KV-Verhandlungen im Hotel- und Gastgewerbe unterbrochen

vida: Angebot der Arbeitgeber ist nicht mehr als ein Almosen

Wien (TP/OTS) - Die erste Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag 2010 für die rund 170.000 Beschäftigten im Hotel-und Gastgewerbe wurde gestern ergebnislos unterbrochen. "Die von den Arbeitgebern angebotene Lohnerhöhung kann man bestenfalls als Almosen bezeichnen", stellen die beiden Verhandlungsführer der Gewerkschaft vida, Rudolf Komaromy und Alfred Gajdosik, fest.

Erst vor wenigen Tagen vermeldete der Obmann der Tourismuswirtschaft in der WKÖ per Aussendung die drittbeste Wintersaison aller Zeiten. "Gerade das Hotel- und Gastgewerbe ist weit weniger von der Krise betroffen als andere Bereiche. Trotzdem sollen sich nun die Beschäftigten mit einer Mini-Lohnerhöhung zufrieden geben. Dafür sind wir nicht zu haben", stellt Rudolf Komaromy, der Vorsitzender der vida-Bundesfachgruppe Tourismus ist, fest. "Die Arbeitgeber wollten uns mit einer Erhöhung der Monatslöhne um gerade 6,95 Euro brutto abspeisen. Um dieses Geld ist in den meisten Lokalen nicht einmal ein anständiges Mittagsmenü drin", ergänzt der stellvertretende vida-Vorsitzende Alfred Gajdosik. Der Mindestlohn im Hotel- und Gastgewerbe liegt derzeit bei 1.161 Euro. vida fordert eine Erhöhung der Monatslöhne um 35 Euro brutto.

Kritik üben die Gewerkschafter auch an der von der Arbeitgeberseite geforderten Verkürzung der Ruhezeiten von elf auf acht Stunden. Zudem solle, so der Plan der Arbeitgeber, auch eine etwaige Tagesfreizeit, wie zum Beispiel die Mittagspause, in diese Ruhezeit einberechnet werden. "Schon jetzt gilt die Tourismusbranche als Niedriglohnbereich mit langen und unattraktiven Arbeitszeiten. Die Arbeitgeber sind offenbar darauf aus, die Situation noch zu verschlechtern", sagt Komaromy. Zusätzlich wollen die Unternehmer bei den Arbeitszeiten eine Ausweitung des Durchrechnungszeitraums von derzeit 13 Wochen auf ein halbes Jahr; bei Teilzeitbeschäftigung verlangt die Arbeitgeberseite eine Verdoppelung der Durchrechnungszeit, die derzeit drei Monate beträgt. "Damit würden die Löhne, die ohnedies weit unter dem Durchschnitt aller Branchen liegen, weiter sinken", kritisiert Gajdosik.

Die Gewerkschafter fordern im Gegenzug attraktivere Arbeitsbedingungen. "Die Arbeitgeber sollen endlich - so wie das viele andere Branchen längst machen - die Internatskosten für die Lehrlinge übernehmen. Zusätzlich müssen außer dem Grundlohn auch die Zulagen erhöht werden", sagt Komaromy. Eine weiter Forderung von vida: Angesichts der vielen "schwarzen Schafe" in der Branche, die Überstunden nicht korrekt bezahlen, soll die Verfallsfrist für die Nachforderung vorenthaltener Löhne, die derzeit vier Monate beträgt, ersatzlos gestrichen werden. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 27. April statt.

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