Vienna-International-CEO Rudolf Tucek: "Saisonverlängerung im Tourismus schafft mehr Arbeitsplätze und Wertschöpfung"

ExpertInnen-Enquête in Salzburg zur Zukunft der Tourismuswirtschaft

Wien (TP/OTS) - Am 10. November fand am Rande der GAST-Messe eine hochkarätig besetzte Enquête zum Thema Saisonverlängerung im Tourismus statt. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller eröffnete die Veranstaltung und strich in ihrer Rede die Wichtigkeit des Strukturwandels im Tourismus hervor. Es gebe bereits zahlreiche positive Beispiele für Ganzjahresbetriebe, hier gelte es, die bestehenden Möglichkeiten zu nutzen. "Es spricht nichts dagegen, außer die Angst vor Veränderung", so Burgstaller, die in Aussicht stellte, dass Salzburg eine Modellregion für die Verlängerung des Wintertourismus stellen könnte.

Im Anschluss präsentierte der CEO der Vienna International Hotelmanagement AG und Vizepräsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes, Rudolf Tucek, sein Konzept für eine nachhaltige Steigerung der Wertschöpfung im Tourismus: "Die Unternehmer sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Schließtage zu reduzieren. Die ansonsten arbeitslos gemeldeten MitarbeiterInnen bleiben nach diesem Vorschlag weiter beschäftigt. Verwenden wir die Mittel des Arbeitslosengeldes und stellen wir sie Betrieben zur Verfügung, damit sie sie für die Personalkostensenkung bei einer Saisonverlängerung verwenden können", fordert Tucek. Sein Vorschlag, der seitens der Hotellerie breite Unterstützung findet, bietet zahlreiche Vorteile:
Das Modell verursacht keine volkswirtschaftlichen Mehrkosten, schafft zusätzliche Arbeitsplätze und setzt einen wichtigen Impuls in Richtung Ganzjahresbetrieb. "Die Mittel, die schon heute aufgewendet werden, können so durch mehr Effizienz zu einem besseren Ergebnis für alle führen", so Tucek. Nach den Vorstellungen Tuceks soll die Saisonverlängerung in einem ersten Schritt auf drei Jahre begrenzt bleiben und danach evaluiert werden.

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft VIDA, Rudolf Kaske, gab zu bedenken, dass nicht in allen Gegenden und zu jeder Zeit Ganzjahrestourismus möglich sei. "Außerdem ist es ganz wesentlich, das Thema der Infrastruktur zu diskutieren, die ja bei einer Saisonverlängerung mitziehen und auch entsprechend finanziert sein müsste. Ich bin auf Seite der Touristiker, aber Spaziergang wird das keiner", meint der VIDA-Vorsitzende.

"Wir müssen es probieren, sonst werden wir nie wissen, ob das Konzept aufgeht", fordert ÖHV-Präsident und Hotelier Sepp Schellhorn. Er spricht sich für einen Wettbewerb der Regionen aus, um die besten Köpfe in Ganzjahresunternehmen zu ziehen. "Die Initiative ist hervorragend und hilft unserer Branche sicherlich weiter." Dem stimmte der Tourismus- und Freizeitforscher Peter Zellmann grundsätzlich zu. Er strich in seiner Wortmeldung die Wichtigkeit der Angebotsseite heraus: "Der Schlüssel zum Erfolg ist, ob wir ein entsprechendes Angebot an die Gäste haben. Außerdem muss klar zwischen Sommer- und Wintertourismus differenziert werden. Hier gibt es sehr unterschiedliche Bedürfnisse der Gäste, die berücksichtigt werden müssen."

Der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes und Wirtschaftssprecher der SPÖ, Christoph Matznetter, legte den Schwerpunkt seines Beitrages auf den "Return on Investments": In einer Zeit, in der Hotels alle paar Jahre durchrenovieren müssten, wo Schwimmbäder und Skilifte gebaut werden, müsse diese Infrastruktur ganzjährig genutzt werden. "Alles andere wäre schwer ineffizient -denn eine stehende Anlage ist das schlimmste", so Matznetter, der sich in einer ersten "Testphase" des Modells für eine Pilotregion aussprach. "Durch strenges Monitoring und intelligentes Aufsetzen der Maßnahme kann hier effektiv Missbrauch verhindert werden."

ÖHV-Präsident Schellhorn versicherte in der Diskussion, er würde seinen Betrieb länger aufsperren, würde das Modell von Rudolf Tucek realisiert werden. Tourismusforscher Zellmann appellierte in seinem Schlusswort an das "Tourismusbewusstsein" der Österreicher, das es zu stärken gelte - immerhin macht der Tourismus alleine 14% des heimischen Brutto-Inlandsprodukts aus. "Die Initiative ist die richtige, jetzt gilt es, sie gemeinsam mit den regionalen Touristikern umzusetzen", so Zellmann.

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