Alpbach: Studie des MCI Innsbruck bestätigt enorme Bedeutung des Tourismus

Schenner: "Expertendiskussion erweitert das Bild von uns selbst" - Tourismus-Arbeitskreis beschäftigte sich mit dem "starken Herz von Österreichs Wirtschaft"

Wien - Der Tourismus-Arbeitskreis bei den
Alpbacher Wirtschaftsgesprächen widmete sich gestern, Mittwoch, der Bedeutung des Tourismus als Leitbranche mit Beschäftigungs- und Standortgarantie. Bundesspartenobmann Hans Schenner und Veranstaltungsverbands-Präsident Fritz Kaufmann konnten mehr als hundert Gäste begrüßen. "Hinter unserem wirtschaftlichen Erfolg stehen mehr als 90.000 Tourismusbetriebe und die harte Arbeit von Unternehmern und ihren Mitarbeitern - Tag für Tag. Unsere neue Studienpublikation soll vor allem ein gesamthaftes Bild auf unsere Branche und die enge Vernetzung mit anderen Wirtschaftsbereichen bieten", betonten Schenner und Kaufmann in ihrer Begrüßung. Die beiden Tourismus-Experten vom Management Center Innsbruck, Hubert Siller und Günther Lehar, präsentierten die wichtigsten Ergebnisse einer gemeinsamen Studie zur Bedeutung des Tourismus in Österreich.

Jeder 5. Arbeitsplatz vom Tourismus abhängig

Immerhin sind in Österreich 661.000 Arbeitsplätze - das ist jeder fünfte Arbeitsplatz - direkt oder indirekt an die Branche gekoppelt, geht aus der Studie hervor. 89 Prozent der Vorleistungen, Beispielsweise von Handwerkern, und Zulieferungen, wie etwa aus der Landwirtschaft, im Beherbergungs- und Gaststättenwesen stammen aus dem Inland, gut die Hälfte sogar aus dem direkten Umfeld, also aus der Region rund um den entsprechenden Tourismusbetrieb. In Summe trägt die Tourismus- und Freizeitwirtschaft 15,1 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) Österreichs bei. 2009 betrug der Anteil an der gesamten Wertschöpfung 42,47 Mrd. Euro. Pro Kopf betragen die Reisedeviseneinnahmen jährlich 2.400 Euro. Alleine die Reiseverkehrseinnahmen durch ausländische Touristen machten fast 6 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Und die Bedeutung des Tourismus wächst: Zwischen 1995 und 2009 hat die Bruttowertschöpfung im Beherbergungs- und Gaststättenwesen um 22,25 Prozent massiv zugelegt - ähnlich stark wie der Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung (plus 23,34 Prozent), aber weitaus deutlicher als das Bauwesen (plus 10,24 Prozent).

Tourismus lagert keine Arbeitsplätze aus

Als einen starken Fels in der Krisen-Brandung sieht Kärntens Tourismuslandesrat Josef Martinz den Tourismus: "Die Branche hat sich weit besser gehalten als ursprünglich befürchtet. Die Initiativen von Politik, Wirtschaftskammer und im Bereich der Förderungen haben gefruchtet. Wir haben im Inlandsmarkt und bei den Nahmärkten im Vorjahr gut punkten können. Gerade die vielen Klein- und Kleinstbetriebe sorgen für Stabilität am Arbeitsmarkt. Tourismus findet eben nur vor Ort statt; die Arbeitsplätze sind nicht auslagerbar."

Know-How-Transfer nach Deutschland

IMaGE Vienna-Geschäftsführer Peter Hosek, der u.a. die Schönbrunner Schlosskonzerte veranstaltet, skizzierte den Know-how-Transfer in die große Orangerie im Schloss Charlottenburg in Berlin, die er auch entwickelt hat: "Gerade hier, bei den Touristenkonzerten kann Berlin viel von uns lernen. In Wien haben sieben Unternehmen bis zu 550.000 Besucher pro Jahr, in der ganzen Branche vergeben wir an Musiker 27.000 Dienste - privat finanziert, gänzlich ohne öffentliche Subventionen und Förderungen. Als Unternehmer müssen wir Vorbilder Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein - in jeder Hinsicht."

Hohe Anforderungen an Mitarbeiter

"Kernzeit der Arbeit am Abend, 7-Tage-Woche, hohe Anforderungen an soziale Kompetenz", schildert Tina Kern-Theissl, Geschäftsführerin einer Tanzschule in Graz, die speziellen Anforderungen an ihre Mitarbeiter. Sie zeigte auch auf, dass die Ballkultur mehr als nur Unterhaltung bedeutet: "Für einen Großteil der Wien-Besucher im Frühjahr sind die Bälle ein wichtiges Motiv, hierher zu kommen. Gleichzeitig sind Bälle auch ein wichtiger Exportartikel, der das Image unseres Landes im Ausland prägt. So konnten wir mit unserer Tanzschule auch schon Bälle in Peking und Brisbane eröffnen."

Berufsausbildung ist ein Kernthema der Zukunft

REWE-Vorstand Werner Wutscher erklärte die diversen internationalen Bezüge im Sortiment wie folgt: "Wir versuchen für Touristen Spezialitäten anzubieten, die Österreich in seiner Kultur und Tradition darstellen. Gerade in starken Tourismusregionen haben wir während der Saison spezielle Produkte mit Österreich-Bezug. Damit fördern wir insbesondere den Trend zur Regionalität." Wutscher sieht das Nachwuchs- und Lehrlingsthema als wichtige gemeinsame Herausforderung für die Zukunft: "Wir bieten derzeit 14 verschiedene Lehrberufe an. Es ist enorm wichtig, sich darum zu bemühen, möglichst früh an die jungen Leute heranzukommen und sie über die Karrieremöglichkeiten zu informieren."

"Gerade bei der Berufsausbildung und im Bereich der Arbeitszeitflexibilisierung könnten wir in Zukunft noch stärker voneinander lernen. Wir schicken unsere Experten dazu in die Hauptschulen", bekräftigte Manfred Katzenschlager. Er ist als Geschäftsführer der Geschäftsstelle Bau in der Wirtschaftskammer Österreich Vertreter von mit dem Tourismus besonders eng verzahnten Branchen: "Tourismus und Bauwirtschaft stützen gemeinsam die Volkswirtschaft. Beide sind sehr beschäftigungsintensiv und haben auch direkt viel miteinander zu tun. Wir stellen die Infrastruktur her, von der alle profitieren - bis hin zur thermischen Sanierung oder Denkmalpflege bei Kulturbauten." (ES)

Aktuelle Pressefotos aus Alpbach:
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Die Studienpublikation sowie die Präsentation zum Download:
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