Jeder zehnte Städtetourist ist ein Tagungsgast

ACB und ÖW präsentieren Österreichische Kongressstatistik 2010

Wien (TP/OTS) - Das Austrian Convention Bureau (ACB) und die Österreich Werbung (ÖW) präsentierten heute die bislang umfangreichste und detaillierteste statistische Untersuchung der heimischen Kongress- und Tagungsindustrie. Nach den ersten statistischen Erhebungen im Jahr 2009 sind heuer mehr als doppelt so viele Daten von der heimischen Kongress- und Tagungsbranche abgegeben worden. Die Kongressstatistik 2010 liefert somit ein deutlich repräsentativeres Ergebnis.

Insgesamt wurden im Jahr 2010 rund 6.000 Kongresse und Firmentagungen mit einer Teilnehmerzahl von mehr als 860.000 Personen abgehalten. Statistisch betrachtet fanden damit pro Tag 16,7 Kongresse statt. Durch Kongresse und Firmentagungen wurden über 2 Millionen Nächtigungen erzielt. Der Nächtigungsanteil der Tagungswirtschaft betrug 2010 mehr als 10 % im Städtetourismus und knapp 2 % am gesamten österreichischen Tourismusmarkt. Das heißt, jeder zehnte Gast ist auf Grund eines Kongresses oder einer Tagung in der Stadt.

"Die Kongressstatistik untermauert die Kompetenz Österreichs als eine der führenden Kongressdestinationen weltweit. Die vielen nationalen und internationalen Gäste schätzen nicht nur unsere Gastfreundschaft, sondern vor allem auch die ausgezeichnete Angebotsqualität und Innovationskraft der heimischen Unternehmen. Die aktuelle Kongressstatistik 2010 bestätigt aber auch die Bedeutung des damit verbundenen touristischen Aufkommens - und zwar saisonunabhängig und österreichweit. Vor allem in den Landeshauptstädten ist das Kongress- und Tagungsgeschäft ein wichtiger und gewinnbringender Wirtschaftszweig", erklärt Dr. Petra Stolba, Geschäftsführerin der ÖW bei der heutigen Pressekonferenz.

Christian Mutschlechner, Präsident des ACB, meint zur neuen Kongressstatistik: "In den nächsten Jahren sollen die Daten so konsistent und detailliert aufbereitet werden, dass die Statistik nachhaltig verwendet werden kann und eine wirtschaftliche Bewertung der gesamten österreichischen Kongress- und Tagungsbranche sowie ein fortlaufender Jahresvergleich möglich sein wird. Wir werden hart daran arbeiten, um dieses Ziel zu erreichen und danken schon jetzt unseren Partnern, insbesondere den Convention Bureaus, für die Mithilfe."

Kongresse und Firmentagungen im Vergleich

Im letzten Jahr fanden insgesamt 2.458 Kongresse in Österreich statt. Davon waren 60 % national und 40 % international. Bei den 3.705 Firmentagungen ist der nationale Anteil noch ausgeprägter, nämlich 73 %. Hinsichtlich der durchschnittlichen Teilnehmerzahl sind Kongresse viermal größer als Firmentagungen.

Zwar haben mehr nationale Kongresse stattgefunden, internationale Veranstaltungen dieser Art weisen aber eine vielfach höhere Teilnehmerzahl auf. Demzufolge wurde ein Großteil der Nächtigungen hauptsächlich durch internationale Kongresse generiert. Ein internationaler Kongressgast bleibt im Durchschnitt 4,5 Nächte, ein österreichischer hingegen nur 1,2 Nächte.

Die beliebtesten Tagungslocations und -themen

Universitäten und Bildungseinrichtungen sind mit einem Anteil von rund 25 % die beliebtesten Austragungsorte von Kongressen. An zweiter Stelle rangieren Kongress-, Messe- und Veranstaltungszentren mit knapp 24 %, gefolgt von Kongress- und Konferenzhotels mit 23 %.

Worüber wird am meisten getagt? Hier dominieren eindeutig medizinische Themen (30 %) gefolgt von Wirtschaft & Politik (21 %) sowie Geisteswissenschaften (12 %). Während bei diesen Kongressthemen die Teilnehmer überwiegend aus dem Inland kommen, weisen Technik- und IT-Kongresse mehr internationale Teilnehmer auf.

