Hundstorfer, Kaske, Schenner: "Rasch auf Herausforderungen im Tourismus reagieren!"

5. Arbeitsmarktgipfel von vida und WKÖ behandelt drohende Probleme am touristischen Arbeitsmarkt - Neues Pilotprojekt für Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen im Tourismus

Wien (TP/OTS) - "Der Tourismus ist für Österreich ein enorm wichtiger Wirtschafts- und Jobmotor, der gerade in wirtschaftlich unsicheren und fordernden Zeiten nicht ins Stottern geraten darf", zeigen sich Sozialminister Rudolf Hundstorfer, vida-Vorsitzender Rudolf Kaske und Hans Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich des fünften Arbeitsmarktgipfels der Sozialpartner vida und WKÖ, heute Dienstag, einig. Entscheidend sei es, rechtzeitig mit gebündelten Kräften die anstehenden Hausaufgaben zu erledigen, um für die großen Herausforderungen am touristischen Arbeitsmarkt gerüstet und bestens aufgestellt zu sein.

Hundstorfer: Tourismusbranche ist und bleibt wesentlicher Wirtschaftsfaktor

"Die heimische Tourismusbranche ist und bleibt ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor", unterstreicht Sozialminister Hundstorfer. Die Tourismusbranche hat 2010 rund 7,5 Prozent des gesamten BIP erwirtschaftet. Mit jahresdurchschnittlich mehr als 180.000 unselbständig Beschäftigten (5,4 Prozent aller Arbeitskräfte), alleine im Hotel- und Gastgewerbe, hat der Tourismus einen hohen Stellenwert für den Arbeitsmarkt. Im Tourismus, arbeiten überdurchschnittlich viele Frauen und junge Menschen. "Mit einer Arbeitslosenquote von 15,3 Prozent im Jahresdurchschnitt ist das Arbeitslosigkeitsrisiko allerdings mehr als doppelt so hoch wie insgesamt, auch die Gesundheitsbelastung ist stärker als in anderen Branchen", so Hundstorfer zu den Problemen. "Die Arbeitsmarktpolitik wird diese Probleme nicht alleine lösen können", so der Sozialminister. Hier braucht es gemeinsame Lösungen unter Einbeziehung der Sozialpartner, damit der Arbeitsplatz Tourismus attraktiver wird und auch ältere ArbeitnehmerInnen länger gesund in ihrem Beruf bleiben können.

vida-Kaske: "Alt werden nur die wenigsten in der Branche"

"Angesichts der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft werden dem Tourismus bald die MitarbeiterInnen ausgehen", warnt Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft vida. Der Tourismus ist eine Branche, in der sehr viele junge Menschen arbeiten. Alt werden aber die wenigsten in der Branche. Daher müssten gemeinsame Bemühungen in die Richtung gehen, die Beschäftigten in der Branche zu halten bzw. BerufsumsteigerInnen zu gewinnen. Auch was alternsgerechte Arbeitsplätze betrifft, besteht akuter Handlungsbedarf für die Tourismusbetriebe, weiß Kaske: "Schon mit kleinen Änderungen in der Arbeitsorganisation lassen sich viele Tourismusjobs alternsgerecht gestalten."

Tourismus im Konkurrenzkampf um potentielle MitarbeiterInnen noch benachteiligt

"Es wird sich ein Konkurrenzkampf um MitarbeiterInnen entwickeln, aus dem nur die Branchen und Unternehmen als Sieger hervorgehen, die mit guten Einkommens- und Arbeitsbedingungen punkten können", kündigt Kaske an. Gegenüber anderen Branchen würden, so der vida-Vorsitzende, die Tourismus-Beschäftigten noch oft unter erheblichen Nachteilen leiden, wie ungünstige und familienfeindliche Arbeitszeiten, eine niedrige Entlohnung, mangelnde Angebote für Weiterbildung und wenige innerbetriebliche Karriereperspektiven. Das Risiko für Gesundheitsgefährdungen, die auf den Job zurückzuführen sind, sei überdurchschnittlich hoch im Tourismus. Obwohl es eine Branche der jungen Menschen ist, klagen Beschäftigte überproportional über Erschöpfungszustände, Kreuzschmerzen, Schmerzen in den Beinen, hohen Blutdruck und Atembeschwerden.

WKÖ-Schenner: "Tourismus ist Beschäftigungsmotor und stabile Säule für Wirtschaft"

"Wir produzieren mit Standortgarantie Österreich und lagern als einzige Branche nicht aus", hält WKÖ-Obmann Hans Schenner fest. Dass der Tourismus sogar im Krisenjahr 2009 Beschäftigungsmotor und stabile Säule der heimischen Wirtschaft war, wurde - mit einem vergleichsweise geringen Minus von 0,4 Prozent der Beschäftigten -eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Damit das so bleibe und die stabilisierende Wirkung des Tourismus auf die Gesamtwirtschaft auch in den bevorstehenden konjunkturell schwierigen Zeiten erhalten werde, rät Schenner: "Ändern, was man ändern kann, akzeptieren, was man bleiben lassen muss, und dementsprechend handeln." Die Tourismus-Branche ist von Arbeitszeitspitzen und Saisonalität geprägt: ein Umstand, der bestimmte Anforderungen mit sich bringe, die sich nicht verändern ließen. Den Vorwurf niedriger Entlohnung im Tourismus weist Schenner zurück, da die Höhe des Kollektivvertragslohnes bei einer Branche, die aufgrund ihrer Arbeitszeitspitzen mit Zulagen arbeiten müsse, nur sehr eingeschränkt aussagekräftig sei.

Entscheidend für Schenner ist es, sich auf jene Bereiche zu konzentrieren, wo gemeinsam - Gewerkschaft vida und Wirtschaftskammer Österreich - jene Dinge geändert werden, die geändert werden können. Herausforderungen gibt es, so Schenner, genug, etwa in der Mobilitäts- und Lehrlingsfrage, aber auch beim Thema Gesundheit:
"Heute haben wir uns auf dem 5. Arbeitsmarktgipfel der Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation gewidmet. Hier wollen und können wir mit einem gemeinsamen Pilotprojekt im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung für den Tourismus zukunftsweisende Akzente setzen", erklärt Schenner.

"Fit im Betrieb" für Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe aus dem Tourismus

Das auf Initiative der Gewerkschaft vida und der WKÖ ins Leben gerufene Projekt startet noch 2011. Mit im Boot als strategische Projektpartner sind die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) sowie der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ). Im Fokus stehen dabei Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe aus Gastronomie und Hotellerie.

Das Projekt zielt darauf ab, Belastungen von Beschäftigten abzubauen und Gesundheitspotentiale aufzubauen. Die individuell für jeden Betrieb erarbeitete Maßnahmenpalette reicht dabei von der klassischen Bewegungsförderung mit Sport- und Therapieangeboten, Ernährungstipps bis hin zu verhältnisorientierten Maßnahmen, die die Organisation eines Betriebes betreffen. "Präventive Maßnahmen in den Betrieben sind unumgänglich, damit unser Gesundheitssystem nicht noch mehr belastet wird und damit ArbeitnehmerInnen im Beruf auch "alt werden" können. Wir dürfen daher nicht warten, bis die Gesundheitsgefährdung zum Dauerproblem wird, sondern müssen jetzt Maßnahmen ergreifen", lautet der gemeinsame Appell von Kaske und Schenner.

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