Spartenobmann Bitzinger: Wiener Gastronomen treffen die Auswirkungen des Tabakgesetzes besonders hart

Großflächige Umfrage bei den Wiener Gastronomen und deren Gästen

Wien (TP/OTS) - Die Ergebnisse: In Wien müssen weit mehr Gastronomiebetriebe umbauen als in den Bundesländern - 1.765 Betriebe haben hinsichtlich des Umbaus Handlungsbedarf in den nächsten Monaten - Die geschätzten Umbaukosten liegen im Mittel bei Euro 10.000,-

Zum wiederholten Mal führte die Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien das sogenannte "Gastro-Barometer", eine Umfrage unter allen Wiener Gastronomiebetrieben und deren Gästen durch. Diesmal widmete sich die Umfrage dem aktuellen Thema "Rauchverbot in der Gastronomie".
Ziel der Umfrage war eine repräsentative Darstellung der Situation der Wiener Gastronomen zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Sechs Monate vor Auslaufen der Übergangsfrist für Umbaumaßnahmen aufgrund des Tabakgesetzes.

An der Umfrage, die im Jänner 2010 durchgeführt wurde, beteiligten sich 730 Gastronomen. In Wien gibt es 6.857 aktive Gastronomiebetriebe, somit nahmen rund 11 % aller Wiener Gastronomen an der Befragung teil.

Zentrale Fragen waren, wie viele Gastronomen umbauen müssen, ob sie dies bereits getan haben bzw. wenn nicht, warum nicht.

Raucher- oder Nichtraucherlokal? 1/4 aller Betriebe darf wählen 25,5%, das sind hochgerechnet 1.783 Lokale, sind kleine Einraumlokale unter 50m2. Diese Betriebe dürfen wählen, ob sie Nichtraucherlokal oder Raucherlokal sein möchten. In Wien haben sich 16% für ein Nichtraucherlokal und 84% für ein Raucherlokal entschieden und entsprechen somit den gesetzlichen Vorschriften.

1.765 Gastronomiebetriebe müssen umbauen, wenn sie ab 1.7.2010 kein reines Nichtraucherlokal werden wollen

In Wien gibt es rund 31% Einraumbetriebe mit mehr als 50m2, hochgerechnet sind das 2.126 Lokale. Davon haben bisher 14%, also hochgerechnet 298 Betriebe umgebaut. 83% haben bisher noch keine räumliche Trennung vorgenommen, das sind hochgerechnet 1.765 Wiener Betriebe.

Einraumbetriebe mit mehr als 50m2 haben es besonders schwer: Sie müssen einen räumlich abgetrennten Nichtraucherbereich einrichten, sonst werden sie zu einem reinen Nichtraucherlokal. Und hier sind gerade Wiener Betriebe besonders betroffen. Während im österreichweiten Durchschnitt lediglich jeder Fünfte in diese Kategorie fällt, ist es in Wien bereits jeder Dritte.

"Dass einige Lokale noch nicht umgebaut haben, ist ihr gutes Recht. Ein Großteil befindet sich noch in der Übergangsphase bis Juli, somit wird gegen keinerlei gesetzliche Vorschrift verstoßen. Wir respektieren das österreichische Tabakgesetz, erachten jedoch eine derzeitige flächendeckende Evaluierung vor Ablauf der Übergangsfrist als nicht sinnvoll. Das wäre so, als ob man einen Strafzettel fürs Schnellfahren bekommen würde, obwohl man noch gar nicht zu schnell gefahren ist", so KommR Ing. Josef Bitzinger, Obmann der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien.

Anzahl der Mehrraumbetriebe in Wien deutlich geringer als im übrigen Österreich

In Mehrraumbetrieben ist eine Aufteilung in Raucher- und Nichtraucherbereiche relativ einfach umsetzbar. Während in Gesamtösterreich fast 65% aller Betriebe mehrere Räume haben, findet man in Wien aufgrund einer anderen Lokalstruktur lediglich hochgerechnet 2.880 Mehrraumbetriebe, das sind nur 42% aller Gastronomiebetriebe Wiens.

Umbaukosten stellen große Belastung für Gastronomen dar

Ein wichtiger Punkt sind die Umbaukosten für die betroffenen Gastronomen. In der Umfrage haben sich geschätzte Umbaukosten im Mittel von Euro 10.000,- ergeben. Die Investition in solch hohe Umbaukosten ist natürlich eine große Belastung für die betroffenen Unternehmer, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Dies ist nur ein Grund, warum so viele Gastronomen bisher noch nicht umgebaut haben. Viele Gastronomen warten mit den Umbauarbeiten auf die wärmeren Monate, in denen ein Umbau leichter verkraftbar ist. So kann doch zumindest ein Teil des Geschäftes in die Gast- und Schanigärten verlagert werden, während man im Inneren der Betriebe umbaut.

Weitere Gründe sind Angst vor Umsatzrückgang oder die Verunsicherung der Gastronomen bzgl. der Beibehaltung des derzeitigen Tabakgesetzes.

Die andere Seite: Gästebarometer zum Tabakgesetz

Die öffentliche Meinung zum Tabakgesetz scheint auf den ersten Blick eindeutig zu sein. Sei es auf Internetplattformen wie z.B. Facebook oder durch sonstige Befragungen, der Ruf nach einem kompletten Rauchverbot in der Gastronomie ist deutlich hörbar. Parallel zur Umfrage der Wiener Gastronomen wurden auch deren Gäste zum Tabakgesetz befragt. Mehr als 500 Teilnehmer im Alter zwischen 16 und 69 Jahre nahmen an dieser Umfrage teil.

Die Ergebnisse zeigen jedoch deutlich, dass für 70% der Gäste Rauchen ein Teil der Wirtshaus- bzw. Beislkultur ist. Dies empfinden rund 80% der Gastronomen ebenso.

Auch in den Wiener Kaffeehäusern würde sowohl den Gastronomen wie auch den Gästen die Wahlfreiheit, ob geraucht werden darf oder nicht, abgehen. 67% der Gäste finden, dass Rauchen Teil der Kaffeehauskultur ist, für rund 80% der Gastronomen gehört eine gepflegte Zigarette zum Kaffee einfach dazu.

Verständnis für die Wirte

Sollte ein generelles Rauchverbot kommen, so befürchten auch die Gäste Umsatzeinbußen für die Gastronomie. Immerhin 67% sehen aus diesem Grund ein generelles Rauchverbot als problematisch. Weitere 59% befürchten sogar Arbeitsplatzeinbußen in der Gastronomie.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/6617

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KommR Ing. Josef Bitzinger
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josef.bitzinger@wkw.atGeschäftsführerin:
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barbara.baumgartner@wkw.atWirtschaftskammer Wien, Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
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