vida-Kaske: "Gemeinsam mit den ArbeitnehmerInnen statt alles für die Unternehmer"

Faires Einkommen und Abschaffung von All-In-Verträgen im Tourismus gefordert

Wien (TP/OTS) - "Gemeinsam ins neue Tourismus-Jahrzehnt - das bedeutet auch auf die Interessen der ArbeitnehmerInnen einzugehen", erklärt vida-Vorsitzender Rudolf Kaske anlässlich der heutigen Auftaktveranstaltung zur neuen Tourismusstrategie. Er fordert unter anderem ein faires Einkommen, um working-poor zu vermeiden, und die Abschaffung von All-Inklusive-Verträgen im Tourismus.

Die Gewerkschaft vida begrüßt die Erarbeitung einer neuen Tourismusstrategie für Österreich, mahnt aber auch die Interessen der rund 180.000 Beschäftigten ein. "Die ArbeitnehmerInnen waren dem Herrn Bundesminister in seiner heutigen Rede neben seinen Ausführungen zu Werbung, Infrastruktur und finanzieller Hilfe für die Unternehmen leider nur eine Erwähnung am Rande wert", kritisiert Kaske. Damit sei Mitterlehner weit entfernt vom Titel der Veranstaltung "Gemeinsam ins neue Tourismus-Jahrzehnt" gelegen, vielmehr hätte es nach "Alles für die Unternehmer" geklungen. Kaske bedauert, dass die Chance verpasst wurde, auf den wichtigen Beitrag der Beschäftigten für die Tourismuswirtschaft hinzuweisen: "Die ArbeitnehmerInnen sind der Schlüssel zum Erfolg im Tourismus", so Kaske.

Sozial und ökologisch nachhaltige Ziele forcieren statt kurzfristiger Profitsteigerung

Dezidiert wendet sich Kaske gegen eine Strategie, bei der es um Kostenvorteile gegenüber anderen Ländern geht. Das könne zwar kurzfristig die Profite steigern, langfristige nachhaltige Entwicklungen seien davon aber nicht zu erwarten. "Um die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Österreich zu steigern, müssen daher sozial und ökologisch nachhaltige Ziele verfolgt werden", meint der vida-Vorsitzende.

"Der Tourismus ist von der Lohn- und Gehaltsstruktur im unteren Drittel der Einkommen angesiedelt. Damit kommen viele Beschäftigte mehr schlecht als recht über die Runden", kritisiert Kaske. Damit sei auch die Flucht aus der Branche erklärbar: Viele Beschäftigte kehren schon nach kurzer Zeit dem Tourismus den Rücken und wechseln in andere Berufe. "Wir brauchen im Tourismus Arbeitsverhältnisse, von denen die Beschäftigten leben können. Sparen an den MitarbeiterInnen ist definitiv der falsche Weg", so Kaske.

All-Inklusive-Klauseln in den Arbeitsverträgen zwingen die Beschäftigten, bis zu 10 Stunden pro Tag zu arbeiten, ohne dafür einen zustehenden Ausgleich zu bekommen. Die Gewerkschaft vida fordert daher die Abschaffung von All-Inklusive-Verträgen im Tourismus und ein faires Einkommen.

Working-poor bei unqualifizierten ArbeitnehmerInnen im Tourismus stark verbreitet

In vielen Betrieben ortet die Gewerkschaft vida einen alarmierenden Trend: Ausgebildetes Fachpersonal wird aus Kostengründen gegen unqualifizierte ArbeitnehmerInnen ausgetauscht. Gerade im niedrigen Lohnsegment sind prekäre Beschäftigungsverhältnisse und working-poor ein großes Problem. Dieser Trend geht natürlich auch zu Lasten des Qualitätstourismus. "Qualitativ hochwertige Dienstleistungen, wie sie von unseren Gästen gewünscht werden, müssen auch ihren Preis haben", so Kaske.

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