Sicherheitstipps der Naturfreunde für Rodelfans

Wien (TP/OTS) - Rodeln ist ein winterliches Vergnügen für Groß und Klein. Verschneite Hänge, Hüttengaudi und danach eine Rodelpartie. So lassen sich die Winterfreuden richtig genießen. - Rodeln macht Spaß kann aber auch sehr gefährlich sein: Übermütige Urlaubsstimmung, fehlende Ausrüstung, Alkohol und mitunter maßlose Selbstüberschätzung bilden für viele Rodelfans oft eine lebensgefährliche Mischung.

In ganz Österreich passieren jedes Jahr in etwa 7.000 Rodelunfälle. Fast die Hälfte der Patienten werden mit schweren Verletzungen wie Knochen-, Wirbel- und Rippenbrüchen oder Gehirnblutungen ins Krankenhaus gebracht.

Naturfreunde Österreich warnen vor Leichtsinn und möchten mit ihren Sicherheitstipps, wie Verhaltensregeln beim Aufstieg und bei der Abfahrt, die richtige Ausrüstung, Tipps für den Rodelkauf und Pflege und Lagerung, auf mehr Selbstverantwortung aufmerksam machen:

Rodelausrüstung

  • Warme Bekleidung, am besten mehrere Schichten, damit man beim Aufstieg und bei der Abfahrt variieren kann; eventuell auch Wäsche zum Wechseln mitnehmen, falls der Aufstieg schweißtreibend wird
  • Ski- oder Regenhose sowie Anorak als Windschutz für die Abfahrt
  • Mütze und bei großer Kälte Schal
  • Je nach Fahrtechnik einfache oder feste Handschuhe
  • Gamaschen, damit bei der Abfahrt kein Schnee unter die Hosenbeine geblasen wird
  • Feste Schuhe mit griffiger Profilgummisohle, am besten Wander- oder Bergschuhe; keine Skistiefel mit glatter Sohle!
  • Bei Schneefall Skibrille
  • Ski- oder Fahrradhelm, nicht nur für Kinder
  • Für Kleinkinder Kinderlehne
  • Fahrradschloss, um den Schlitten während einer Einkehr gegen Diebstahl zu sichern
  • Für längere Aufstiege zwei Skistöcke mitnehmen; den Schlitten zieht man dann mithilfe eines Gür-tels, Gurtbandes oder einer Bandschlinge um die Hüfte; als Dämpfung zwischen Gürtel und Schlittenzugschnur einen Gummiexpander oder einen alten Fahrradschlauch verwenden.

Verhaltensregeln Aufstieg

  • Immer aufmerksam nach oben schauen!
  • Hintereinander gehen, nicht nebeneinander, zumindest an unübersichtlichen Stellen
  • In Kurven auf der Innenseite aufsteigen
  • Bei nächtlichen Aufstiegen und unbeleuchteten Bahnen stets mit einer Taschen- oder Stirnlampe gehen (auch wenn der Mond scheint); nur so können abfahrende Rodler die Fußgänger rechtzeitig erkennen.

Abfahrt

  • Auf allen Bahnen rodelt man auf eigenes Risiko. Sollte Autoverkehr herrschen, hat dieser Vorrang.
  • Stets bremsbereit sein!
  • Geschwindigkeit und Bremsweg nicht unterschätzen!
  • Vor Kurven und unübersichtlichen Stellen die Geschwindigkeit reduzieren, vor allem wenn mit Gegenverkehr zu rechnen ist.
  • Nie in unübersichtlichen Kurven stehen bleiben!
  • Besondere Vorsicht beim Passieren von kleinen Kindern und Hunden: Sie reagieren oft unvermutet.
  • Bei einem Sturz die Bahn unverzüglich räumen
  • Vereiste Rodelbahnen sind lebensgefährlich! Deshalb: bei Vereisung nicht rodeln! Sind nur kurze Stellen vereist, kann man sie oft am Rand im Schnee passieren.

