Tourismus KV-Verhandlungen: Erhöhungen um bis zu 9,5% für Tirol ausgeschlossen

Tirol kann Erhöhungen zum 1. Dezember nicht zustimmen. FGO Josef Hackl (WK) empfiehlt freiwillige Lohnanpassung und bietet Gewerkschaft weitere Gespräche auf Tiroler Ebene an

Innsbruck (OTS) - Die Kollektivvertragsverhandlungen für die Arbeiter und Angestellten im Tourismus sind gestern aus Tiroler Sicht ohne Ergebnis zu Ende gegangen. "Wir wollen unseren Mitarbeitern und auch unseren Lehrlingen natürlich mehr bezahlen. Aber, bei den geforderten 7,9 Prozent Lohnerhöhung ab 1. Dezember und einer weiteren Erhöhung auf 9,5 Prozent mit 1. Mai 2013 konnten wir Tiroler mit dem größten Anteil am Saison-Tourismus beim besten Willen nicht mitgehen", erklärt Josef Hackl, Obmann der Fachgruppe Gastronomie und KV-Verhandler für den Tourimus. Nicht nur die geforderte Höhe, sondern auch der Zeitpunkt hat die Tiroler Zustimmung verhindert. Dazu Hackl: "Unsere Unternehmen haben die Preise für die Wintersaison schon kalkuliert, mit Reisebüros verhandelt und ihre Angebote bereits veröffentlicht. In dieser Kalkulation noch fast 8 Prozent Lohnerhöhung unter zu bringen ist nicht möglich." Diese überproportionale Forderung der Gewerkschaft für die Hilfskräfte -gegenüber den Fachkräften mit 3,45 Prozent KV-Erhöhung - hätte für die Tiroler Tourismuswirtschaft für den Zeitraum von Dezember 2012 bis Mai 2013 Mehrkosten in Höhen von 10 Millionen Euro bedeutet.

Zur Erklärung: Der Mindestlohn für Hilfskräfte im Tourismus laut KV beträgt 1.205 Euro. Die Gewerkschaftsvertreter hatten für die Hilfskräfte Lohnerhöhungen in drei Stufen gefordert: 3 Prozent am 1. Juli 2012, 1.300 Euro Mindestlohn ab 1. Dezember 2012 und 1.320 Euro Mindestlohn ab 1. Juli. Was einer KV-Mindestlohnerhöhung von 7,9 bzw. 9,5 Prozent entspricht. Für die Fachkräfte wurde eine KV-Erhöhung von 3,45 Prozent gefordert - und mit allen Bundesländern außer Tirol und dem Burgenland auch abgeschlossen.

"Den 3,45 Prozent für die Fachkräfte hätten wir natürlich zugestimmt", so Hotelier Franz Staggl, der mit Hackl die Verhandlungen in Wien führte. "Aber nachdem die Gewerkschaft unseren Gegenvorschlag, Anhebung des Mindestlohnes auf 1.250 Euro ab 1. Juli und eine weitere Anhebung auf 1.300 Euro ab 1. Mai 2013 mit gleichzeitiger Erhöhung der Lehrlingsentschädigung um 40 Euro abgelehnt hat, sind wir ohne Ergebnis auseinander gegangen". Hackl und Staggl wollen die Verhandlungen aber auf jeden Fall auf Tiroler Ebene weiterführen - sofern die Gewerkschaft dazu bereit ist. In der Zwischenzeit empfiehlt Hackl den Tourismusbetrieben die kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter freiwillig um 3,45 Prozent und für die Lehrlinge um 40 Euro anzuheben.

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Thomas Geiger MBA, Wirtschaftskammer Tirol,
Tourismus und Freizeitwirtschaft,
T: 0590905-1215,
E: thomas.geiger@wktirol.at

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