Tucek-Konzept zur Saisonverlängerung: Modellversuch soll in Salzburg starten

Burgstaller unterstützt Initiative - Schellhorn: "Wir sind dabei!"

Salzburg (TP/OTS) - Aus Land und Bund, von Arbeitnehmern und Arbeitgebern erhält Tuceks Vorschlag zur Saisonverlängerung Zustimmung. Einer raschen Umsetzung steht damit nichts im Weg, erklärt ÖHV-Präsident Schellhorn.

Unterstützung von allen Seiten erfährt der Vorstoß zur Saisonverlängerung von Rudolf Tucek, CEO der Vienna International Hotelgruppe und Vizepräsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands (SWV): Mit Zuschüssen des AMS sollen Mitarbeiter nach Saisonende im Betrieb beschäftigt werden. In einer Enquete am Rande der "Alles für den Gast" in Salzburg sprach sich Landeshauptfrau Gabi Burgstaller dafür aus, den Vorschlag in einer Modellregion in Salzburg zu testen.

"Wir müssen die Zahl der Betriebstage zu erhöhen. Selbst die Tourismushochburg Tirol ist im Winter nur zu 50 % ausgelastet", erklärte Tucek. Den Einsatz von AMS-Mitteln um die Beschäftigungsdauer zu erhöhen biete zahlreiche Vorteile: die Entlastung der Arbeitslosenkassen, zusätzliche Beiträge für die Sozialversicherung, die bessere Nutzung der Investitionen und eine geringere Abwanderung qualifizierter Mitarbeiter. Tucek sprach sich für die Einbindung regionaler Tourismusverbände, des AMS und der Sozialpartner sowie eine Befristung auf drei Jahre aus. Dann sollte die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft werden.

Schellhorn: Ganzjahresarbeitsplätze als Ziel

"Das Konzept ist gut, alle sind dafür, also packen wir's an", schlug Sepp Schellhorn, Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) vor, Tuceks Vorschlag umzusetzen. Damit würden Gelder sinnvoller eingesetzt als bisher - nämlich produktiv:
"Das bringt uns unserem Ziel der Ganzjahresbeschäftigung einen Schritt näher und wäre ein wertvoller Beitrag zur Image- und Qualitätsverbesserung der Arbeitsplätze." Er selbst, so Schellhorn, würde seinen Betrieb gerne länger offenhalten, wenn die Maßnahmen zur Saisonverlängerung realisiert werden.

Unterstützung auch von Arbeitnehmerseite

"Ich bin auf der Seite der Touristiker, aber Spaziergang wird das keiner", zeigte sich Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, hinsichtlich der Durchführbarkeit von Tuceks Modell skeptisch. Österreichweit werde das Konzept nicht umzusetzen sein: Es müssten ja nicht nur die Hotels länger geöffnet bleiben, sondern auch die gesamte regionale und lokale Infrastruktur rundherum mitspielen. Kaske schlug vor, in Arbeitsgruppen darüber nachzudenken, wie man zu geeigneten regionalen Beschäftigungspaketen kommen kann.

Matznetter: Sozialministerium bekundet Interesse

Ebenfalls für Tuceks Vorschlag sprach sich SWV-Präsident Christoph Matznetter aus: "Wir sollten das probieren. Es kann so ausgehen, dass alle zufrieden sind." Eine dauerhafte Beschäftigung würde Österreichs Tourismus stärken. "Österreich könnte zum Musterland für Europa werden." Wie Matznetter abschließend mitteilte, habe das Sozialministerium deutliches Interesse an Maßnahmen zur Saisonverlängerung und an Tuceks Konzept bekundet.

Tucek unterstützt ÖHV-Forderung nach MwSt-Senkung

Einig waren sich die Podiumsteilnehmer darüber, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Branche auch mit anderen Mitteln gestärkt werden müsse. Ein direkter Weg dazu wäre die Senkung der Mehrwertsteuer auf Logis, stellte sich Tucek hinter die Forderung der Hotellerie. "Österreich sitzt in der Wettbewerbsfalle. Wir müssen jetzt handeln. Noch dazu haben wir ein Gutachten, dass dies EU-rechtlich möglich ist."

Schellhorn erinnerte daran, dass die deutsche MwSt-Senkung Österreichs Hoteliers in eine schwierige Situation bringe, zumal auch andere direkte Konkurrenten wie die Schweiz oder Frankreich jetzt schon niedrigere Sätze haben. "Eine rasche Halbierung des Steuersatzes in Österreich wäre kein Schnellschuss, sondern eine sinnvolle Maßnahme, um unsere Wettbewerbssituation zu verbessern".

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Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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