Hotellerie zur Auflösungsabgabe: Geht an Realität vorbei und trifft Branche hart

WKÖ-Ennemoser: "Budgetsanierung Ja, Bestrafen von Beschäftigung im Tourismus Nein"

Wien (TP/OTS) - Für Klaus Ennemoser, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, steht außer Zweifel, dass die Bunderegierung das Budget sanieren muss: "Das vorliegende Konsolidierungspaket ist grundsätzlich ausgewogen und kommt zur rechten Zeit." Kritik übt der Hotellerie-Branchensprecher an der geplanten Auflösungsabgabe. Diese "Straf-Gebühr" bei der Beendigung von Dienstverhältnissen in Höhe von 110 Euro setzt sich, so Ennemoser, über die Gegebenheiten in der Hotellerie völlig hinweg und trifft die heimischen Betriebe in voller Härte. "Nach der Rücknahme der Energieabgabenvergütung, wäre die Auflösungsabgabe eine weitere undifferenzierte Mehrbelastung für die heimische Hotellerie", kritisiert Ennemoser.

Arbeitsplatzsituation in Hotellerie von Saisonalität geprägt

"Die Arbeitsplatzsituation in unserer Branche ist durch Saisonalität und Arbeitszeitspitzen gekennzeichnet. Saisonale Kernbelegschaften und Randbelegschaften orientieren sich an befristeten Beschäftigungsverhältnissen - Großteils mit Wiedereinstellungszusagen", betont Ennemoser. Die Saisonbetriebe sind sowohl wirtschaftlich als auch faktisch gezwungen, ihre Mitarbeiter saisonal einzustellen.

Auflösungsabgabe als Lenkungsinstrument ungeeignet

"Die ursprüngliche Intention der Auflösungsabgabe, nämlich Kurzzeit-Kündigungen zu verhindern, geht in der Hotellerie komplett ins Leere", erklärt Ennemoser. Gemäß Institut für Höhere Studien (IHS) gibt es im Jahr rund 300.000 relevante Abmeldungen im Hotel-und Gastgewerbe. "Weniger als 1 Prozent davon kommen durch Umgehungen - "Zwischenparken" von Mitarbeitern beim Arbeitsmarkservice in Folge von Auftragsschwankungen - zustande. "Damit ist die Auflösungsabgabe als Lenkungsinstrument in der Hotellerie völlig ungeeignet", zeigt sich Ennemoser überzeugt.

Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit der Branche nicht gefährden

Die heimische Hotellerie ist durch eine hohe Personalintensität gekennzeichnet. Job-Abbau und -Verlagerungen, wie in anderen Branchen üblich, gibt es in der Hotellerie nicht. "Auch wenn klar ist, dass jeder in Österreich seinen Beitrag zur Budgetsanierung leisten muss, dürfen die geplanten Maßnahmen keinesfalls Arbeitsplätze und hart erarbeitete Wettbewerbsvorteile gefährden", warnt Ennemoser. Immerhin sei der Tourismus im wirtschaftlichen Krisenjahr 2009 eine jener Branchen gewesen, die mit 0,4 Prozent den geringsten Rückgang der Beschäftigung zu verzeichnen hatte. Zum Vergleich: In anderen Branchen lag der Beschäftigungsrückgang im selben Zeitraum zwischen 5 und 8 Prozent. "Man darf jetzt nicht unsere Hotelbetriebe dafür bestrafen, dass sie auch in Krisenzeiten Arbeitsplätze anbieten", appelliert Ennemoser an die Regierung.

Fachverband Hotellerie

Der Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich vertritt 18.000 Beherbergungsbetriebe mit 1,05 Millionen Betten. Mehr als 8.000 Beherbergungsbetriebe sind mit 23.000 geprüften Sternen klassifiziert. Mit 125 Millionen Nächtigungen jährlich legt Österreichs Hotellerie einen wichtigen Grundstein für eine direkte Wertschöpfung im Tourismus von 15,2 Milliarden Euro. Jeder fünfte Vollzeitarbeitsplatz wird im Tourismus und in der Freizeitwirtschaft generiert.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Hotellerie
Mag. Matthias Koch
Tel.: (+43) 0590 900-3554
hotels@wko.at

TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT | TPK0007