Österreichs Städte: Motor und Seismograph im Tourismus

Wien (TP/OTS) - Mit Nächtigungszuwächsen weit über dem landesweiten Durchschnitt können heuer Österreichs Städte aufwarten und bestätigen damit wiederum eindrucksvoll ihren besonderen Stellenwert im heimischen Tourismus. Landeshauptstädte und Bundeshauptstadt gemeinsam erweisen sich mit einer durchschnittlichen Nächtigungssteigerung von 9,7 Prozent im Zeitraum Jänner bis August als der Motor, der für den touristischen Aufschwung nach dem Krisenjahr 2009 sorgt. Außerdem hat der Städtetourismus besonders ausgabefreudige Gäste und er steht für Ganzjahrestourismus. Ein Bremsklotz wäre die von der Bundesregierung geplante Flugticket-Abgabe. Sie würde die Städte mit ihrem hohen Anteil an internationalem Publikum am stärksten treffen.

In den Destinationen der ArGe Städte, der Arbeitsgemeinschaft der TourismusdirektorInnen aller Landeshauptstädte und Wiens, spürt man Bewegungen der Weltwirtschaft früher und intensiver als im landesweiten Tourismus. Zum einen, weil der Städtetourismus einen internationaleren Gästemix aufweist, zum anderen, weil er meist Zweit- oder Dritturlaub ist, auf den man bei schlechter Wirtschaftslage eher verzichtet als auf den Haupturlaub. Konjunkturschwankungen in ausländischen Märkten wirken sich da schneller und stärker aus - wie im Vorjahr, wo die Weltwirtschaftskrise nahezu alle Märkte deutlich sichtbar schwächte. Aus denselben Gründen gibt es heuer mit dem Abebben der Wirtschaftskrise das Kontrastprogramm: Die Destinationen der ArGe Städte trugen im Zeitraum Jänner bis August 2010 gemeinsam 11,1 Millionen Nächtigungen und damit einen Anteil von 11,6 Prozent zum landesweiten Tourismus bei. Die durchschnittliche Steigerung ihrer Nächtigungen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug 9, 7 Prozent. Damit haben sie für den positiven Nächtigungstrend Österreichs von + 0,6 Prozent in den ersten acht Monaten 2010 gesorgt, denn ohne ihren Beitrag hätte es landesweit einen Nächtigungsrückgang von 0,4 Prozent gegeben. An Ankünften verzeichneten die Städte insgesamt 5,3 Millionen in den ersten acht Jahresmonaten 2010. Das bedeutet, jeder fünfte Österreich-Besucher ist in eine Stadt gereist. Auch im internationalen Vergleich schneiden Österreichs Städte mit ihrem Plus von 9,7 Prozent überdurchschnittlich ab: Der Vergleichswert von 30 europäischen Städten liegt bei 7,2 Prozent.

Flugticket-Abgabe würde Städte besonders belasten

Zur am 23. November in Wien abgehaltenen Arbeitssitzung der ArGe Städte, unter dem Vorsitz von Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner, waren dessen AmtskollegInnen Eva Prischl/St. Pölten, MMag. Bert Brugger/Salzburg, KommR Dieter Graschitz/Eisenstadt, Dipl.-Bw. Georg Steiner/Linz sowie Mag. Dieter Hardt-Stremayr/Graz angereist und durften als Gast auch die Geschäftsführerin der Österreich Werbung Dr. Petra Stolba begrüßen. Die ArGe-Mitglieder Eva Windisch/Klagenfurt, Friedrich Kraft/Innsbruck und Eric Thiel/Bregenz konnten aus terminlichen Gründern nicht an der Sitzung teilnehmen.

Neben den Strategien und Aktivitäten der ArGe 2011 diskutierte man u.a. auch die voraussichtlichen Auswirkungen der von der Bundesregierung geplanten Flugticket-Abgabe. Diese wird von der ArGe Städte als unfreundlicher Akt nicht nur gegenüber Austrian Airlines bzw. deren neuen Eigentümer Lufthansa und FlyNiki betrachtet, sondern auch als Bremsklotz für die sich erst allmählich erholende österreichische Tourismuswirtschaft. Die Städte mit ihrer internationalen Gästestruktur und der daraus resultierenden stärkeren Ausrichtung auf Fernmärkte wären davon besonders stark betroffen. -Keine gute Strategie, denn (siehe oben) es sind die Städte, die den Gesamttourismus des Landes ankurbeln.

Städte bringen Ganzjahrestourismus und umsatzstarkes Publikum

Österreichs Städte stehen außerdem für den vielbeschworenen Ganzjahrestourismus, denn der Städtetourismus ist weitgehend saisonunabhängig und wetterresistent. Damit stellt er Ganzjahresarbeitsplätze in den entsprechenden Betrieben sicher und sorgt auch ganzjährig für beträchtliche Umsätze in der gesamten Destination. Sein Publikum ist nämlich generell ausgabefreudiger als jenes des Ferientourismus, auch ist der besonders umsatzstarke Geschäfts- und Kongresstourismus vorwiegend auf die Städte konzentriert. So lagen etwa 2009 die Gesamtausgaben der Gäste pro Kopf und Nächtigung in Wien bei durchschnittlich 276 Euro und damit um gut die Hälfte über dem österreichischen Durchschnitt (181 Euro). Für das laufende Jahr gibt es dafür noch keine Vergleichszahlen, aber einen interessanten Indikator von dem Mehrwertsteuerrückerstatter Global Blue. Er hat Daten darüber, wieviel allein Gäste aus Ländern außerhalb der EU für Einkäufe in Österreich ausgeben, und berichtet, dass dies im Zeitraum Jänner bis Oktober 207 Mio. Euro waren, um rund 25 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2009. Auf Wien entfielen davon 123 Mio. Euro, was eine Steigerung um rund 33 Prozent bedeutet.

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