Hinterleitner: "Verlange klares Bekenntnis der österreichischen Politik zur geltenden Regelung"

Gastronomie bei der Umsetzung des Nichtraucherschutzes auf dem richtigen Weg

Wien (TP/OTS) - Von den rund 70.000 österreichischen Gastronomiebetrieben hat die überwiegende Mehrheit keine Probleme mit der Umsetzung des Nichtraucherschutzes. Insgesamt verfügen fast zwei Drittel der befragten Betriebe über mehrere Gasträume und setzen auf das Prinzip der Raumtrennung bzw. führen ein Nichtraucherlokal (16 %). Selbst die kleinen Lokale mit nur einem Gastraum, die nach dem Gesetz Wahlfreiheit haben, entscheiden sich zu fast einem Drittel für ein reines Nichtraucherlokal. Dies zeigt deutlich, dass dort wo eine entsprechende Nachfrage besteht, sehr wohl auf den Trend zum rauchfreien Lokalbesuch durch entsprechende Angebote reagiert wird. Nach den Angaben der Betriebe kann davon ausgegangen werden, dass per 1.7.2010 immerhin bereits über 15.000 Lokale komplett rauchfrei sein werden.

Dieses Ergebnis zeigt eine vom Fachverband Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) durchgeführte aktuelle Erhebung, die heute, Freitag, vom Obmann des Fachverbandes, Helmut Hinterleitner, vorgestellt wurde.

Mit Umbauarbeiten wird derzeit noch zugewartet

Von den Betrieben mit nur einem Gastraum, die aufgrund einer rechtzeitigen Antragstellung in die Übergangsfrist bis 30. Juni 2010 fallen, haben rund 73 % noch nicht mit den Umbauarbeiten begonnen, werden das aber laut eigenen Angaben fristgerecht tun. Dieses Abwarten ist für den Fachverband auch nachvollziehbar, denn viele wollen dafür die wärmere Jahreszeit nutzen, wo sich ein Teil des Geschäftsganges nach draußen auf Terrassen und in Gastgärten verlagert.

Auch die ständige öffentliche Diskussion über die mögliche Einführung eines generellen Rauchverbots in der Gastronomie wirkt hier alles andere als motivierend. "Wir erwarten uns von der Politik, dass sie ein klares Bekenntnis zu der im österreichischen Nationalrat beschlossenen Regelung ablegt und nicht versucht, den Ball nach Brüssel zu spielen" meint Hinterleitner, "unsere Betriebe stehen vor schwierigen Investitionsentscheidungen und brauchen in diesem Punkt auf absehbare Zukunft Rechtssicherheit".

Auch wenn nicht alle mit der Regelung glücklich sind, ein totales Rauchverbot wird klar abgelehnt

Fast zwei Drittel der österreichischen Gastronomen lehnen nach wie vor ein totales Rauchverbot als Alternative zur derzeit geltenden Regelung ab. Das Argument, ein generelles Rauchverbot wäre gerechter, weil dann für alle Lokale die gleichen Bedingungen herrschen würden, durchschauen die meisten Gastronomen als nicht fertig gedacht. Im Falle eines absoluten Rauchverbotes wären die Lokale mit einem Gastgarten bevorzugt - laut der Erhebung verfügt etwa in Wien jedes dritte Lokal (35,5 %) über keine Freiflächen, die zum Lokal gehören. Sie müssten ihre Gäste vor das Lokal schicken, während andere ihnen das (in der wärmeren Jahreszeit) in einem gemütlichen Gastgarten erlauben könnten.

Durchwachsenes Weihnachtsgeschäft und Optimismus für die Ballsaison

Das Geschäft bei Weihnachtsfeiern in Gastronomiebetrieben war eher verhalten. Über Umsatzsteigerungen gegenüber 2008 konnten sich immerhin rund 13 % der Betriebe erfreuen, bei knapp der Hälfte lagen die Umsätze auf dem Niveau des Vorjahres. Auf der anderen Seite konnten aber 4 von 10 Betrieben ihre Vorjahresumsätze nicht erreichen. Als Hauptgründe für die Umsatzrückgänge werden von den Betrieben die allgemeine Wirtschaftslage, verstärkte Sparneigung im Firmengeschäft und ein Rückgang bei den Touristen genannt.

Schon besser liegen die Werte bei der Aussicht auf Ball- und Faschingsveranstaltungen. Hier gaben 70 % der Betriebe an, dass die Besucherzahlen auf dem Niveau des Vorjahres beziehungsweise sogar leicht darüber liegen. Auch bei der Einschätzung der Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten überwiegen die Optimisten.

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