IV-Präsident fordert Steuererhöhung

Sorgers peinlicher Umfaller: Forderung nach Steuersenkung gilt nur für IV-Betriebe

Wien (TP/OTS/ÖHV) - Nicht nachvollziehbar ist für die ÖHV-Präsidenten Peer und Schellhorn die Forderung von IV-Präsident Sorger, die Mehrwertsteuer für Hotels zu erhöhen.

IV-Präsident Veit Sorger forderte im Klub der Wirtschaftspublizisten die Abschaffung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Hotels. "Das ist ein Schlag ins Gesicht aller, die die Industriellenvereinigung als Bollwerk gegen Belastungen und aktiven Vertreter einer progressiv-liberalen Wirtschaftspolitik gesehen haben. Nach dieser Aussage sieht es aber eher so aus, als wäre die IV nicht mehr als einer der Vereine, die nur auf Eigennutz ausgerichtet sind. Mit dieser Aussage hat Sorger einer namhaften Institution sehr geschadet", bedauern Peter Peer und Sepp Schellhorn, die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV).

ÖHV an IV: Mit Entlastung statt Belastung zu Steuer-Mehreinnahmen

Zudem zeichne Sorger sich angesichts einer derartigen Aussage nicht durch Kenntnis der Materie aus: "Die von Sorger kritisierte Hacklerregelung ist tatsächlich konkurrenzlos, aber unsere Hotellerie steht, wie er sicher auch weiß, im internationalen Wettbewerb. Die Schweiz und Deutschland verzeichnen mit 3,8 % und 7 % deutlich niedrigere Mehrwertsteuersätze, die sich auch volkswirtschaftlich auswirken: Während die Schweiz den niedrigeren Mehrwertsteuersatz gerade jetzt dringend braucht, um die Währungsschwankungen zumindest zum Teil auszugleichen, profitiert ganz Deutschland. Mit einem Beschäftigtenplus von 2,89 % lag die Hotellerie im vergangenen Jahr deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Trend. In Frankreich führte die Mehrwertsteuersenkung von 19,6 % auf 5,5 % zu 63.000 neuen Stellen in Hotels und Restaurants in den vergangenen zwei Jahren.

Tourismus investiert vor Ort, geförderte Industrie lagert aus

Geradezu skurril mutet Sorgers Forderung vor dem Hintergrund an, dass im heurigen Sommer der produzierenden Industrie wieder mit 35 Mio. Euro unter die Arme gegriffen wurde: "Die Industrie greift gerne in den Fördertopf. Wenn im Gegenzug dann in erster Linie Arbeitsplätze ausgelagert werden, hat das mit Export nicht mehr viel zu tun", so Schellhorn. Ein Blick auf die von der Nationalbank erstellte Leistungsbilanz zeigt, dass die Güterexporte für Österreich ein Verlustgeschäft sind: Der Saldo weist ein Minus von 3,2 Mrd. Euro aus. Ohne das Plus von 13,1 Mrd. im Dienstleistungsbereich, das hauptsächlich vom Tourismus getragen wird, stünde Österreich finanziell sehr schlecht da. "Herr Sorger vertritt ganz offensichtlich Partikularinteressen, die er seinen Mitgliedern schuldig ist. Die Bundesregierung wäre gut beraten, die Tourismusexporte abzusichern, um die bevorstehenden Rückgänge und Massenentlassungen in der Industrie finanzieren zu können", so Peer.

Die ÖHV gestaltet als freiwillige und parteiunabhängige Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. 1.200 Mitgliedsbetriebe nutzen operative Dienstleistungen in Marketing und Weiterbildung genauso wie ihren Vorsprung durch Innovation und Vernetzung. Mit rund 152.000 Betten - das entspricht zwei Drittel der Kapazität in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als 40.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Gesamtumsatz von rund 3 Mrd. Euro. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft generierte als Österreichs Wirtschaftsmotor 2010 über direkte und indirekte Wertschöpfung 15,1 % des BIP und jeden 5. Vollarbeitsplatz.

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