Ortstaxe verdoppelt: 2/3 für NÖ-Budget

Hotellerie muss Gästen bis zu 97% Aufschlag verrechnen: "Keine Budgetsanierung auf dem Rücken unserer Gäste!"

Wien (TP/OTS) - Es ist in westlichen Demokratien Standard, dass Betroffene bei Gesetzesänderungen eingebunden werden. Die Erhöhung der Ortstaxe in Niederösterreich wurde bewusst über die Köpfe der Hoteliers hinweg entschieden. Eintreiben müssen sie die Gelder für Land und Gemeinde aber trotzdem. 65 % der Erhöhung fließen ins Landesbudget.

Der Tourismus erhöht die Lebensqualität, verändert sie und schafft Infrastrukturen, von denen andere Betriebe und Einwohner profitieren. Auch in Niederösterreich wurde in den vergangen Jahren viel entwickelt. Wenn Tourismusbetriebe wie auch Gemeinden und Land weiter in Angebots- und Strukturverbesserungen investieren sollen, ist eine Novellierung des Niederösterreichischen Tourismusgesetzes die logische Folge. "Doch dabei sollten auch die eingebunden werden, die davon direkt betroffen sind - und das sind die Hoteliers, die mit dem Zorn und dem Unverständnis der Gäste konfrontiert werden. Schließlich wird eine solche Erhöhung durch nichts gerechtfertigt - weder der Betrieb noch der Gast bekommen dafür eine Gegenleistung," zeigt sich der Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Thomas Reisenzahn, darüber erstaunt, dass weder Wirtschaftskammer noch ÖHV in die Novellierung involviert waren. "Das hat das Land Niederösterreich alleine in einer Nacht- und Nebel-Aktion durchgezogen."

Für faire Anpassungen sind die Hoteliers immer zu haben
Die Erneuerung des Tourismusgesetzes sollte im Interesse beider Seiten erfolgen. Eine Ortstaxe, die innerhalb von zwei Jahren in den Kurorten um 64 % und in den Gemeinden der Ortsklasse I um 97 % erhöht werden soll, ist aber für die Hotellerie schwer in ihre Zimmerpreise einzukalkulieren. "Die Zimmerpreise sind als Folge der Krise immer noch stark unter Druck, daher werden viele Hoteliers die Erhöhung selbst tragen müssen. Damit schießen sich Land und Gemeinden selbst ins Knie", befürchtet Reisenzahn.

Das Land braucht Geld? Die Gäste sollen zahlen!

Woher der Wind weht, macht ein zweiter Blick auf die Novelle deutlich: Ging die Ortstaxe bisher zur Gänze an die Gemeinden, müssen künftig 65 % an das Land Niederösterreich abgeführt werden. "Mit dem Erhalt und Ausbau der lokalen Infrastruktur hat das nichts zu tun. Eine allmähliche Anpassung an die Abgabenwerte anderer Bundesländer kann ich aber nur dann befürworten, wenn davon der Tourismus profitiert. So werden nur Budgetlöcher gestopft. Die Tourismusbetriebe brauchen die Infrastruktur der Gemeinden, die Gemeinden profitieren vom Tourismus. Aus diesem Wechselspiel heraus sollte eine faires Miteinander resultieren", so Reisenzahn, der Verständnis dafür hat, dass die Landespolitik ihre Wähler nicht mit noch höheren Steuern und Abgaben belasten will: "Aber jetzt ganz einfach herzugehen und von den Gästen zu kassieren und die Hoteliers als Kassier einzusetzen, kann nicht die Lösung sein", so Reisenzahn.

Die ÖHV gestaltet als freiwillige und parteiunabhängige Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. 1.200 Mitgliedsbetriebe nutzen operative Dienstleistungen in Marketing und Weiterbildung genauso wie ihren Vorsprung durch Innovation und Vernetzung. Mit rund 150.000 Betten - das entspricht zwei Drittel der Kapazität in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als 30.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Logisumsatz von ca. 900 Mio. Euro. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft generierte als Österreichs Wirtschaftsmotor 2009 über direkte und indirekte Wertschöpfung 15,4 Prozent des BIP und jeden 5. Vollarbeitsplatz.

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