ÖHV-Studie weist nach: Kaum Zusammenhang zwischen Tourismuserfolg und Grundstückspreisen

Regulierung dennoch nötig

Wien (TP/OTS) - Außerhalb Wiens liegen die teuersten Grundstücke nicht in den erfolgreichsten Tourismusdestinationen. In jedem Fall könnten aber raumplanerische Maßnahmen und durchdachte Maßnahmen gegen weitere Steigerungen Abhilfe leisten.

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Ein direkter Zusammenhang zwischen Grundstückspreisen und touristischem Erfolg ist nicht nachweisbar. Das zeigt die Gegenüberstellung der Destinationen mit dem höchsten Umsatz je Bett und jener, die die höchsten Grundstückspreise verzeichnen, die die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) in der ÖHV-Destinationsstudie publiziert hat. "Klar mögen Gäste und Einheimische attraktive Regionen. Den Vorwurf, dass touristischer Erfolg die Grundstückspreise in die Höhe treibt, ist aber widerlegt. Im Gegenteil schadet das der Branche: Steigende Grundstückspreise locken Investoren, die Auslastung sinkt", so ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn. Angetrieben wird diese Entwicklung durch niedrige Zinsen, die Geldanlagen unrentable machen und Investitionen billiger. Außerhalb Wiens wurden die höchsten Grundstückspreise daher nicht in der umsatzstärksten Destination Serfaus-Fiss-Ladis erzielt, sondern in Kitzbühel vor dem Arlberg, Zell am See/Kaprun und Innsbruck -durchwegs Destinationen, die beim Umsatz je Bett nicht in den Top 5 liegen. Umgekehrt finden sich Österreichs erfolgreichste Destinationen, Serfaus-Fiss-Ladis, Achensee, Tannheimer Tal und Katschberg, bei den Grundstückspreisen nicht in der teuersten Liga wieder.

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Zwei unterschiedliche Paar Schuhe

Die genauere Betrachtung der Grundstückspreise in den erfolgreichsten Destinationen bestätigt das: Die Hotels im Großarltal verzeichnen den fünfthöchsten Umsatz je Bett außerhalb Wiens, die Großarltaler Immobilienmakler setzen je Quadratmeter jedoch ein Vielfaches mehr um als ihre Kollegen in vergleichbaren touristischen Regionen. Die Hoteliers am Katschberg etwa erzielen vergleichbare Umsätze wie im Großarltal, die Grundstückspreise liegen mit 51 Euro je m2 bei nicht einmal einem Fünftel der 275 Euro je m2. "Eine Urlaubsregion besticht mit dem Freizeitangebot, den Lebensmittelpunkt macht etwas anderes aus, Arbeitsplätze, Infrastruktur, Kindergärten und Schulen. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe", so Reisenzahn.

Ruf nach nachhaltiger Regelung und ganzjähriger Nutzung

Nicht von der Hand zu weisen ist aber der Zusammenhang zwischen dem Markenwert einer Destination und dem Interesse internationaler Investoren: "Attraktive Regionen locken zahlungskräftige und zahlende Gäste. Das schafft Arbeitsplätze, lockt aber auch Dritte, die davon profitieren wollen. Die bieten um die Grundstücke mit", hält Reisenzahn fest. Für Einheimische ein zweischneidiges Schwert: "Wer Grundstücke hat, will viel verdienen, wer eines braucht, wenig zahlen", verweist Reisenzahn auf die Befindlichkeit in den Gemeinden. Durchdachte Antworten im Sinne einer nachhaltigen Raumplanung seien aber zu überlegen. "Es sollte jeder Wohnsitz einen Mehrwert bringen. Einen Wohnsitz nur in der Hauptsaison zu nutzen darf nicht reichen. Das ist nur für die wenigsten leistbar und in Wahrheit einer der stärksten Treiber für Grundstückspreise", so Reisenzahn. Eine direkte Folge daraus sei die Zunahme der "kalten Betten", gegen die vorgegangen werden sollte durch eine Verpflichtung zur ganzjährigen Nutzung. Diese würde die Nachfrage und die Preise eindämmen und gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen. Eine Regulierung wäre in jedem Fall hilfreich, um die Mitarbeiter in den Regionen und die Verkehrswerte in Grenzen zu halten.

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Die Grundstückspreise entstammen der GEWINN-Grundstückspreisübersicht 2011. Basis der Preise sind Direktabfragen bei den Gemeinden, echte Kaufpreisdaten aus den Grundbüchern sowie statistische Berechnungen des Fachbereichs Stadt-und Regionalforschung der TU Wien. Die angeführten Preise gelten für ein- und zweifamilienhaustaugliche Baugrundstücke, aber nicht für Grünland, Büro- und Gewerbegrundstücke. An- oder allfällige Aufschließungskosten sind nicht enthalten. Es wurden die fünf Tourismusregionen mit den teuersten Grundstückspreisen im Vergleich zur Kennzahl Umsatz/Bett gegenübergestellt. Weiters wurden die Top 5 Umsatz/Bett der Destinationsstudie 2011 den Grundstückspreisen gegenübergestellt.

ÖHV-Mitglieder erhalten die ÖHV-Destinationsstudie zum Sonderpreis von 65,- Euro, regulär ist sie um 85,- Euro (beides exkl. USt.) unter www.oehv.at/shop, per E-Mail an service@oehv.at oder telefonisch unter +43 (0)1 533 09 52 erhältlich.

Die ÖHV gestaltet als freiwillige und parteiunabhängige Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. Mehr als 1.200 Mitgliedsbetriebe nutzen operative Dienstleistungen in Marketing und Weiterbildung genauso wie ihren Vorsprung durch Innovation und Vernetzung. Mit rund 152.000 Betten - das entspricht zwei Drittel der Kapazität in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als 40.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Gesamtumsatz von rund 3 Mrd. Euro. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft generierte als Österreichs Wirtschaftsmotor 2011 über direkte und indirekte Wertschöpfung 14,6 % des BIP und jeden 5. Vollarbeitsplatz.

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