Ausstellung "Passheiligtum Hochtor" an der Glocknerstraße erweitert!

Salzburg (TP/OTS) - Am höchsten Punkt der Durchzugsstraße der Großglockner Hochalpenstraße, auf 2.504 m Seehöhe, wird dem Besucher eine weitere wetterunabhängige, nationalparkgerechte Attraktion geboten:

Wie hat das römische Passheiligtum am Hochtor wirklich ausgesehen? Den Besuchern wird ein realer Eindruck vom Aussehen des keltisch-römischen Passheiligtums gegeben. Anhand wissenschaftlicher und vergleichender Studien der Bein- und Armfragmente von nahezu 30 Bronzestatuetten schloss man auf das Aussehen der Götterstatuetten.

Der erst kürzlich aufgefundene und ab jetzt ausgestellte 5,5 cm messende Bronzefuß gehörte beispielsweise zu einer fast 50 cm großen Jupiterfigur. Weiters wurden allein heute fünf (!), sohin gesamt zehn, keltische Kleinsilbermünzen sowie weitere Fragmente von Statuetten und römische Eisenbarren (alte Handelsware) gefunden.

Die neue Ausstellung "Passheiligtum Hochtor" ist eine Zeitreise durch die Jahrtausende, in der der Glocknerübergang die kürzeste Handelsroute zwischen Deutschland im Norden und dem Welthandelszentrum Venedig im Süden darstellte. Sie erzählt auch von der Suche nach dem Rohstoff Bergkristall und von den Goldbergwerken entlang der Straße. Vor knapp 500 Jahren brachten rund 3.500 Bergleute aus der Region fast 10 Prozent der damaligen weltweiten Goldproduktion zu Tage!

Mittelalterliche Stoffe und Schuhe, Goldgräberwerkzeuge und die Reste eines Goldgräbers samt Münzen und Beifunde, der um 1792 in einer Gletscherspalte ums Leben kam, geben Eindrücke aus der Zeit der Schatzgräber. Eine 8m lange Sklavenkette erinnert an den Menschenhandel über den Pass, um Venedig mit Galeerenruderer zu versorgen.

Auch die für die Sommermonate 2011 geplanten archäologischen Nachsondierungen zwischen dem Portal des Hochtortunnels und der Scharte, haben soeben begonnen.

Gestaltung und wissenschaftliche Aufbereitung der Ausstellung erfolgte durch Herrn Univ.-Doz. Dr. Paul Gleirscher (Landesmuseum Kärnten) und Herrn Dr. Georg Kandutsch (Arriach): "Die Ausstellung bietet den Besuchern zusätzlich die Möglichkeit, sich über die Jahrtausende alte Geschichte dieser Handelsroute zu informieren."

Hintergrundinfo:

Der Planer der Großglockner Hochalpenstraße Franz Wallack erwähnte immer wieder, dass seine Trasse auf weiten Teilen dem römischen Handelsweg folgt. Mit dem Fund einer bronzenen Römerstatuette des Herkules an der Südseite des Hochtortunnels (anlässlich der Bauarbeiten 1933) erhielt diese Annahme einen konkreten Beweis.

Nach jahrelangen wissenschaftlichen Disputen um die Echtheit dieses Fundes wurden (1992-1995) umfangreiche Grabungen im Bereich des Überganges vorgenommen. Die Funde enthielten auch über 200 keltische und römische Münzen, die als Opfergaben am Passheiligtum gespendet wurden und den Beweis für die Existenz eines Passheiligtums lieferten. Sie erzählen von der Dankbarkeit der Menschen, die unter vielen Gefahren dieses Hochgebirge überwanden.

Weitere Ausstellungen entlang der Großglockner Hochalpenstraße:
- "Alpine Ökologie" im Haus Alpine Naturschau, betrachtet anhand modernster Museumsdidaktik für Jung und Alt die Naturräume, Tier- und Pflanzenwelt im Hochgebirge
- "Erfolgsgeschichte des Automobils" auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, mit rund 30 historisch wertvollen Fahrzeugen aus der Automobil- und Motorradgeschichte.

Beide Ausstellungen sind neu und machen einen Ausflug auf der Großglockner Hochalpenstraße bei (fast) jedem Wetter zu einem besonderen Erlebnis.

Rückfragen & Kontakt:

Zur Großglockner Hochalpenstraße allgemein:
Daniela Laimer
Tel.: +43 (0)662 87 36 73-23
http://www.grossglockner.at

Zu den Themen der Ausstellung:
Hr. Dr. Georg Kandutsch
Tel.: +43 (0)664 28 32 689

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