ÖHV: Optimismus dank starker Nachfrage, entscheidend ist aber der Umsatz

Gesunde wirtschaftliche Entwicklung muss im Vordergrund stehen

Wien (TP/OTS) - Schon vor Saisonbeginn wird auch heuer wieder über volle Betten gejubelt. Weit wichtiger wäre aber eine tragfähige wirtschaftliche Entwicklung.

"Alle freuen sich über steigende Nachfrage. Noch wichtiger wäre aber, was unterm Strich übrigbleibt", warnen Peter Peer und Sepp Schellhorn, die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), vor verfrühtem Jubel über mehr Buchungen schon zu Saisonbeginn. "Für seriöse Aussagen zum Saisonverlauf ist es noch zu früh. Wie wir wissen, steigt der Anteil der Spätbucher seit Jahren stark an", so Peer. Trotzdem wurde schon vor Wochen über fast zweistellige Zuwächse berichtet. So wichtig gute Stimmung für ist:
Die Konkurrenz reagiert auf derartige Meldungen natürlich und wirbt stärker: "Umso wichtiger ist, die Situation richtig einzuschätzen:
Das ist ein Zwischenstand und kein Ruhekissen", hält Schellhorn fest. Höhere Marketing-Ausgaben - laut Österreichischer Hotel- und Tourismusbank nahmen sie in der 4- und 5-Sterne-Hotellerie von 2008 auf 2009 um 25 % zu - und niedrige Preise lassen die Nächtigungen steigen, belasten aber die Betriebe.

Markenarbeit und Marktbearbeitung forcieren

Um den Aufwärtstrend bei den Marktanteilen fortzusetzen, sollte nach der krisenbedingten Nahmarkt-Kampagne auf Wachstumsmärkte gesetzt werden: "Mit einer gezielten Internationalisierungsoffensive erschließen wir neue Gästeschichten. Die Allianz der 10 und die ÖW-Büros sollen jetzt ihre Stärken voll ausspielen", schlägt Peer vor. Volkswirtschaftlich würde sich dies rentieren, stehen den durchschnittlichen Ausgaben der Österreich-Gäste von 120 Euro doch Ausgaben der ÖW von lediglich 1,74 Euro gegenüber. Doch wenn das ÖW-Budget real sinkt, weil es seit dem Ausstieg der Länder nicht einmal an die Inflation angepasst wurde, kann die Marke Österreich international nur schwer reüssieren.

Künstlicher Wettbewerbsdruck forciert Preisdumping

Ebenso kritisch ist ein zweiter Effekt der Jubelmeldungen zu sehen: "Hotels, die die kolportierten Buchungssteigerungen von fast 10 % nicht verzeichnen, werden reagieren. Weitere Preissenkungen verträgt der Markt nach einer derartigen Krise aber dezidiert nicht", so Schellhorn. Er empfiehlt, dem mit intelligentem Pricing und Frühbucherprogrammen entgegenzuwirken: "Holen Sie sich den Gast über ein unvergessliches Angebot, nicht über den Preis!"

Den besten Preis finden, nicht den niedrigsten!

Dr. Sophie Karmasin, Geschäftsführerin der Karmasin Motivforschung, bestätigte beim ÖHV-Praktikerseminar zur Preisgestaltung in der Hotellerie: "Man zahlt nur für das, was einem emotional wertvoll ist. Schaffen Sie Anreize, geben Sie Ihrem Angebot Wert, erfüllen Sie Wünsche und schaffen Sie Begeisterung." Bianca Spalteholz, nach 25 Jahren in der Hotellerie absolute Branchenkennerin, empfiehlt, den Buchungsvorlauf genau zu beobachten und die betriebseigene Preiselastizität optimal auszunutzen. Sie empfiehlt, für jede Buchungsperiode optimale Buchungskonditionen samt Stornobedingungen zu entwickeln, um die Belegung, das Buchungsverhalten der Gäste und die Risikostreuung mit dem Preis in Einklang zu bringen. Thomas Brenner, Direktor des Hotel Mercure Europaplatz Wien, empfiehlt, Frühbucherboni, die zinsenlosen Krediten gleichzusetzen wären, als nicht stornierbare und nicht umbuchbare Preise anzubieten.

Die ÖHV gestaltet als freiwillige und parteiunabhängige Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. 1.200 Mitgliedsbetriebe nutzen operative Dienstleistungen in Marketing und Weiterbildung genauso wie ihren Vorsprung durch Innovation und Vernetzung. Mit rund 150.000 Betten - das entspricht zwei Drittel der Kapazität in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als 30.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Logisumsatz von ca. 900 Mio. Euro. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft generierte als Österreichs Wirtschaftsmotor 2009 über direkte und indirekte Wertschöpfung 15,4 Prozent des BIP und jeden 5. Vollarbeitsplatz.

Rückfragen & Kontakt:

Peter Peer, ÖHV-Präsident (Stadthotellerie)
M/Gallery, Novotel und Mercure Österreich, Wien
Tel.: 01 / 599 01-550
Sepp Schellhorn, ÖHV-Präsident (Ferienhotellerie)
Hotel "Der Seehof", Goldegg
Tel.: 06415 / 8137
Email: office@oehv.at, www.oehv.at

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