Erste österreichweite Kongressstatistik

Kongresse stärken die Wirtschaft und den Tourismus

Wien (TP/OTS) - Das Austrian Convention Bureau (ACB) und die Österreich Werbung (ÖW) präsentieren heute die erste österreichweite Kongress- und Tagungsstatistik. Erstmals sind alle nationalen und internationalen wissenschaftlichen Kongresse sowie ein Teil des Firmentagungsgeschäftes (Tagungen, Seminare, Workshops und Incentives), Messen und Ausstellungen erfasst und aufbereitet.

"Österreich zählt, mit Wien an der Spitze, zu den führenden Veranstaltungsländern der Welt. Wir überzeugen dabei mit unserer Gastfreundschaft, der Innovationskraft der Tourismusunternehmen und unserer professionellen und ausgezeichneten Angebotsqualität", erklärt Dr. Petra Stolba, Geschäftsführerin der ÖW bei der heutigen Pressekonferenz. "Durch die neue Kongressstatistik wird die Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges verdeutlicht und die Kompetenz Österreichs als eine der führenden Kongressdestinationen weltweit gestärkt. Darüber hinaus liefert sie eine Grundlage für Marktbeobachtung und Benchmarks mit anderen Ländern. So können Trends frühzeitig erkannt werden."

Christian Mutschlechner, Präsident des ACB, meint zur neuen Kongressstatistik: "Zum ersten Mal ist es gelungen, von den regionalen Convention Bureaus bis hin zum Einzelanbieter statistische Daten für die Kongress- und Tagungsindustrie zu erfassen. Diese aussagekräftigen Zahlen belegen die Bedeutung, schaffen eine klare Positionierung am internationalen Kongressmarkt und stärken das Bewusstsein für diesen Wirtschaftszweig innerhalb des Landes. Der integrierte österreichweite Kongresskalender ist wiederum ein wichtiges Arbeitsinstrument für Veranstalter, um Kongresstermine an einen größeren Publikumskreis zu publizieren und Terminkollisionen zu vermeiden."

Die Kongress- und Tagungsstatistik wurde erstmals für das Kalenderjahr 2009 erstellt. Insgesamt fanden im vergangenen Jahr 1.765 Kongresse und Tagungen in Österreich statt, davon waren 52% nationale und 48% internationale Veranstaltungen. 50% aller Kongresse fanden in Wien statt, der Rest verteilte sich auf die Bundesländer, wobei hier die Steiermark vor Tirol und Oberösterreich führt. Eine genaue Analyse der Statistik zeigt, dass internationale Kongressgäste länger als der typische Urlaubsgast verweilen und dass Kongresse vor allem saisonschwache Monate stärken.

Betrachtet man die Teilnehmerzahl, weisen internationale Kongresse wesentlich mehr Teilnehmer auf als nationale. Durchschnittlich nehmen an einem Kongress 293 Personen teil. Kann man bei einem nationalen Kongress durchschnittlich 225 Teilnehmer begrüßen, so sind es bei einem internationalen Kongress durchschnittlich 366 Teilnehmer.

Internationale Kongressgäste bleiben länger als Urlaubsgäste

Internationale Kongresse dauern naturgemäß länger als nationale. So liegt die durchschnittliche Dauer von internationalen Kongressen bei 3,3 Tagen, während sie bei nationalen Kongressen nur 2,2 Tage beträgt. Eine Hochrechnung der Teilnehmerzahl und der Kongressdauer auf die daraus resultierenden Nächtigungen ergibt eine durchschnittliche Zahl von 3,3 Nächten pro Kongressteilnehmer in Österreich. Bleibt ein nationaler Teilnehmer meist nur eine Nacht (statistisch genau 1,2 Nächte), sind es beim internationalen Teilnehmer hingegen rund 5 Nächte (statistisch genau 4,7 Nächte).

Damit verweilt ein Kongressgast aus dem Ausland sogar länger als der durchschnittliche Österreich-Gast, der 3,8 Tage bleibt. Hochgerechnet für das Jahr 2009 ergibt das ein Gesamtnächtigungsvolumen von 1.700.737 Nächtigungen, die alleine durch Kongresse und Tagungen generiert wurden. Hier sind noch keine Firmenveranstaltungen, Seminare, Messen und Geschäftsreisen berücksichtigt.

Kongresse stärken die Nebensaisonen

Kongresse werden vor allem im Oktober (240), gefolgt von den Monaten Juni (216), Mai (212), September (209) und November (203) veranstaltet. Dieses Ergebnis beweist, dass Kongresse und Tagungen nicht nur saisonunabhängig sind, sondern gerade die saisonschwachen Monate, wie z.B. Oktober oder November "auffetten".

Städte als Sieger im Kongressranking

Kongresse sind eindeutig in Städten zu Hause. So wurden 74% der österreichweiten Kongresse 2009 in Landeshauptstädten abgehalten. Graz liegt hierbei an erster Stelle was den Anteil der Kongressnächtigungen an den Gesamtnächtigungen in den Landeshauptstädten betrifft. Knapp 16% aller Nächtigungen in Graz entfallen auf Kongressgäste. In Wien sind es immerhin noch etwas mehr als 11%. Den dritten Platz nimmt Innsbruck mit rund 4% ein. Durchschnittlich beträgt der Anteil an den Gesamtnächtigungen in den Landeshauptstädten mehr als 9%.

