Mitterlehner: Keine Gefahr für ÖW nach Wirtschaftskammer-Ausstieg Tourismusausschuss debattiert über Zukunft der Österreich Werbung

Wien (OTS) - Entwarnung gab Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner heute für die Österreich Werbung (ÖW). Im Rahmen einer aktuellen Aussprache des Tourismusausschusses meinte er, der für Ende 2011 angekündigte Ausstieg der Wirtschaftskammer aus der ÖW sollte nicht dramatisiert werden. Die Österreich Werbung werde handlungsfähig bleiben, sowohl hinsichtlich ihrer finanziellen Mittel als auch in Bezug auf ihre Strategie. So werde die ÖW keinerlei Einschränkungen bei der Bereitstellung ihrer Dotierung erleiden, die bisher von der Wirtschaftskammer geleisteten 8 Mill. Euro werden dem Tourismus weiterhin zur Verfügung stehen, versicherte der Minister, der im Übrigen für die Zukunft eine bessere Abstimmung mit den einzelnen Landestourismusorganisationen wünschte.

Mitterlehner ging in der Diskussion mit den Abgeordneten auch auf die aktuelle Lage im österreichischen Fremdenverkehr ein und betonte, man habe in der Krise richtig gehandelt, die Stimmung im Tourismus sei sehr gut. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen sei in der Branche in den letzten beiden Jahren dank gezielter Förderaktionen investiert worden, die Werbekampagne in den Nahmärkten habe sich als Erfolg erwiesen.

Abgeordneter Franz Hörl (V) reagierte mit Erleichterung auf die Aussagen Mitterlehners zur Österreich Werbung und bemerkte, nun gelte es, die Landestourismusorganisationen wieder an den Tisch zu bringen und zudem auch die großen Leitregionen im Westen, wie etwa Kitzbühel oder den Arlberg, stärker einzubinden. Sein Fraktionskollege Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V) hielt fest, das Wichtigste sei, dass die ÖW finanziell voll ausgestattet bleibe, die Organisation mache ihre Sache gut, der Tourismus habe sich als krisenfest erwiesen.

Abgeordnete Heidrun Silhavy (S) trat für eine stärkere Internationalisierung der ÖW ein und regte darüber hinaus unter Hinweis auf die Bedeutung des Tourismus für den ländlichen Raum auch eine entsprechende finanzielle Beteiligung der Landwirtschaft an den Werbeaktivitäten an.

Für eine intensivere Bearbeitung der außereuropäischen Hoffnungsmärkte sprach sich die Abgeordnete Carmen Gartelgruber (F) aus, während Abgeordneter Maximilian Linder (F) die Verselbständigung einzelner Landestourismusorganisationen positiv beurteilte und damit diesbezüglichen kritischen Stimmen aus der ÖVP entgegentrat. Abgeordneter Stefan Markowitz (B) appellierte an den Minister, noch einmal mit der Wirtschaftskammer zu verhandeln, und sah ebenso wie Abgeordnete Gabriela Moser (G) die Frage nach der Herkunft der zukünftigen Mittel für die ÖW noch offen.

Die Geschäftsführerin der ÖW Petra Stolba informierte die Ausschussmitglieder über die Strategien der Österreich Werbung und betonte, es gehe in Zukunft darum, die Marketingmittel durch Themensetzungen und Projekte stärker zu fokussieren, auch sei gedacht, die Länderorganisationen in Themenblöcke einzubetten. Als Kultur-Jahresthema für 2011 kündigte Stolba den Schwerpunkt "Festivals für alle Sinne" an.

Ausschuss fordert einheitliches Hotelsternsystem für ganz Europa

Einstimmigkeit herrschte über einen Fünf-Parteien-Antrag, in dem die Abgeordneten Heidrun Silhavy (S), Franz Hörl (V), Roman Haider (F), Gabriela Moser (G) und Stefan Markowitz (B) gemeinsam für eine europaweite Harmonisierung des Hotelsternsystems eintreten. Die Initiative stützt sich dabei auf eine bereits bestehende Standardisierung im Rahmen der Hotelstars Union, der auch Österreich angehört. Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V) trat in der Debatte zudem auch für die Schaffung einheitlicher vergleichbarer Qualitätskriterien für Wellness-Häuser ein.

Klaus Ennemoser, Obmann des Fachverbands Hotellerie in der Wirtschaftskammer, berichtete über den gegenwärtigen Stand der Harmonisierung der Hotelleistungen in der nunmehr bereits zehn Staaten umfassenden Hotelstars Union und erwartete sich davon ebenso wie Staatssekretärin Verena Remler Qualitätssicherung, aber auch Lenkungseffekte und eine Orientierungshilfe für die Gäste. Ennemoser rief die Regierung auf, sich für den Beitritt weiterer EU-Staaten zur Hotelstars Union einzusetzen und meinte, die Hotelklassifizierung werde sich vorerst auf den EU-Raum beschränken.

Lehrberuf Rezeptionist/Rezeptionistin: B-Antrag vertagt

Vertagt wurde hingegen ein Antrag des BZÖ, in dem Abgeordneter Stefan Markowitz die Schaffung eines eigenen Berufsbildes und eines Lehrberufs Rezeptionist/Rezeptionistin vorschlug. Abgeordneter Franz Hörl (V), der das Anliegen "von der Idee her" unterstützte, wies darauf hin, dass das Thema bereits von einem Fünf-Parteien-Antrag betreffend Attraktivierung der Lehrberufe behandelt werde. Abgeordnete Heidrun Silhavy (S) meldete grundsätzliche Bedenken gegen eine Verengung des Berufsbildes an, während Abgeordnete Birgit Schatz (G) Zweifel äußerte, ob der Job an der Hotelrezeption bei derzeit 1.300 Euro brutto attraktiv genug sei, um qualifizierte Interessenten zu finden. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at

TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT | NPA0004