Tourismusjahr 2011 bei Ankünften und Nächtigungen erfolgreich verlaufen

WKO-Schenner: "Tourismus ist Rettungsschirm der heimischen Wirtschaft!" - Rekordbeschäftigungsstand im Hotel- und Gastgewerbe im Dezember 2011

Wien (TP/OTS) - Nachdem bereits Salzburg Stadt und Wien über das Tourismusjahr 2011 jubelten und gestern Tirol für die laufende Wintersaison den "besten Winterstart aller Zeiten" meldete, sind heute früh seitens der Statistik Austria auch die aggregierten, vorläufigen Zahlen für das Tourismusjahr 2011 (Jänner-Dezember) bekanntgegeben worden.

Gemäß Statistik Austria lagen die Nächtigungen im Kalenderjahr 2011 nach vorläufigen Ergebnissen mit insgesamt 125,98 Mio. um 0,8% über jenen des Vorjahres. Damit wurde nach 1991, 1992, 1993 und 2008 das fünftbeste Ergebnis aller Zeiten registriert. Die Begründung liefert Hans Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): Mitte der 1990er Jahre boomten die Billig-Airlines und damit auch günstige Urlaubs-Pauschalangebote im Ausland. Mehr Österreicher als je zuvor machten damals Urlaub im Ausland. Deshalb kam es nach 1993 zu spürbaren Rückgängen vor allem in der Sommersaison. Umgekehrt kommen nun aber wieder mehr internationale Gäste nach Österreich. "Unterm Strich passt die Rechnung. Jeder soll dort Urlaub machen, wo es ihm Spaß macht. Unsere Reiseveranstalter und Reisebüros leisten hervorragende Arbeit!", so Schenner. Lagen die 2011er-Nächtigungen der inländischen Gäste mit 35,28 Mio. um rd. 245.300 Nächtigungen bzw. +0,7% über dem Vorjahr, haben auch die Nächtigungen der internationalen Gäste mit 90,69 Mio. um 0,9% gegenüber 2010 zugenommen. "Die Verluste des Krisenjahres 2009 haben wir aber noch nicht kompensiert. 2008 lagen die Nächtigungen der internationalen Gäste bei 92,84 Mio.", resümiert Schenner.

Reiseverkehr trägt 6 Mrd. Überschuss zu Leistungsbilanz bei, Arbeitsmarkt stabil

Erfreulich ist der Anteil der internationalen Gästenächtigungen mit 72 Prozent. Dadurch wird der Tourismus auch 2011 einen Überschuss für die Exportbilanz beisteuern. "Ich rechne damit, dass wir wieder über 6 Mrd. Euro Überschuss aus dem Reiseverkehr in die heimische Leistungsbilanz einzahlen können und damit das prognostizierte Minus in der Handelsbilanz ausgleichen werden", so Schenner. Die Leistungsbilanz wird von der Nationalbank (ÖNB) im April präsentiert. Auch beim Thema Arbeitsmarkt wird der Tourismus in der laufendenden Wintersaison wieder für ein Beschäftigungsplus sorgen. Im Dezember 2011 wurde im Hotel- und Gastgewerbe ein Rekordbeschäftigungsstand von 203.715 Beschäftigten (ohne geringfügig Beschäftigte und Lehrlinge) erreicht. Das sind um 5.184 Personen (oder 2,6%) mehr als im Dezember 2010: "Unsere Jobs sind nicht nur krisensicher, sondern auch mit Standortgarantie. Die heimische Tourismus- und Freizeitwirtschaft produziert heimattreu in Österreich und kann nicht, so wie andere, die Produktion ins Ausland auslagern", betont Schenner. Nach Berechnungen des WIFO hängt jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz direkt oder indirekt von der Tourismus- und Freizeitwirtschaft ab.

Schenner: Beim Budget muss gelten: "Sparen vor Besteuern"

Kein gutes Haar lässt Schenner an der aktuellen Diskussion über höhere Vermögenssteuern: "Gerade die vielen Tausenden Familienbetriebe, die wir in der Wirtschaftskammer vertreten, dürfen hier nicht über Gebühr belastet werden. Das einzige 'Vermögen' ist meistens doch der eigene Betrieb. Wer die Eigenkapitalquoten im heimischen Tourismus kennt, der weiß, dass jede zusätzliche Belastung ruinöse Folgen haben kann." Auch bei der Diskussion um eine Erhöhung der Grundsteuern gibt sich der Sprecher von 90.000 Betrieben der Tourismus- und Freizeitwirtschaft kämpferisch: "Unsere Hotels stehen mitten im Ort und nicht irgendwo im geförderten Gewerbe- und Industriegebiet am Stadtrand. Also was soll das?"

Tourismuswerbung 2012: Weltweite Präsenz ist unser Ziel

Für die Tourismuswerbung zeichnet Österreichs oberster Touristiker ein klares Bild: "Die Österreich Werbung (ÖW) und die Landestourismus-Organisationen (LTOs) leisten hervorragende Arbeit in Österreich und auf unseren Kernmärkten wie Deutschland und den Niederlanden. Darüber hinaus ist es aber wichtig, die Aktivitäten in Osteuropa und auf den Fernmärkten zu intensivieren. Gerade der Städtetourismus hat heuer gezeigt, dass die größten Steigerungsraten auf diesen Märkten zu erzielen sind. Weltweite Präsenz ist unser Ziel!" Dazu stehen neben den 21 ÖW Büros im Ausland auch die 120 Büros der WKO-Außenwirtschaftsorganisation (AWO) zur Verfügung, auf die die ÖW im Rahmen des Kooperationsabkommens mit der AWO zugreifen kann.

Optimismus macht bei den Erträgen halt

Für das Tourismusjahr 2012 bleibt der Spartenobmann optimistisch, bremst jedoch die Euphorie bei den Erträgen. Die Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft hat mit dem market-Institut zum Jahreswechsel über 1.000 Betriebe der Hotellerie und Gastronomie befragt. In dieser Umfrage wurde repräsentativ erhoben, dass zwar die Umsätze im Durchschnitt steigen, die Ertragslage aber angespannt bleibt, wie Hans Schenner erläutert: "Es bleibt einfach dabei: Umsatz ist nicht Gewinn!" Die Verluste aus den Preisreduktionen im Krisenjahr 2009 sind bei weitem nicht wettgemacht. "Auch die schlagartig gestiegenen Kosten für Energie können wir nicht an die Gäste weiter geben. Noch dazu, wo die Bundesregierung 2011 die bis dahin gültige 'Energieabgabenrückvergütung' für die heimischen Tourismusbetriebe wie auch für die Seilbahnen ersatzlos gestrichen hat", kritisiert Schenner. Mit 1.1.2011 wurde die Möglichkeit der Energieabgabenrückvergütung auf das produzierende Gewerbe eingeschränkt, Dienstleistungen von der Vergütung ausgenommen. "Das macht für ein Hotel mit Wellnessangebot schnell 20.000 Euro und mehr an Belastungen", so Schenner abschließend. (BS)

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