WKÖ-Schenner: Tourismuswirtschaft bereit für Arbeitsmarktöffnung am 1. Mai

AMS-Chef Kopf: Tourismus bleibt zentrale Stütze am heimischen Arbeitsmarkt - Ausbildung bleibt zentrales Thema und Herausforderung für die Branche

St. Anton/Arlberg (TP/OTS) - "In wenigen Tagen wird endlich eine langjährige Forderung der Tourismuswirtschaft Realität", ruft der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft die Arbeitsmarktöffnung für acht weitere EU-Länder in Erinnerung. Damit wird in der Branche eine möglichst bürokratiefreie, einfache Beschäftigung von Mitarbeitern aus jenen Ländern, die ab 1. Mai der Arbeitnehmerfreizügigkeit unterliegen, ermöglicht. Die von vielen selbsternannten Experten befürchtete Überschwemmung des heimischen Arbeitsmarktes werde aber, so Schenner vor Journalisten am Arlberg, weitestgehend ausbleiben:"Viele Arbeitnehmer aus unseren östlichen Nachbarländern sind oder waren bereits da." Sei es beispielsweise durch Saisonnierkontingente, mittels Fachkräfteverordnung oder mittels Praktikanten- bzw. Grenzgängerabkommen. Lediglich aus Ungarn erwartet der Tourismus-Sprecher, aufgrund der derzeitig schwierigen wirtschaftlichen Situation, verstärktes Interesse.

Keinen Grund zur Sorge sieht auch der Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich, Johannes Kopf, der bestätigt, dass der Arbeitsmarkt im Tourismus sehr gut läuft. Die Beschäftigung im Tourismus und Gastgewerbe wächst, von 2008 - dem Jahr der Hochkonjunktur - bis 2010 stieg die Zahl der Beschäftigten um 4.200 oder 2,4 Prozent auf insgesamt 181.000 Personen an. Damit war die Tourismusbranche auch in der Wirtschaftskrise eine zentrale Stütze für den österreichischen Arbeitsmarkt. Bis zum Jahr 2014 wird von der Synthesis Forschungsgesellschaft ein weiteres Ansteigen der aktiv Beschäftigten auf insgesamt 190.600 prognostiziert.

Auch hinsichtlich jener ausländischer Mitarbeiter, die nicht ab 1. Mai automatisch bei uns eine Beschäftigung aufnehmen dürfen, ist der Tourismus künftig bestens aufgestellt, zeigte sich Schenner überzeugt. Zum einen konnte für langjährige Saisoniers aus Drittstaaten gemeinsam mit der Gewerkschaft ein Stammsaisonier-Modell entwickelt werden, das langjährigen Mitarbeitern eine Zukunft auf dem heimischen Arbeitsmarkt sichert. Zum anderen wird es auch in Zukunft selbstverständlich ein angemessenes Saisonierkontingent geben. "Wir haben mit Sozialmninister Hundstorfer und vida-Vorsitzenden Kaske kompetente und seriöse Partner in Sachen Arbeitsmarkt, die Handschlagqualität besitzen", unterstrich Schenner die gute sozialpartnerschaftliche Kommunikation.

Für Dominik Walch vom Institut für Höhere Studien (IHS) stellen die starken Nachfrageschwankungen, mit denen der Tourismus konfrontiert ist, eine der größten Herausforderungen für die Branche dar: "In Spitzenzeiten muss im Hotel- und Gastgewerbe die Kernbelegschaft, die rund dreiviertel der Arbeitsleitung im Tourismus erbringt, durch zusätzliche Arbeitskräfte ergänzt werden."
Einen wesentlichen Schwerpunkt für die Branche sehen sowohl Schenner als auch die Experten im Thema Ausbildung. "Wie alle anderen Branchen ist auch der Tourismus nur dann leistungsfähig, wenn er auf gut qualifiziertes Personal zurückgreifen kann", erklärte Kopf. Um Betriebe im Tourismus und Gastgewerbe mit gut ausgebildetem Personal zu versorgen, bietet das AMS Höherqualifizierungen für Arbeitslose und Beschäftigte und untersucht - gemeinsam mit Vertreter/innen der Wirtschaft - den zukünftigen Qualifikationsbedarf der Branche. "Neue Gästegruppen, wie beispielsweise aus Indien oder China, und neue Trends, wie der Gesundheitstourismus oder Erlebnisurlaub, erfordern neue Qualifikationen. So benötigen Beschäftigte im Tourismus in Zukunft nicht nur spezifische Fach- und Sprachkenntnisse, sondern auch ein breites Anwendungswissen beispielsweise in den Bereichen IT und neue Technologien, interkulturelle Kompetenzen oder Prozess- und Projektmanagement", so Kopf abschließend.

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