Vermögenssteuer existenzbedrohend für Tourismus

Steuern auf Arbeit UND Vermögen nicht verkraftbar

Wien (TP/OTS/ÖHV) - Wer Spekulanten besteuern und Vermögen gerecht verteilen will, muss auf Kollateralschäden aufpassen - etwa Arbeitsplätze im kapitalintensiven Tourismus. Die wirtschaftliche Lage der Hotellerie lasse keine weiteren Belastungen mehr zu, warnt die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV).

"Die Hotellerie wäre von einer Vermögenssteuer schlichtweg in ihrer Existenz gefährdet", kommentiert ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn diese Steueridee am Beispiel des Tourismus. Die Hotellerie sei eine der wenigen Branchen, die gleichzeitig von hohen Mitarbeiterkosten (etwa 35 bis 40 % der Einnahmen) und von kapitalintensiven Investitionen (100.000 bis 200.000 Euro Baukosten pro 4-/5-Sternzimmer) betroffen sei.

Hotellerie kann nicht Steuern auf Arbeit und auf Vermögen stemmen

"Ein Hotelbetrieb verfügt notwendigerweise über einen hohen Substanzwert, schließlich wollen die Gäste in guter Lage wohnen und einen gewissen Komfort konsumieren. Der Hotelier kann als Dienstleister von seinen Investitionen aber nicht direkt profitieren, weil guter Service eine hohe Arbeitsintensität mit sich bringt. Ein Produktionsbetrieb kauft sich eine neue Maschine und senkt damit seinen Mitarbeiterstand. Ein Hotelier investiert in den Wellnessbereich und braucht noch mehr Leute für den entsprechenden Service," illustriert Reisenzahn die vergleichsweise geringen Ertragschancen im Tourismus.

Wer moniere, dass Vermögen in Österreich kaum besteuert wird, dürfe nicht auf die Gesamtbelastung des Faktors Arbeit vergessen, so Reisenzahn: "An die ewigen Beteuerungen, dass im Abtausch für eine Vermögenssteuer endlich die Lohnnebenkosten sinken, kann der gelernte Österreicher nicht so recht glauben. Da reicht ein Blick auf Staatsschulden und Eurokrise."

Die wirtschaftliche Lage der Hotelbetriebe: Am Rande der Rentabilität

Neben zusätzlichen Steuern würden auch die bald wieder steigenden Kreditzinsen eine Herausforderung für den Tourismus und dessen Zulieferbranchen, legt das Wirtschaftsministeriums im Tourismuslagebericht 2010 anhand der aktuellen betriebswirtschaftlichen Zahlen klar dar: "Dies bedeutet, dass sich eine Vielzahl von Unternehmen in einer wirtschaftlich angespannten Situation befindet", so die Experten der Tourismusbank ÖHT in dem offiziellen Bericht.

Die ÖHV gestaltet als freiwillige und parteiunabhängige Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. 1.200 Mitgliedsbetriebe nutzen operative Dienstleistungen in Marketing und Weiterbildung genauso wie ihren Vorsprung durch Innovation und Vernetzung. Mit rund 152.000 Betten - das entspricht zwei Drittel der Kapazität in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als 40.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Gesamtumsatz von rund 3 Mrd. Euro. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft generierte als Österreichs Wirtschaftsmotor 2010 über direkte und indirekte Wertschöpfung 15,1 % des BIP und jeden 5. Vollarbeitsplatz.

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