Fremdenführer - Das Aushängeschild Nummer eins im österreichischen Tourismus - Status und Perspektiven

Wien (TP/OTS) - In Österreich gibt es rund 1700 FremdenführerInnen, davon etwa 800 in Wien. Bereits 35 % der Guides üben das Gewerbe hauptberuflich aus, zwei Drittel der Mitglieder der Berufsgruppe sind weiblich. Die Tätigkeit eines einzigen hauptberuflichen Fremdenführers strahlt jährlich auf bis zu 40.000 Personen aus, stellt man in Rechnung, dass die von Fremdenführern betreuten Gäste ihre Erfahrungen in Österreich anderen Personen weiterberichten.

Von 15. bis 18. November treffen sich in Wien Österreichs FremdenführerInnen zu ihrem bundesweiten Fachsymposium. Dieser Kongress, der in der Wirtschaftskammer Österreich, der Wirtschaftskammer Wien und in mehreren Locations in Wien stattfindet, dient einerseits der fachlichen Weiterbildung der Berufsgruppe (mit Themen wie z.B. "Ökotourismus und Nachhaltigkeit", "Jüdisches Museum", "Fachworkshop Ethnic Guiding"), befasst sich darüber hinaus aber auch mit wichtigen aktuellen europarechtlichen Aspekten. Damit sind zugleich die wesentlichen Anforderungen an die Branche definiert.

Das genaue Kongressprogramm unter:
www.freizeitbetriebe-wien.at/guides/download/FFKongress_Wien_2011.pdf

Alle Interessierten JournalistInnen sind sehr herzlich zum Kickoff eingeladen, wo Ihnen die unten angeführten Interviewpartner sehr gerne zur Verfügung stehen.

Fremdenführer - ein qualifizierter Beruf

Wer in Österreich FremdenführerIn werden möchte, muss einen strengen staatlichen Befähigungsnachweis (4 Semester Ausbildung am WIFI der Wirtschaftskammer, staatliche Prüfung) erbringen und dann eine Gewerbeanmeldung vornehmen. Gefordert sind neben den beruflich-fachlichen Kenntnissen vor allem in Geschichte und Kunstgeschichte auch rhetorische und kommunikative Fähigkeiten, rechts- und betriebswirtschaftliches Wissen, sowie die perfekte Beherrschung zumindest einer Fremdsprache.

Fremdenführer zählen zu den engsten und unmittelbarsten Bezugspersonen der Touristen in Österreich, und so kommt den Guides auch eine große Verantwortung in der Vermittlung unserer Kultur im gesamteuropäischen Kontext zu.

"Der Fremdenführerberuf ist daher dezidiert nicht der Neben-, Gelegenheits- oder "Studenten"job, als der er manchmal immer noch dargestellt wird", betont Gertraud Schmidt, Sprecherin der FremdenführerInnen in der Wirtschaftskammer Wien und zuständig für die Organisation des Kongresses.

FremdenführerInnen - hochqualifiziert in Europa

In vielen europäischen Ländern, vor allen in der Südhälfte des Kontinents (z.B. Italien, Griechenland, Zypern, Spanien Portugal, Malta), ist der Fremdenführerberuf ebenso qualifiziert wie in Österreich. Die Europäische Richtlinie über Anerkennung von Berufsqualifikationen stellt sicher, dass dermaßen ausgebildete FremdenführerInnen in allen Ländern des EWR ihre Leistungen erbringen dürfen. Voraussetzung ist lediglich einmal jährlich eine Dienstleistungsanzeige bei der zuständigen Behörde im jeweiligen Gastland.

"FremdenführerInnen aus nicht reglementierten Ländern, z.B. aus Deutschland oder aus Skandinavien, dürfen dagegen bei uns nur dann führen, wenn sie in ihrem Heimatland innerhalb der letzten 10 Jahre den Fremdenführerberuf zumindest 2 Jahre lang nachweislich ausgeübt haben", sagt Klaus Vögl, zuständiger Jurist in der Wirtschaftskammer.

Fremdenführer versus Reiseleiter - zwei grundsätzlich verschiedene Berufe!

Während Fremdenführer auf Grund ihrer regional erworbenen Qualifikation eher ortsbezogen tätig sind, ist es Aufgabe des Reiseleiters, Gäste auf einer Reise zu begleiten. Reiseleiter dürfen ihre Tätigkeit, die gesetzlich nicht reglementiert ist, in ganz Europa ungehindert ausüben, aber nicht in die Rechte der FremdenführerInnen eingreifen; sie dürfen daher auf öffentlichen Straßen und Plätzen nur kurze Hinweise auf Sehenswürdigkeiten abgeben. Der Reiseleiterberuf ist in Österreich ein freies Anmeldegewerbe ohne gesetzlich geforderte Befähigung, das WIFI bietet auch dafür einen Ausbildungslehrgang an.

Der Unterschied zwischen den beiden Berufen ist in einer Europäischen Norm (CEN 13809) definiert.

Daher: Der oft zitierte "Reiseführer" ist keine Person, sondern ein Buch!

Leider halten sich nicht alle Reiseleiter an diese Abgrenzung. Die Wirtschaftskammer führt daher regelmäßig in Wien Kontrollen gemeinsam mit dem Marktamt durch. "Dabei geht es uns primär nicht um eine Bestrafung, sondern um eine Aufklärung der Gewerbetreibenden über die Abgrenzung der Berufe", versichert Markus Grießler, Obmann der zuständigen Fachgruppe in der Wirtschaftskammer Wien.

Fremdenführer - Ausbildung europäisch zertifiziert!

Die Fremdenführerausbildung am Wiener WIFI ist vor kurzem als erste ihrer Art in Österreich nach der Europäischen Norm CEN 15565 qualitätszertifiziert worden. Damit ist garantiert, dass jeder, der sich am WIFI der Fremdenführerausbildung unterzieht, nach europäischem Standard qualifiziert ist.

Neu: Bundesweite interaktive Datenbank www.findaguide.at

Ganz neu präsentiert sich unsere Datenbank, in der tagesaktuell österreichweit die FremdenführerInnen mit ihren Angeboten und Sonderleistungen nach den verschiedensten Abfragekriterien gesucht werden können. Bitte einfach ausprobieren!

Rückfragen & Kontakt:

Gertraud Schmidt, Berufsgruppensprecherin der Wiener FremdenführerInnen in der Wirtschaftskammer, E: office@go-schmidt.at; T: 01 514 50 DW 4212, oder DW 4211Dr. Mag. Klaus Christian Vögl, Geschäftsführer der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe in der Wirtschaftskammer Wien, für alle rechtlichen Anfragen, E: klaus.voegl@wkw.at; T: 01 51450 DW 4212Florian Hager, WIFI Wien, für Anfragen zur Fremdenführerausbildung, E: hager@wifiwien.at; T: 01 47677 DW 5520Markus Grießler, Obmann der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe in der Wirtschaftskammer Wien, E: griessler@hofbauer.at; T: 01 514 50 DW 4212, oder DW 4211

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