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung?

Dr. Markus Kroner, Kroner Rechtsanwalts GmbH, informierte über wichtige Aspekte des Familien- und Erbrechts, die Wahl der Betriebsform und warnte eindringlich vor oft unbedachten Fallen. So wissen etwa die wenigsten, dass Übergeber auch nach der Übergabe noch für Verbindlichkeiten aus Verträgen haften, die sie noch selbst abgeschlossen haben und die innerhalb von fünf Jahren nach der Übergabe fällig werden. Übernehmer wiederum haften oft unwissentlich für Rechtsverhältnisse, die sie gar nicht übernommen haben.

Von Rechtsformwechseln und Stillen Reserven

Intensiv und manchmal auch ironisch befasste sich Steuerberater Mag. Lukas Prodinger mit den steuerlichen Aspekten der Betriebsübergabe: "Man sollte nicht schenken, nur weil es keine Schenkungssteuer gibt!" Ausgehend von bekannten Konstellationen wie Stillen Reserven, Rechtsformwechsel der Handhabung von Betriebs- bzw. Privatvermögen oder anderen zeigte er empfehlenswerte Lösungen und erläuterte die Vorteile der Zwischenschaltung eines abweichenden und damit quasi-steuerfreien Wirtschaftsjahres oder Steuersplitting.

So funktioniert’s: Ein Erfolgs- und Erfahrungsbericht aus dem Weißen Rössl

Zum Abschluss des Seminars boten ÖHV-Ehrenpräsident Helmut Peter und Tochter Gudrun Trutmann-Peter ganz im Sinne des Zwei-Generationen-Seminars einen mitunter emotional geprägten Einblick in die Übergabe ihres Familienbetriebs. "Das Dümmste ist, wenn man einsteigt, weil man glaubt, es tun zu müssen. Kinder werden nicht produziert, um ihren Eltern nachzufolgen", stellte Peter klar und riet der älteren Generation im gleichen Atemzug: "Hütet euch vor der Erfahrung! Sie ist ein Gefängnis. Das Erfolgsgeheimnis ist die Innovation: Nur wenn man gut argumentiert, erweist sich die Erfahrung als richtig." Ausführlich befassten sich Vater und Tochter mit dem lang diskutierten, aber offensichtlich erfolgreichen Familienstatut. "Darin steht, wie wir miteinander umgehen. Das ist Teil unserer Familienkultur."

Familien-Charta: Zusammenhalt in guten wie in schlechten Zeiten 35 % der Familienunternehmen schaffen es nicht in die zweite, 65 % nicht in die dritte und 85 % nicht in die vierte Generation. Mit der seit 2002 erfolgenden schrittweisen Übergabe an Gudrun und Oliver Trutmann-Peter kommt die bereits fünfte Generation ans Ruder des renommierten Betriebs. Das Bekenntnis zur Familie in guten und schlechten Zeiten, zu Erfolgen und Fehlern sei die Basis für die kontinuierliche Entwicklung, so Peter: "Die Kraft der Familie gibt uns die Gewissheit, es schaffen zu können, auch wenn man nicht weiß wie."

Die Bilder finden Sie im ÖHV-Pressecorner unter
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zum Download.

Die ÖHV ist seit 20 Jahren der kompetente Partner der Hotellerie in der Weiterbildung. Neben den Praktikerseminaren bietet die ÖHV Touristik Service GmbH mit der Lehrlings-, der Abteilungsleiter- und der Unternehmer-Akademie den entscheidenden Wissensvorsprung durch aktuelle Themen und Praxiswissen für alle Bereiche und auf allen Ebenen. Aktuelle Seminarinformationen der ÖHV finden Sie unter www.oehv.at/weiterbildung.

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