Bad Blumau: Bestsellerautor Dahlke warnt vor Marktmacht der Handelsketten

"Spar unterwandert etablierte bäuerliche Strukturen"

Graz (TP/OTS) - Der Bestsellerautor Rüdiger Dahlke, der sich in seinem aktuellen Buch "Peace Food" mit den Problemen durch Massenproduktion von Lebensmitteln auseinandersetzt, warnt vor der Konzentration am österreichischen Lebensmittelmarkt. "Die Lebensmittelketten Billa und Spar haben eine Marktmacht erreicht, die international ihresgleichen sucht. Das bedeutet auch, dass sie damit wirtschaftlichen und politischen Einfluss nehmen können, der einem Land, sofern diese Marktmacht keine ausreichende Kontrolle unterliegt, nicht gut tut."

Folgen der Marktmacht

Dahlke, der sich bei Nahrung für Qualität statt Quantität und für Lebensmittel statt Industriefutter einsetzt, verwies auf ein Projekt der Lebensmittelkette "Spar" in der Steiermark. "Im Kurort Bad Blumau zeigt Spar gerade, was diese Form von Marktmacht in Zukunft bedeuten kann: Weil der Lebensmittelmarkt bereits gesättigt ist, versuchen die Handelsketten nun, ihre Macht im Bereich der Produktion von Lebensmitteln auszuweiten. Dies nicht nur mit der Produktion von Eigenmarken, mit denen sie den Markenartiklern Konkurrenz machen, sondern jetzt auch in der Landwirtschaft."

In Bad Blumau plant Spar mithilfe des Obst- und Gemüsekonzerns "Frutura" eine 24 Hektar große Glashausanlage, in der sie einen großen Teil ihres Bedarfs an Tomaten und Paprika für ihre Supermärkte erzeugen will. "Damit würden etablierte bäuerliche Strukturen unterwandert, was ein Schritt in die falsche Richtung wäre."

Aufruf zur Selbstbeschränkung

Je mehr Großproduktion es gäbe, desto schlechter sei das für die Nahrung, betonte Dahlke. "Die ideale Ernährung besteht aus regional und saisonal angepassten Bio-Produktion, die vollwertige Lebensmittel schafft, so wie wir das in unserem Zentrum TamanGa mit weitgehender Eigenversorgung anstreben", so Dahlke weiter. Ziel müsse es sein, Lebensmittel wachsen zu lassen, anstatt Massenware zu produzieren.

Solange die österreichische Rechtslage eine Konzentration am Lebensmittelmarkt wie die bestehende zulasse, seien die Handelsketten aufgerufen, Selbstbeschränkung zu üben. "Spar und die Rewe Group Austria müssen bei allem verständlichen Interesse an Umsatzmaximierung das Wohl des Landes und seiner Bürgerinnen und Bürger im Auge behalten", so Dahlke.

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