Online-Buchungen: ÖHV fordert nationalen Schulterschluss für Schlüsselbranche Tourismus

Schladming (TP/OTS) - e-Tourismus ist sehr rentabel, vor allem für Buchungsplattformen: Immer mehr Geld fließt von den Hotels an ihre e-Vertriebspartner. Eine nationale Lösung nach dem Vorbild der Schweiz würde die Wertschöpfung im Inland halten, erklärt die ÖHV. Die enge Zusammenarbeit der großen Plattformen sei problematisch, die ÖHV fordert eine koordinierte Vorgangsweise gegen deren zunehmende Marktmacht.

Nirgends haben Usability und Kundenfreundlichkeit so zugenommen wie im Tourismus: Recherchiert und gebucht wird online, ohne Kosten und Aufwand. "Gäste suchen sich aus einer Vielzahl von Verkaufskanälen den besten aus. Optimales Service für den Gast, für das der Hotelier sehr großen Aufwand treibt", halten Peter Peer und Sepp Schellhorn, die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) bei der Präsentation einer Untersuchung zum e-Tourismus beim ÖHV-Hotelierkongress in Schladming fest.

68 % über Hotel-Website buchbar, aber 80 % werden anders gebucht

Prof. (FH) Mag. Christian Maurer, Professor für Tourism and Leisure Management an der IMC Fachhochschule Krems hat für eine Status quo-Erhebung zum e-Tourismus in Österreich 522 Betriebe befragt. 91 % der 4- und 5-Sterne-Betriebe gaben an, Buchungsanfragen über die eigene Website bearbeiten zu können, 68 % sind direkt über die Website buchbar: Eine rasche und günstige Option für beide Seiten, finden dort die Gäste doch in den meisten Fällen exklusive Angebote. Doch die Zahl der direkten Buchungen über die eigene Website liegt sogar unter 20 %. Dieser Wert sollte angehoben und damit unnötige Kosten vermieden werden.

Wettbewerb um Gast lässt Marketingausgaben steigen

Laut ÖHT sind die Marketingausgaben der Hotels seit 2000 um 18 % stärker gestiegen als die Inflation: "Auf dieser Kostensteigerung sind die Hoteliers sitzen geblieben. Wir brauchen eine innovative Lösung", erklärt Peer. Umso mehr, als die zunehmende Konzentration im Online-Vertrieb die Position der Hotellerie erschwert: "Der immer schärfere Wettbewerb der Hotels um den Gast spielt den Plattformen in die Hände. Die Zahlungen an Buchungsplattformen steigen enorm", so Schellhorn. Das Beratungsunternehmen Toedt, Dr. Sell und Coll. errechnet für 2008 bis 2013 eine Erhöhung der Online-Vertriebskosten um 290 %.

Von der Marktkonzentration zum Vertriebs-Syndikat

Nun haben sich die größten Online-Plattformen zu einem Vertriebs-Syndikat zusammengeschlossen, wie durch eine Aussendung und dieses Inserat zu erfahren war:

Das Tiscover-Inserat können Sie hier downloaden.
http://www.tourismuspresse.at/redirect/oehvtiscover

Dass es den Wettbewerb nicht fördert, wenn große Wettbewerber zusammenrücken, liegt auf der Hand: "In anderen Branchen wurde schon gegen weniger offensichtliche Praktiken vorgegangen", erinnert Peer an die ÖHV-Beschwerde vor der EU-Kommission gegen Kostensteigerungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr. "Seither sind die Disagios stark gesunken", stellt Peer den Vertriebspartnern die Rute ins Fenster.

Nationale Lösung im Online-Vertrieb unumgänglich

Gefragt sei daher eine Alternative, so Schellhorn. Nach dem Vorbild der Schweiz sollen regionale Tourismusorganisationen stärker in den Vertrieb eingebunden werden: "Wir können uns Parallelstrukturen nicht leisten. Wo Gäste von öffentlichen Institutionen angesprochen werden, sollen sie buchen können, ohne dass Gelder an Dritte fließen - bei der Österreich Werbung, bei der Landestourismusorganisation, bei der Destination." Von rund 46 Mio. Euro, die von 4- und 5-Stern-Betrieben als Kommission an Plattformen gehen, fließen etwa 37 Mio. Euro ins Ausland. Fast alle großen e-Vertriebsunternehmen stehen in ausländischem Eigentum. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist das nicht optimal. Damit, so die ÖHV-Präsidenten, ließe sich eine nationale Vertriebslösung finanzieren.

Tourismusorganisationen: Mut zum offenen Dialog!

Darüber hinaus sollten die Tourismusorganisationen die Content-Qualität erhöhen und ihre Leistungen für die Betriebe besser darstellen: "Wir sind davon überzeugt, dass die Tourismusorganisationen gute Arbeit leisten. Sie können diese Leistungen ruhig den Betrieben präsentieren und stolz darauf sein", so der Vorschlag der ÖHV-Präsidenten.

Der Kongress in der Region

Der ÖHV-Hotelierkongress bringt der Hotellerie und dem gesamten Tourismus einen Wissensvorsprung. Erwartet werden rund 600 Teilnehmer, darunter 40 Journalisten, 450 Entscheider von Top-Tourismusbetrieben, 23 Referenten sowie 85 Politiker und andere Gäste. Die Region erzielt rund 1550 Nächtigungen und eine Wertschöpfung von rund 400.000 Euro.

Die Präsentation zur Pressekonferenz können Sie hier downloaden.
http://www.tourismuspresse.at/redirect/oehvpk

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