Mitarbeitermangel im Tourismus

ÖHV: Gewerkschaft soll objektive Kritik aufgreifen

Salzburg (TP/OTS) - Der Tourismus sucht, nachdem das Saisonierkontingent für den Winter drastisch gekürzt wurde, händeringend Mitarbeiter. "Mit adaptierten Zumutbarkeitsbestimmungen könnten mehr einheimische Mitarbeiter gewonnen werden", schlägt ÖHV-Präsidiumsmitglied Walter Veit vor.

Mitte November. Bilder von verschneiten Bergen machen Lust auf Urlaub in Österreich. Die ersten Gäste sind da. Aber welches Service erwartet sie? Tausende Stellen im Tourismus sind unbesetzt. "Jedes Jahr dasselbe: Die Gäste stehen vor der Tür und die Betriebe wissen nicht einmal, ob sie Saisoniers einstellen können. Von Dienstplänen ist da noch gar keine Rede!" Walter Veit, Salzburger Landesvorsitzender der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) und Hotelier in Obertauern, fehlt das Verständnis für diese Auffassung von Zeitmanagement: "Wie das gehandhabt wird, ist reine Schikane. Damit muss Schluss sein!"

AMS: Arbeitskräftepotenzial ausgeschöpft

Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit wurde das Saisonierkontingent um 15% gekürzt. Einheimische Mitarbeiter sind aber nicht zu finden. "Das Arbeitskräftepotenzial ist ausgeschöpft, dem Tourismus können kaum Mitarbeiter vermittelt werden", berichtet Veit von Kontakten mit dem AMS Tamsweg, und verweist auf Landeshauptfrau Burgstallers Forderung, das Saisonierkontingent aufzustocken: "Die Gewerkschaft ist gefordert, die objektive, faktenbasierte Forderung der Landeshauptfrau aufzugreifen. Sonst sollen sie die Konsequenz für das Schlammassel übernehmen, das sie anrichten und die Betriebe ausbaden müssen."

Ohne Abwäscher kein Spitzenkoch

Überall fehlen Mitarbeiter wie Abwäscher, die für einen reibungslosen Betriebsablauf gebraucht werden: "Ohne sauberes Geschirr brauche ich weder Koch noch Kellner", warnt Veit vor einem Domino-Effekt auf dem Rücken der Mitarbeiter. Als Alternative zur Erhöhung der Saisonierkontingente sieht Veit nur die Rücknahme der Lockerung der Zumutbarkeitsbestimmungen aus Hochkonjunktur-Zeiten:
"Man muss hinterfragen, ob diese Standards vertretbar sind. Zu überlegen sind Änderungen bei allen Kriterien, vom Berufs- und Gehaltsschutz über die Entfernung zum Arbeitsplatz bis hin zur wöchentlichen Arbeitszeit im Fall von Betreuungspflichten." Weiter notwendig wären längere Durchrechnungszeiträume für die Stadthotellerie.

Arbeitslosenstatistik: Zwei Wochen serviert, lebenslang Kellner

Den immer wieder gehörten falschen Vorwurf der hohen Branchenarbeitslosigkeit weist Veit zurück: "Im Gegenteil, wir nehmen selbst dann noch Mitarbeiter auf, wenn anderswo längst die Kündigungswelle rollt. Dann kommen Gekündigte aus der Industrie zu uns. Aber Service ist keine Fließbandarbeit, da kann die Verweildauer schon kürzer ausfallen. Das sind dann Industrie-Arbeitslose, die anderswo nicht Fuß fassen können. Dass die in der Tourismus-Statistik landen, verfälscht das Bild zu Gunsten der Industrie und zu Ungunsten unserer Branche", erklärt Veit und verweist auch auf die Tausende Studenten, die saisonal im Tourismus Beschäftigung finden und so ihr Studium finanzieren: "Nach ihren Ferienjobs werden sie dann als Arbeitslose dem Tourismus zugerechnet. Das macht keinen Sinn, das sind Studenten. Das muss aufhören."

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 40.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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131116 Nov 09

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