Der Bergsport und das Recht auf Risiko

Tag der Alpenvereine beim International Mountain Summit in Brixen

Brixen (TP/OTS) - Bergsport ist gesund. Bergsport erhöht die Lebensqualität. Und Bergsport wird immer beliebter. Allerdings findet Bergsport in der Natur statt - und die ist von Gefahren nicht frei. Risiken gehören deshalb zum Wesen des Bergsports dazu und machen zu einem gewissen Teil auch seinen Wert aus. Beim Unterwegs-Sein in naturbelassenen Räumen kann der Mensch seine Fähigkeiten im eigenverantwortlichen Umgang mit Risiken entwickeln.

Gewissenhafte Vorbereitung ist Pflicht

Was wäre das Bergsteigen, wenn es hundertprozentige Sicherheit gäbe? Wenn das Wetter garantiert strahlend schön wäre? Wenn der Weg vollständig überdacht wäre, damit keine Steinschlaggefahr bestünde? Wenn man schon am Morgen wüsste, dass man den Gipfel garantiert erreicht?

Gleichwohl sind die Berge kein rechtsfreier Raum. Ganz im Gegenteil: Wo unsichere Rahmenbedingungen vorherrschen, ist die Verantwortung des Einzelnen besonders groß. Jeder Bergsportler ist deshalb in der Pflicht, sich richtig vorzubereiten und auf Tour verantwortungsvoll zu handeln - und dies umso mehr, wenn andere von seinem Handeln betroffen sind. Deshalb setzen die alpinen Vereine auf Ausbildung statt auf Verbote. Die Zahlen geben den Alpenvereinen Recht: Seit über einem halben Jahrhundert sinken die relativen Unfallzahlen beständig.

Als Vertreter aller Bergsportler fordern die Alpenvereine:
- Freier Zugang zu den Bergen. Der alpine Raum muss allen Menschen frei zugänglich sein und bleiben.
- Zurückhaltung statt Regelungswut. Es gibt mehr als genug Gesetze, um den Bergsportzu regeln. Diese sollten mit Augenmaß und Sachverstand angewandt werden.
- Auf Eigenverantwortung setzen. Der Bergsport ist umso sicherer, je kompetenter die Bergsportler sind.
- Den Wert von Risiko anerkennen. Eine Gesellschaft gewinnt, wenn ihre Mitglieder den bewussten Umgang mit Risiken erlernen und beherrschen.
- Einen angemessenen Risiko-Diskurs führen. Alpine Gefahren weder übertreiben noch herunterspielen.
- Naturräume als Gefahrenräume sehen und erhalten.

Rückfragen & Kontakt:

Oesterreichischer Alpenverein
Robert Renzler
Tel.: +43 (0)664 8556420
robert.renzler@alpenverein.at

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