Beim Bundesländer-Ranking teilen sich die Steiermark mit Graz und Tirol mit Innsbruck nach Wien den zweiten und dritten Platz. Wien hat zwar in der Statistik die Nase vorne, allerdings nicht so deutlich wie vielleicht angenommen. So entfallen 50% der Kongresse auf die Bundeshauptstadt, die anderen 50% teilen sich die Bundesländer. Von den 1.765 Kongressen haben 882 in Wien stattgefunden, 211 in der Steiermark und 188 in Tirol.

Die beliebtesten Tagungslocations: Universitäten und Bildungseinrichtungen

Universitäten und Bildungseinrichtungen sind mit einem Anteil von 23% die beliebtesten Austragungsorte von Kongressen und Tagungen. An zweiter Stelle rangieren klassische Kongress-, Messe- und Veranstaltungszentren. Vor allem in den Bundesländern sind sie die Top-Favoriten bei Veranstaltungen (österreichweit 22,4%). Rund 19% der Kongresse und Tagungen werden in Konferenzhotels abgehalten. Die übrigen 35% finden in außergewöhnlichen Locations, Palais und Museen statt.

Worüber wird am meisten getagt? Hier dominieren eindeutig medizinische Themen (27%) gefolgt von Wirtschaftszweigen (18%) und Wissenschaftszweigen.

Große Kongresse sind die Ausnahme, kleine dominieren die Statistik

Die Kongressberichterstattung beschränkt sich meist auf Großkongresse mit mehreren tausend Teilnehmern. Tatsächlich sind diese Kongresse aber nur die Ausnahme. Nur knapp 4% aller Kongresse und Tagungen haben mehr als 1.000 Teilnehmer. Im täglichen Leben sind es also die kleineren Kongresse und Tagungen, die das Kongressgeschäft ausmachen. So verzeichneten rund 39% der Kongresse weniger als 100 Teilnehmer.

Österreichweiter Kongresskalender

Neben der Datenbank wurde ein österreichweiter Kongresskalender etabliert, der über die Website des ACB abrufbar ist. Der Kalender wird ebenso auf den Internetseiten der Convention Bureaus der Bundesländer sowie der Österreich Werbung veröffentlicht. Informationen über die Veranstaltung, die bei der Meldung preisgegeben werden, kommen zunächst nur in die Kongressstatistik und werden vertraulich behandelt. Stimmt der Veranstalter einer Veröffentlichung zu, so erscheint die Veranstaltung im Kalender und ist für jedermann einsehbar. Besonderes Augenmerk wird auf die vertrauliche Behandlung aller Daten gelegt. Der Kongresskalender ist ein wichtiges Arbeitsinstrument für Veranstalter, um Kongresstermine an einen größeren Publikumskreis zu publizieren und damit Teilnehmer zu generieren sowie zur Vermeidung von Terminkollisionen.

Über 2.000 Firmentagungen im Jahr 2009

Die Daten zu Firmentagungen wurden noch nicht flächendeckend recherchiert. Im Jahr 2009 wurden 2.813 Veranstaltungen von Firmen in Österreich erfasst. Das Verhältnis von nationalen zu internationalen Meetings ist 60:40.

Zukünftig verstärkter Fokus auf das Firmentagungsgeschäft

Die Erfassung der Daten wird laufend für das jeweilige Kalenderjahr durchgeführt. Schlüsselpartner in der Realisierung sind die Convention Bureaus der Bundesländer, die maßgeblich verantwortlich waren, dass kommerzielle Betriebe, insbesondere Hotels, auch Daten für das Firmengeschäft auf vertraulicher Basis geliefert haben. Damit ist die ganze Bandbreite des Kongress- und Tagungsgeschäftes österreichweit primär von klassischen wissenschaftlichen Kongressen (Association Meetings) und Tagungen sowie sekundär von Firmentagungen (Corporate Meetings), Messen, Ausstellungen und Seminaren erfasst.

Österreich Werbung und Austrian Convention Bureau haben sich zum Ziel gesetzt, zukünftig die statistische Erfassung noch weiter zu verfeinern und insbesondere Firmentagungen, Messen, Ausstellungen und Seminare flächendeckend zu erfassen. Vor allem Firmen müssen verstärkt motiviert werden, ihre Daten einzugeben. In den nächsten ein bis zwei Jahren sollen die Daten so konsistent und detailliert aufbereitet werden, dass eine genaue wirtschaftliche Bewertung der gesamten österreichischen Kongress- und Tagungsbranche sowie ein fortlaufender Jahresvergleich möglich sein wird.

Christian Mutschlechner, Präsident des ACB, meint abschließend zur neuen Kongressstatistik: "Ich danke allen, die zu dieser Kongressstatistik beigetragen haben. Im ersten Jahr ist dies besonders schwierig aber ein notwendiger Kraftakt, um die Bedeutung der österreichischen Tagungsindustrie in Ziffern und Zahlen zu gießen. Es wird über die Jahre weitere Verfeinerungen geben müssen, aber je mehr die Anbieter und vor allem auch die Kunden den positiven Nutzen einer österreichweiten Statistik und des Kongresskalenders erkennen, umso einfacher wird es."

Für Petra Stolba hat die Kongressstatistik großes Potenzial, unterstreicht sie doch die österreichweite Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges: "Kongresse und Tagungen sind saisonunabhängig, finden österreichweit statt und tragen nicht nur bei den großen Veranstaltern zur Wertschöpfung bei. Die Kongressstatistik unterstreicht diesen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Österreich und fungiert als Visitenkarte für die österreichische Tagungs- und Kongressindustrie."

Fotos zur Veranstaltung auf www.austriatourism.com/pressecenter

Rückfragen & Kontakt:

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