Kongresse stärken die Nebensaisonen

In der Monatsverteilung 2010 kristallisierte sich der Herbst als der beliebteste Zeitraum für Kongresse heraus. Der September ist mit rund 13,1 % der Spitzenmonat, gefolgt von den Monaten November 12,8 %, Oktober 12,1 %, Mai 11,4 % und April 10,4 %. Dieses Ergebnis beweist, dass Kongresse und Tagungen nicht nur saisonunabhängig sind, sondern gerade die saisonschwachen Monate, wie z.B. Oktober oder November "auffetten" und damit für den österreichischen Tourismus enorm wichtig sind.

Bundesländerranking: 62 % in den Bundesländern - 38 % in Wien

Wien nimmt mit 935 Kongressen nach wie vor die Führungsposition im Vergleich der Bundesländer ein. 2010 entfielen 38 % auf Wien und 62 % auf die restlichen Bundesländer. Wien hat damit in der Statistik die Nase vorne, allerdings nicht so deutlich wie vielleicht angenommen. Nach der Bundeshauptstadt folgen die Bundesländer Tirol mit 302 Kongressen und Salzburg mit 290 Kongressen.

Auch bei den Firmentagungen liegt Wien mit rund 2.000 Tagungen an erster Stelle, gefolgt von Oberösterreich mit 545 und Tirol mit 342 Tagungen. Werden nur die Teilnehmerzahlen in Betracht gezogen, so liegt auch hier Wien mit großem Abstand voran, gefolgt von Salzburg und Tirol.

Städte als Sieger im Kongressranking

Kongresse sind eindeutig in Städten zu Hause. So wurden 71 % der österreichweiten Kongresse 2010 in Landeshauptstädten abgehalten.

Während die gesamte Tagungswirtschaft (Kongresse und Firmentagungen) einen Anteil am Tourismus in Österreich von 1,74 % hat, beträgt der Anteil in den Landeshauptstädten stolze 10,21 %. Die Nummer eins ist und bleibt Wien als führende Hauptstadt von Kongressen und Firmentagungen. Danach rangiert die Stadt Salzburg -sowohl was die Anzahl an Veranstaltungen als auch an Teilnehmern betrifft. Auf den weiteren Plätzen folgen Innsbruck bzw. Graz.

Betrachtet man die Nächtigungen, so verzeichnet Wien über eine Million Kongress-Nächtigungen, gefolgt von Tirol mit rund 198.100 und Salzburg mit rund 152.700. Danach rangieren die Steiermark und Oberösterreich.

Was den Anteil der Kongressnächtigungen an den Gesamtnächtigungen in den Landeshauptstädten betrifft, so liegt Graz an erster Stelle. 9,81 % aller Nächtigungen in Graz entfallen auf Kongressgäste. Knapp dahinter liegt Wien mit 9,7 %. Den dritten Platz nimmt St. Pölten mit rund 8,95 % ein.

Vergleich 2009/2010: weniger internationale Teilnehmer, kürzere Dauer

Generell sind die hohen Steigerungsraten bei Kongressen und Firmentagungen auf die gestiegene Meldemoral der Kongress- und Tagungsbranche zurückzuführen. Rund 1.100 Tagungslocations in der Datenbank der österreichischen Kongressstatistik haben 2010 Veranstaltungen gemeldet - das bedeutet gegenüber 2009 eine Steigerung um 59 %.Vergleiche können unter Berücksichtigung dieser Tatsache nur sehr eingeschränkt gezogen werden.

Insgesamt wurden rund 40 % mehr Kongresse gezählt. Mit einem Zuwachs von 60 % sind vor allem die nationalen Veranstaltungen für die Veränderung ausschlaggebend. Internationale Kongresse verzeichneten ein Plus von 17 %. Die Gesamt-Teilnehmerzahl stieg hingegen nur um 21 %, was ausschließlich auf mehr Gäste bei nationalen Veranstaltungen zurückzuführen ist. Bei der internationalen Teilnehmerzahl wurde hingegen ein Rückgang von 3 % verzeichnet.

Generell ist zu sagen, dass bei internationalen Kongresse die Teilnehmer weniger (durchschnittlich 303 Teilnehmer) und die Dauer kürzer geworden ist (3,19 Tage). Die durchschnittliche nationale Teilnehmerzahl ist zwar annähernd gleich geblieben, aber auch hier zeichnet sich ein Trend in Richtung verkürzter Kongressdauer auf. Punkto Themen und Monatsverteilung sind die Ergebnisse von 2009 und 2010 ähnlich.

Download-Adresse für Unterlagen und Fotos:
http://www.acb.at/pressedownloads

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