Passheiligtum Hochtor: Die neue Ausstellung beim Hochtor-Südportal

Sepp Forcher eröffnete heute, Mittwoch den 2. Juni 2010 eine sehenswerte Dauerausstellung beim Hochtor an der Großglockner Hochalpenstraße (Passhöhe 2.504 m, Besucherpunkt 9)

Salzburg (TP/OTS) - Der Planer der Großglockner Hochalpenstraße Franz Wallack erwähnte immer wieder, dass seine Trasse auf weiten Teilen dem römischen Handelsweg folgt. Mit dem Fund einer bronzenen Römerstatuette des Herkules an der Südseite des Hochtortunnels (1933) erhielt diese Annahme einen konkreten Beweis. Nach jahrelangen wissenschaftlichen Disputen um die Echtheit dieses Fundes wurden in den Jahren 1992 -1995 umfangreiche Grabungen im Bereich des Überganges vorgenommen. Diese ergaben Bruchstücke (zumeist Hände und Fußteile) von über 20 Statuetten. 2009 wurde bei Grabarbeiten noch ein über 5 cm messender Fußteil einer ehemals 40 cm messenden Statuette gefunden. Die Funde enthielten auch über 200 keltische und römische Münzen, die als Opfergaben am Passheiligtum gespendet wurden und den Beweis für die Existenz eines Passheiligtums lieferten. Sie erzählen von der Dankbarkeit der Menschen, die unter vielen Gefahren dieses Hochgebirge überwanden.

Funde eines goldenen Halsreifen im Bereich der Maschlalm, verschiedene Streufunde von Fibeln etc. aber auch bronzezeitliche Waffen lassen auf eine Handelsroute schließen, die bis weit in die Bronzezeit reicht.

Nunmehr wird am höchsten Punkt der Durchzugsstraße mit dem Hinweis auf seine jahrtausende alte Tradition dem Besucher eine weitere wetterunabhängige, nationalparkgerechte Attraktion geboten:

Die neue Ausstellung am Hochtor soll eine Zeitreise durch die Jahrtausende sein, in der der Glocknerübergang die kürzeste Handelsroute zwischen Nord und Süd darstellte. Sie erzählt auch von der Suche nach dem Rohstoff Bergkristall und von den Goldbergwerken entlang der Straße. Mittelalterliche Stoffe und Schuhe, Goldgräberwerkzeuge und die Reste eines Goldgräbers samt Münzen und Beifunde, der um 1792 in einer Gletscherspalte ums Leben kam, geben Eindrücke aus der Zeit der Schatzgräber. Eine 8m lange Sklavenkette erinnert an den Menschenhandel über den Pass, um Venedig mit Galeerenruderer zu versorgen.

Direkt neben der neuen Ausstellung wurde ein Zubau errichtet, der den Souvenir-Shop und einen großzügigen Gastrobereich beherbergt. Gestaltung und wissenschaftliche Aufbereitung der Ausstellung Herr Dr. Georg Kandutsch (Arriach).

Rückfragen & Kontakt:

Zur Großglockner Hochalpenstraße allgemein:
Mag. Dietmar Schöndorfer
Tel.: +43 (0)664 155 60 99Zu den Themen der Ausstellung:
Hr. Dr. Georg Kandutsch
Tel.: +43 (0)664 28 32 689

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