Rodelkauf

  • Man unterscheidet zwischen Rodeln und Schlitten: Beim Schlitten (Davoser, Grindelwalder) sind die Kufen im Bereich der Auflagefläche gerade und stehen senkrecht zum Untergrund, Kufen und Sitz sind fest verleimt. Bei Rodeln sind die Kufen leicht gebogen und aufgekantet, sie sind daher wendiger und besser zu steuern. Kufen und Sitz sind beweglich miteinander verbunden, durch Gewichtsverlagerung kann man steuern, ohne gleichzeitig bremsen zu müssen.
  • Kein Billigangebot, sondern lieber ein Qualitätsprodukt kaufen, das gut verarbeitet ist und dessen Holz ausreichend getrocknet ist, damit sich das Gestell nicht verzieht.
  • Holz, am besten Esche, ist das Material der Wahl.
  • Alle Metallteile, Kufen und Ecken sollten abgerundet sein.
  • Im Geschäft probesitzen, ob die Sitzbreite passt (für Kinder sollte sie nicht zu breit ausfallen).
  • Eine Bespannung aus Stoff/Gurtbandgeflecht dämpft Stöße besser als ein Sitz aus Holzlatten.

Wartung und Pflege

  • Stahlschienen in Laufrichtung mit Schleifpapier (Körnung 40-80) schleifen
  • Nach dem Schleifen mit Stahlwolle ein- bis zweimal abziehen, niemals aber polieren!
  • Schienen mit handelsüblichen Wachsen behandeln und einbürsten.
  • Nach dem Rodeln die Schienen trocken wischen
  • Schlitten/Rodeln im Auto nicht über längere Zeit der prallen Sonne aussetzen

Richtige Lagerung

  • Schlitten/Rodeln an einem kühlen, trockenen Ort lagern
  • Frei stehend oder liegend lagern, niemals einseitig anlehnen oder mit Gegenständen belasten!
  • Von Heizkörpern oder Wärmequellen fernhalten
  • Vor dem Lagern die Schienen einwachsen/-ölen

Facts über die Naturfreunde Österreich:

"Wir leben Natur"

Unter diesem Motto laden die Naturfreunde Österreich natur- und bergbegeisterte Menschen ein, die Schönheiten der Natur zu erleben, Sport zu betreiben und sich aktiv am Umweltschutz zu beteiligen. Mit 500 Ortsgruppen und rund 150.000 Mitgliedern zählen die Naturfreunde zu den bedeutendsten und mitgliederstärksten Freizeit- und Umweltorganisationen Österreichs.

Vorteile für Naturfreunde Mitglieder:

  • Alpine Kompetenz: fundierte Ausbildungen, Kurse und Trainings in unseren alpinen Ausbildungszentren, 100 Boulder- und Kletterhallen und Wildwasserzentrum Wildalpen.
  • Sicherheit: weltweite Freizeit-Unfallversicherung (Bergungs- und Rückholkosten, Invalidität ab 25 %) bzw. Haftpflichtversicherung
  • Hüttenleben: über 30 % Ermäßigung bei Übernachtungen in über 170 Naturfreunde-Hütten und aller alpinen Vereine in Österreich
  • Erlebnis: Angebote unserer 500 Ortsgruppen, 9 Landesorganisationen. Rund 3000 bestens ausgebildete Instruktoren der Naturfreunde aus den Bereichen Skilauf, Tourenskilauf, Langlauf, Snowboarden, Alpin, Hochalpin, Wandern, Klettern, Paddeln, Mountainbiken und Orientierungslauf.
  • Abenteuer für Kinder und Jugendliche: Skikurse, Feriencamps, Umweltprojekte
  • Urlaub: Reiseangebote im In- und Ausland
  • Umweltengagement: Aufklärungskampagnen, Umweltaktionen und Projekten.
  • Information: Das 4 x jährlich erscheinende Magazin "Naturfreund" liefert übersichtliche Tourenvorstellungen, spannende Reportagen und einen umfassenden Serviceteil über Medizin, Recht, Sicherheit, Fitness und Umweltschutz.

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