Hotelstudie Salzburg: Bettenzuwachs geht weiter

ÖHV: Qualitäts- und Werbeoffensive soll Wirtschaftlichkeit der Qualitätshotellerie retten

Salzburg (TP/OTS) - Die Entwicklung des Hotelmarkts in der Stadt Salzburg erfordert von der Politik ein Umdenken in der Planung, so ÖHV-Landesvorsitzender Walter Veit: Statt zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, müsse die Wettbewerbsposition verbessert werden.

Mit knapp 1,9 Mio. Nächtigungen in gewerblichen Beherbergungsbetrieben verzeichnete die Stadt Salzburg im Vorjahr zwar das zweitbeste Ergebnis nach dem Mozartjahr 2006, der Nettozimmerpreis aber sackte laut Erhebungen von STR Global 2009 massiv ab und konnte sich auch 2010 nur leicht erholen: "Wir sind auf dem Preisniveau von vor zehn Jahren. Inflationsbereinigt liegen wir sogar um ca. 15 % darunter", fasst Walter Veit, Landesvorsitzender der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), die Fakten zusammen. Die Zahl der Hotelzimmer ist in den vergangenen zehn Jahren um 8,1 % auf ca. 5.500 gestiegen. "Zugenommen hat aber nur die Zahl der 4-Sterne-Betriebe, und zwar um mehr als 50 %. In allen anderen Kategorien ist die Zahl der Zimmer zurückgegangen", erklärt Mag. Lukas Hochedlinger, Manager Business Development Austria & CEE bei Christie + Co. Das Beratungsunternehmen für Hotelimmobilien hatte im Auftrag der ÖHV den Salzburger Hotelimmobilienmarkt analysiert.

Noch mehr Betten

Dennoch werden in den kommenden Jahren noch viele Hotelbetten dazukommen - mit den bekannten Auswirkungen auf bestehende Betriebe. "Würden alle Projekte realisiert werden, die derzeit in Bau bzw. in Planung sind, entspräche dies einer Angebotssteigerung bis 2013 von knapp 800 Zimmern bzw. 14 %", so Hochedlinger. "Auch wenn in den kommenden Jahren vornehmlich in die 3-Sterne-Kategorie investiert wird: Die Grenzen zwischen den Kategorien sind teilweise verschwommen, sodass mögliche Auswirkungen in Bezug auf Preisgefüge und Zimmerauslastung auch in anderen Segmenten spürbar werden könnten. Der zunehmende Wettbewerb durch wieder neue Hotels wird vermutlich den Druck auf jene mitarbeiter- und kostenintensiven 4-Sterne-Häuser weiter erhöhen, die schon jetzt in Richtung 3-Sterne-Segment positioniert sind", fasst Hochedlinger die zentrale Aussage der Studie im Auftrag der ÖHV zusammen. Das heißt für Veit im Klartext: "Wir brauchen keine neue Kapazitäten. Wir müssen den wirtschaftspolitischen Fokus auf die bestehenden Betriebe legen!"

Jetzt im Fokus: 3-Sterne-Hotellerie

Denn jetzt, so Veit, "zeigen sich die Konsequenzen des unkoordinierten Bettenausbaus: Das Preisniveau in den bisher so begehrten 4-Sterne-Betrieben ist so stark gesunken, dass internationale Investorengruppen und Immobilienentwickler sich jetzt den 3-Sterne-Bereich vornehmen. Dort erzielen sie mittlerweile mit weniger Mitteleinsatz denselben Preis." Die Stadt solle das Augenmerk darauf richten, dass diese Entwicklung nicht auf das Image der Tourismushochburg zurückschlägt: "Die Vier-Sterne-Hotels sind das Rückgrat im Salzburger Tourismus und im Wettbewerb um den Gast das Zugpferd, auf das wir setzen müssen. Wenn die Preise weiter sinken, werden sie irgendwann unrentabel. Und wie es derzeit aussieht, ist dieses ,irgendwann' schon bald!"

Investitionen in bestehende Hotels forcieren, Altstadt-Charme erhalten

Oberste Priorität, so Veit, müsse die Qualitätssteigerung und damit die Erhaltung des markt- und zeitgemäßen Angebots haben. Die Stadt Salzburg sei daher gut beraten, "in unserem gemeinsamen Interesse das Gleichgewicht zwischen Angebots- und Nachfrageentwicklung wiederherzustellen." Konkret denkt Veit dabei an "eine ganze Bandbreite nachfragefördernder Maßnahmen, um die bestehenden Betriebe besser am Markt zu platzieren. Die Politik ist jedenfalls angehalten, sich dazu Überlegungen zu machen, von Online-Offensiven bis hin zu Investitionsanreizen", so Veit. Da seien die Steiermark und Oberösterreich einen Schritt voraus, dort übernehmen die Länder im Rahmen einer One-Stop-Shop-Lösung mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) die Zinsen für ERP-Kredite: "Da haben wir Nachholbedarf", konstatiert Veit. Investitionen in die Hardware sollen forciert werden, um den Charme der Salzburger Hotellerie erhalten zu können, laufende Kosten niedrig gehalten werden. "Dazu zählen auch Steuern und Taxen."

Sonntagsöffnung und neue Pricing-Strategien

Darüber hinaus könnte die Nachfrage auch durch die von der ÖHV lange geforderte Sonntagsöffnung in der Altstadt während der Festspiele und im Advent gesteigert werden. Seinen Kollegen legt Veit neue Preisstrategien ans Herz: "Das Spiel gewinnt, wer Preis und Auslastung in ein Verhältnis bringt, von dem beide Seiten profitieren. Frühbucherboni, mit denen der Hotelier Zimmerauslastung und Ertrag steuern kann, freuen auch den Gast!"

Die ÖHV gestaltet als freiwillige und parteiunabhängige Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. 1.200 Mitgliedsbetriebe, davon 221 in Salzburg (inkl. 37 in der Stadt Salzburg), nutzen operative Dienstleistungen in Marketing und Weiterbildung genauso wie ihren Vorsprung durch Innovation und Vernetzung. Mit rund 152.000 Betten - das entspricht zwei Drittel der Kapazität in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als 40.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Logisumsatz von ca. 900 Mio. Euro.

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft generierte als Österreichs Wirtschaftsmotor 2010 über direkte und indirekte Wertschöpfung 15,1 % des BIP und jeden 5. Vollarbeitsplatz.

Christie + Co wurde 1935 in London gegründet und ist die Nummer 1 für Hotelimmobilien in Europa. Das Unternehmen begleitet auch Transaktionen von Gastronomie-, Freizeit-, Senioren- sowie Einzelhandelsimmobilien und bietet fundierte Beratungs- und Bewertungsdienstleitungen an. Christie + Co beschäftigt über 250 Experten, die neben ihrer Kenntnis der regionalen und überregionalen Märkte auch über ein breites Know-how in Bezug auf aktuelle Markttrends und örtliche Besonderheiten verfügen. Das Unternehmen unterhält europaweit 25 Niederlassungen, unter anderem seit 1. September 2010 in Wien. Weitere Informationen finden Sie unter www.christie.com sowie www.christiecorporate.com.

STR Global - ein Kooperationspartner der ÖHV - der Marktführer im weltweiten Hotel Benchmarking, geht aus einem Zusammenschluss der in London niedergelassenen HotelBenchmark(TM) Survey von Deloitte und The Bench sowie dem in Nordamerika operierenden Unternehmen Smith Travel Research (STR) hervor.

Die Studie von Christie+Co. Hotelmarkt Stadt Salzburg finden Sie hier zum Download: http://www.tourismuspresse.at/redirect/oehv30

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