ÖHV: NÖ braucht wirtschaftspolitischen Fokus auf Arbeitsmarkt und Wertschöpfung im Land

Tourismus: 1.640 Jobs mehr, Industrie: 5.250 weniger seit 2008

Wien (TP/OTS) - Am Sonntag stimmen die Niederösterreicher über die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik ab. Im Zentrum ihrer Überlegungen sollten Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Land liegen, erklärt ÖHV-Vizepräsident Alexander Ipp. Das Land könnte seinen Gästen noch viel mehr bieten.

"Industrie und Banken bauen massiv Mitarbeiter ab. Die Gangart wird weiter verschärft. Die nächste Landesregierung wird gefordert sein, diesem Trend entgegenzuwirken", erklärt Alexander Ipp, Eigentümer der expandierenden Ipp-Hotelgruppe und Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Jubelmeldungen über Nächtigungsrekorde und die Erhöhung von Ortstaxen würden da alleine nicht reichen, so Ipp. Angesichts der bekannten "Konzepte" ist er skeptisch: "Die Niederösterreich Werbung erledigt ihre Arbeit professionell, daran gibt es nichts zu rütteln." Gefragt seien angesichts des Bettenbooms in Wien innovative Strategien: "Diese Entwicklung belastet Auslastung und Preise auch in Niederösterreich. Weil für den Gast die Bundesländergrenze keine Rolle spielt."

Ipp: "Schluss mit den Belastungen für die Arbeitgeber vor Ort!"

Niederösterreich wäre angesichts der Entwicklung der vergangenen Jahre gut beraten, den Tourismus stärker in den Fokus der Wirtschaftspolitik zu rücken. Er macht erst ca. 3 % des BIP in Niederösterreich aus. Schließlich haben die Produktionsbetriebe seit der letzten Landtagswahl 5.250 Mitarbeiter vor die Tür gesetzt. Mit einem Rückgang um 4,9 % war der Abbau in der niederösterreichischen Industrie besonders stark, der Österreich-Schnitt lag bei -3,2 %. Niederösterreichs Finanzsektor hat mehr als 250 Arbeitsplätze abgebaut (bundesweit mehr als zehnmal so viele) - all das trotz Technologie- und Exportförderung und Bankenmillionen. "Das wird so weitergehen, wir werden die Konzerngewinne schon wieder in Rekordhöhen pushen. Für ansässige KMU aber setzt es Belastungen, allen Sonntagsreden zum Trotz", erinnert Ipp an die Erhöhung der Ortstaxen um 97 %. "65 % davon gehen an das Land und lediglich 35 % an die Gemeinden und somit in regionale touristische Infrastruktur. Es wäre auch interessant, ob die Tourismusförderung und die Tourismuswerbung in dem Ausmaß erhöht wurden. Davon gehen wir im Sinne der entsprechenden Zweckwidmung aus", erklärt Ipp.

Tourismus schafft Arbeitsplätze

Niederösterreichs Tourismusbetriebe haben seit der letzten Landtagswahl 1.640 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Ipp zufolge hätten es durchaus mehr sein können, so viele, dass die Entlassungen aus Industrie und Banken ausgeglichen werden können. Das wurde verpasst. Ein Grund dafür sei die tourismusfeindliche Erhöhung der Ortstaxe. Die IV-Forderung, dass Österreich wieder zum Industrieland werden müsse, sei damit "als gefährliche Drohung entlarvt. Das würde noch mehr Arbeitslose und Arbeitslosenkosten für die Steuerzahler bedeuten und Gewinnmaximierung für ein paar Industrielle auf Kosten der Niederösterreicher", so Ipp. Die nächste Landesregierung müsse "klare Konzepte für Arbeitgeber vor Ort vorlegen." Für Tourismusunternehmer, ihre Mitarbeiter und Familien sei eine aktive und durchdachte Tourismuspolitik das Um und Auf.

Denken über die Grenzen hinweg

Ipp, in der ÖHV für Wien und Niederösterreich zuständig, wünscht sich auch in der Politik mehr Abstimmung im politischen Handeln, das nicht an der Landesgrenze Halt macht: "Auf das Wiener Parkpickerl zu schimpfen und das Pendlerpauschale zu erhöhen ist genau die falsche Reaktion: Damit belasten wir die niederösterreichischen Pendler und das Budget." Das sei eine Lose-lose-Situation anstelle eines abgestimmten Konzepts, von dem das größte Bundesland und die größte Stadt Österreichs profitieren würden: "In keiner Region Österreichs steckt so viel wirtschaftliches Potential. Aber um das heben zu können, muss mehr Bewegung in die verkrusteten Strukturen."

Erfolgreiches Engagement für Österreichs Tourismus

Die ÖHV engagiert sich als unabhängige Interessenvertretung für Österreichs Tourismus. Davon profitieren 230.000 Branchenbeschäftigte, davon 22.425 in Niederösterreich. 2008 waren es noch 20.785. Die Tourismusbetriebe sind die heimlichen Retter der Leistungsbilanz: Jedes Jahr gleichen sie das Minus aus, das durch die Abgänge in der Industrie entsteht.

Weitere Pressemeldungen und Bildmaterial finden Sie unter www.oehv.at/presse

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Reisenzahn
Generalsekretär
Tel.: +43 (0)1 533 09 52
Fax: +43 (0)1 533 70 71
E-Mail: presse@oehv.at
www.oehv.at

TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT | TPK0006