Hotellerie: Mehr Geld für weniger Arbeit - und der große Lohnanstieg kommt erst

Wien (TP/OTS) - ÖHV: Mehr Nächtigungen, aber stagnierende Umsätze, so lautet die Sommerbilanz für Österreichs Hoteliers. Die Mitarbeiter profitieren: Die Löhne stiegen, die Arbeitszeit ging zurück.

"Die Stundenlöhne in der Top-Hotellerie sind mehr als doppelt so stark gestiegen wie die Inflation, die Arbeitszeit geht zurück. Eine gute Nachricht für die Mitarbeiter", erklärt Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Ausgebildete Empfangsmitarbeiter verdienen im Durchschnitt 2.104 Euro pro Monat und damit 14,1 % über dem Kollektivvertragsgehalt für diese Position, Partie-Köche 2.234 Euro (+14 %) und Chefs de Rang 2.037 Euro (+7,6 %), so eine aktuelle Auswertung von mehr als 10.500 Lohndaten in 244 Ferienhotels[1].

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95 Euro mehr Bruttolohn - 52 Euro davon gehen an den Staat

Die Arbeitgeber geraten durch stark steigende Mitarbeiterkosten unter Druck. Dabei steht den Betrieben der größte Brocken noch bevor:
"Die Mindestgehälter steigen noch einmal von 1.205 auf 1.320 Euro, das sind 9,5 %", so Reisenzahn. Besonders problematisch ist, dass nur ein Teil der Erhöhung bei den Mitarbeitern ankommt: Von 95 Euro mehr brutto bekommt der Mitarbeiter 42,9 Euro. 52,1 Euro gehen an den Staat. "Da saniert sich der Staat auf Kosten der Kleinen", so Reisenzahn. Ein Brutto-Durchschnittslohn von 2.234 Euro für einen Partie-Koch kostet den Unternehmer samt Lohnnebenkosten 2.930 Euro, inklusive Sonderzahlungen 3.304 Euro. Der Mitarbeiter bekommt aber netto nur 1.589 Euro. Das sind gerade einmal 54,23 %. Der Rest sind Steuern, Gebühren und Umlagen. Die ÖHV fordert von Politik und Sozialpartnern ein Nach- und Umdenken.

ÖHV: Ausbildung belohnen!

Besonders gefährlich: Die starke Lohnerhöhung für Hilfskräfte macht die Ausbildung zur Fachkraft unattraktiver. Der KV-Lohn für Commis mit Lehrabschlussprüfung ist nur mehr um 59 Euro brutto pro Monat höher als der einer Hilfskraft. "Jede Statistik zeigt, wie wichtig eine Ausbildung ist. Aber wir erhöhen die Attraktivität von Aushilfspositionen, anstatt Ausbildung und Eigeninitiative zu forcieren", bedauert Reisenzahn.

Zwtkl.: Mehr Freizeit: 9 Stunden weniger Monatsarbeitszeit seit 2007

Obwohl mehr Gäste kommen, geht die Arbeitszeit zurück - seit 2007 um 4,16 %. Das sind fast 9 Stunden im Monat:

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"Die Hotels stellen mehr Mitarbeiter ein und bezahlen sie besser. Das hilft dem Konto und der Work-Life-Balance. In der Hotellerie gibt es keine Kurzarbeit, sondern mehr Freizeit. Das ist den Mitarbeitern noch wichtiger als die Lohnerhöhung. Aber die haben sie auch schon in der Tasche", so Reisenzahn.

Zukunftsjob mit Zuverdienst

Besonders gefragt ist im internationalen Vergleich das Wellness-Angebot in Österreichs Hotellerie. Zurückzuführen ist das auf die gute Ausbildung, überdurchschnittlich daher auch das Grundgehalt. Besonders attraktiv machen es Zuverdienstmöglichkeiten in Form von Provisionen. "Damit haben die Hoteliers einen Weg gefunden, mit dem sie Engagement, Produktkenntnis und Kundenorientierung besser honorieren als mit Trinkgeld. Das macht sich zwar auch gut in der Börse, ist aber natürlich stark davon abhängig, wie großzügig der Gast ist, um den man sich so bemüht", erklärt Reisenzahn. So viel spricht für Jobs in der Top-Hotellerie, unschlagbar ist aber ein selten gehörtes Argument: "Die Freizeitorientierung nimmt zu, die Ansprüche der Gäste steigen. Da sind unsere Mitarbeiter unersetzlich. Wir tauschen sie weder gegen Maschinen noch lagern wir in Billiglohnländer aus - versprochen!"

Qualifikationsgruppen Brutto/Monat Std./Woche Wellnessleitung mit Brigade (mind. 5 Mitarbeiter) Euro 2.692 44,8 Std. Mitarbeiter Therapie und Massage (sehr hohe Qualifikation) Euro 2.058 41,0 Std. Mitarbeiter mit hoher Qualifikation und Erfahrung Euro 1.900 41,9 Std. Mitarbeiter mit Qualifikation und Erfahrung Euro 1.531 42,5 Std. Mitarbeiter mit Qualifikation ohne Erfahrung Euro 1.436 43,0 Std. Mitarbeiter in der Spa-Rezeption Euro 1.590 40,6 Std.

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Thomas Reisenzahn
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Markus Burgsteiner
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