"Marktmacht der Handelsketten demokratiepolitisch bedenklich"

Steirischer Landtagsabgeordneter Josef Ober kritisiert Einstieg von Handelsketten in die Landwirtschaft am Präzedenzfall Agroindustrie in Bad Blumau

Graz/Bad Blumau (TP/OTS) - Angesichts des vom Agrarkonzern "Frutura" mit Unterstützung der Handelskette "Spar" geplanten agrarindustriellen Großprojektes im steirischen Kurort Bad Blumau bezeichnete der steirische Landtagsabgeordnete Josef Ober heute, Donnerstag, die Marktmacht der großen österreichischen Handelsketten als "demokratiepolitisch bedenklich".

"Wir erleben im österreichischen Handel seit Jahrzehnten eine Marktkonzentration, wie sie international ihresgleichen sucht", sagte Ober im Vorfeld einer politischen Diskussionsrunde zum Thema "Agroindustrie in Bad Blumau". Dies sei noch problematischer geworden, seit die Handelsketten mit Eigenmarken auch die Produktion in die Hand genommen hätten. "Mit Projekten, wie jenem in Bad Blumau, wollen sich die Ketten nun auch die Produktionsmacht in der Landwirtschaft sichern", sagte Ober. Dies zu Lasten der von vielen Familienbetrieben geprägten landwirtschaftlichen Strukturen in Österreich. "Ich habe bereits von einigen Bauern gehört, dass sie sich nicht zu dem Thema äußern wollen, aus Angst, die großen Handelsketten könnten ihre Produkte auslisten. Ich kann das nur als demokratiepolitisches Alarmsignal werten."

Wie vielfach berichtet, will "Frutura" in Bad Blumau in einer 26 Hektar großen Glashausanlage im industriell Tomaten herstellen. Das Salzburger Handelsunternehmen "Spar", der mit Abstand größte Kunde von "Frutura", unterstützt laut Medienberichten die Finanzierung des Projektes mit Abnahmegarantien und hat sich in einem Schreiben an eine Bad Blumauer Bürgerplattform, die sich gegen das Großprojekt wehrt, dafür stark gemacht. "Dass sich viele Bauern schon jetzt nicht mehr laut Kritik üben trauen, zeigt, wohin sich die Macht der Handelsketten derzeit entwickelt", betont Ober.

Im Fall Bad Blumau käme hinzu, dass hier Agrarindustrie in einem Ort betrieben werden solle, der sich gemäß seinem Leitbild auf sanften Tourismus, Wellness und Nachhaltigkeit ausgerichtet habe. "In Zukunft werden Regionen wissen müssen, wofür sie stehen", sagte Ober. "Mit Agrarindustrie in Bad Blumau wird das Leitbild eines Raumes verwässert, der es in der Vergangenheit schwer genug gehabt hat." Besonders bedenklich sei es, dass ein derartiges Projekt mit dem Status "bäuerliche Urproduktion" ohne vertiefte Prüfung auf Gemeindeebene beschlossen werden solle. "Die Glashausanlage ist dem Rest der Bevölkerung nicht zumutbar", sagte Ober.

Rückfragen & Kontakt:

Bernhard Salomon
0676 501 8224
bernhard.salomon@pr-a.info

TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT | TPK0007