ÖHV zu Aufzugskartell: Wir nehmen die Ausplünderung nicht hin

Klage, Lobbying und Neuverhandlung der Aufzugskosten: ÖHV reagiert auf 1,5 Mio. Schaden durch das Aufzugskartell.

Wien (TP/OTS) - "Alleine unsere Spitzenhotels hat das verbotene Aufzugskartell rund 1,5 Millionen Euro gekostet; den Schaden durch das soeben aufgedeckte Speditionskartell nicht eingerechnet. Dass aber trotz des rechtskräftigen Urteils nur sehr große Unternehmen ihren Schaden ersetzt bekommen, ist in einem Rechtsstaat unerträglich", sagt Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). "Wir führen daher den Kampf gegen die verbotenen Kartelle auf drei Ebenen weiter: Erstens muss die Politik Prozesse um Schadenersatz kürzer und finanzierbar machen. Zweitens nützen wir die Klagefrist bis Jahresende, um doch noch eine Klage der Opfer gegen die Täter vorzubereiten und drittens verhandeln wir für unsere Mitglieder die künftigen Aufzugskosten neu - und zwar auf Basis der nachgewiesenen Überteuerungen."

Prozesse: Zu langwierig, zu teuer

Kartellskandale wie bei der U-Bahn, den Speditionen und Aufzugsfirmen kosten nicht nur jeden Steuerzahler Geld, sondern auch den Rechtsstaat das Vertrauen der Geschädigten. "Dass kleine und mittlere Betriebe ihren Schaden nur mit unvertretbar hohem Kostenrisiko vor Gericht geltend machen können, gefährdet nicht nur unsere ehrlichen Unternehmen, sondern auch das Vertrauen in die Justiz", argumentiert Reisenzahn.

Nur den ganz Großen gelingt der Nachweis

Hintergrund der ÖHV-Initiative: Die Kartellrechtsverstöße können bisher nur im Ausmaß von rund 150.000 Euro derart "wasserdicht" belegt werden, dass Gerichtsverfahren sicheren Erfolg bringen. Um den Hotels das doch erhebliche Risiko der Prozesskosten für den tatsächlichen Schaden von rund 1,5 Millionen abzunehmen, braucht die ÖHV daher Prozessfinanzierer. Die aber können das Risiko nur tragen, wenn der Großteil des Schadens auch nachweisbar ist. Dieser Nachweis aber gelingt nur Großunternehmen wie zum Beispiel den ÖBB, die ihre Daten über viele Jahre hinweg zentral verwalten. Kleinen und mittleren Unternehmen ist dieser Aufwand neben dem normalen Betrieb kaum möglich.

"Die Ausplünderung durch marktbeherrschende Stellungen ist kein Einzelfall, das zeigte auch das Kreditkartengeschäft", erläutert Reisenzahn den Ernst des Anliegens. Durch eine EU-Beschwerde der ÖHV konnte das Abrechungsmonopol bei Kreditkarten aufgebrochen werden und die Gebühren sanken durch Wettbewerb um bis zu 60 %.

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Reisenzahn, Generalsekretär
Tel.: +43 (0)1 533 09 52
Fax: +43 (0)1 533 70 71
office@oehv.at
http://www.oehv.at

TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT | TPK0002