Europäische Gewerkschaften sagen dem Sozialdumping den Kampf an

vida-Kaske: Anzahl an prekären Arbeitsverhältnissen im Tourismus ist alarmierend

Wien (TP/OTS) - "Arm trotz Arbeit", diesem Phänomen wollen die europäischen Gewerkschafter beim 3. Kongress der Europäischen Gewerkschaftsföderation für Ernährung, Landwirtschaft und Tourismus (EFFAT) den Kampf ansagen. Zentrales Thema ist der europaweite Kampf gegen Sozialdumping. Viele Menschen können von ihrer Arbeit nicht mehr leben, denn prekäre Beschäftigung schafft Armut. "Wir brauchen im Tourismus Arbeitsverhältnisse, von denen die Beschäftigten leben können", erklärt vida-Vorsitzender Rudolf Kaske in Berlin. +++

Die Gewerkschaft vida ortet einen besorgniserregenden Trend: Im Tourismus gibt es immer mehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse. "Die geringfügige Beschäftigung ist etwa im Tourismus doppelt so hoch wie in anderen Branchen", berichtet vida-Vorsitzender Rudolf Kaske. Rund 6 Prozent sind es in Österreich über alle Branchen gerechnet, demgegenüber stehen doppelt so viele, nämlich 12 Prozent, im Tourismus.

Kein Auskommen mit dem Einkommen, Branchenflucht im Tourismus ist hoch

Für Kaske eine alarmierende Entwicklung: "Laut Arbeitsklimaindex kommen zwei Drittel der Tourismus-Beschäftigten sehr schlecht bis gar nicht mit ihrem Einkommen aus." Viele ArbeitnehmerInnen wechseln schon nach kurzer Zeit unwiederbringlich in andere Branchen. Die Probleme sind bekannt: Zur schlechten Entlohnung kommen noch weitere Aspekte, die Beschäftigte aus der Branche flüchten lassen, wie überlange und familienfeindliche Arbeitszeiten oder mangelnde Aufstiegschancen.

"Wir brauchen im Tourismus Arbeitsverhältnisse, von denen die Beschäftigten leben können", so Kaske. Das Einkommen von Tourismusbeschäftigten ist trotz Fachausbildung traditionell niedrig. Qualitativ hochwertige Dienstleistungen, wie sie von unseren Gästen gewünscht werden, müssen auch ihren Preis haben. Das Motto "Geiz ist geil" ist daher weder für den Qualitätstourismus noch für die Qualität der erbrachten Dienstleistungen Ziel führend. "Sparen an den MitarbeiterInnen ist definitiv der falsche Weg", so Kaske.

EFFAT-Kongress: Prekäre Beschäftigung schafft Armut

Vor diesem Hintergrund plädiert Harald Wiedenhofer, Generalsekretär der EFFAT, für ein soziales Europa, das über die Qualifikation der Beschäftigten den Wettbewerb steuert und nicht über Sozialdumping. "Wir brauchen ein Europa, das konsequent den Grundsatz der Nichtdiskriminierung auf dem gesamten europäischen Arbeitsmarkt umsetzt. Faire Arbeit in Europa heißt: Es muss einen verbindlichen Rahmen geben, der für Wanderarbeiter und Saisonarbeitskräfte dieselben Lohn- und Beschäftigungsbedingungen garantiert, wie sie in ihren Gastländern gelten," so Wiedenhofer.

Solidarität mit den Kampfmaßnahmen der deutschen Reinigungskräfte

Abschließend bekräftigt Kaske volle Solidarität mit den deutschen KollegInnen aus der Reinigungsbranche, die derzeit Kampfmaßnahmen für eine akzeptable Entlohnung setzen. Nach Auslaufen des gesetzlichen Mindestlohns spitzt sich die Situation für die rund 860.000 Beschäftigten der Reinigungsbranche in Deutschland zu.

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