Kongress-Stadt Wien erzielt 2012 Rekorde bei allen Kennzahlen

Wien (TP/OTS) - Mit Wiens bester Kongress-Bilanz aller Zeiten warteten Tourismusdirektor Norbert Kettner und der Leiter des Vienna Convention Bureau im WienTourismus Christian Mutschlechner bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 13. März, auf. 2012 wurden bei allen Kennzahlen der Tagungsindustrie Höchstwerte erzielt: Es gab um sieben Prozent mehr Kongresse und Firmenveranstaltungen als 2011, um acht Prozent mehr Nächtigungen und um neun Prozent mehr landesweite Wertschöpfung. Den aktuellen Trends im internationalen Kongressgeschäft kommt Wien optimal entgegen, und sein Kongresskalender 2013 deutet auf eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte hin.

"Dem touristischen Rekordergebnis, das Wien voriges Jahr insgesamt eingefahren hat, steht das Ergebnis im Kongress- und Tagungssektor 2012 um nichts nach", berichtete Tourismusdirektor Nobert Kettner, "denn auch hier haben sämtliche Kennzahlen das höchste Niveau, das je erreicht worden ist. Die Anzahl der Kongresse und Firmenveranstaltungen hat sich gegenüber 2011 um sieben Prozent auf 3.376 erhöht, die daraus resultierenden Nächtigungen sind um acht Prozent gestiegen und liegen erstmals über 1,5 Millionen, exakt sind es 1.521.170. Um neun Prozent gewachsen ist die landesweite Wertschöpfung, die die Wiener Tagungsindustrie er-wirtschaftet hat:
Sie hat damit 2012 einen Beitrag von 914,7 Millionen zum Bruttoinlandsprodukt erbracht und rund 17.500 Ganzjahresarbeitsplätze gesichert. Ihr lässt mich unsere Präsidentin, Vizebürgermeisterin Renate Brauner, herzlichste Gratulation und ein großes Dankeschön ausrichten, denn, das möchte sie betonen, diese beeindruckende Leistung kann angesichts der weltweit immer größer werdenden Konkurrenz im Kongressgeschäft gar nicht hoch genug geschätzt werden."

Ungewöhnlicher Erfolg für ein gerades Jahr

Christian Mutschlechner, Leiter des Vienna Convention Bureau im WienTourismus, erklärte dazu: "Diese Rekord-Bilanz ist umso bemerkenswerter, weil sie von einer 'Regel' abweicht, die sich im langjährigen Beobachtungszeitraum herauskristallisiert hat:
Üblicherweise sind die geraden Jahre im Wiener Kongresswesen schwächer als die ungeraden. Das hängt zusammen mit gewissen Zyklen, die sich aus der Destinationswahl von großen, global 'wandernden' internationalen Kongressen ergeben. Doch 2012 war, wie man sieht, die berühmte Ausnahme von der Regel. Die Nächtigungsentwicklung im Kongress- und Tagungssektor war nahezu ident mit jener im Gesamttourismus, daher ist auch der Anteil der Nächtigungen aus diesem Sektor am Gesamtaufkommen mit 12,4 Prozent unverändert geblieben.

914,7 Mio. Euro Wertschöpfung für ganz Österreich durch Wiens Kongresse und Tagungen

Von den 3.376 Veranstaltungen (+ 7 Prozent) 2012 waren 1.146 Kongresse (+ 13 Prozent), davon 439 nationale (+16 Prozent) und 707 internationale (+11 Prozent), 2.230 (+ 5 Prozent) waren Firmenveranstaltungen (Tagungen und Incentives). Alle gemeinsam bewirkten 914,7 Millionen Euro an landesweiter Wertschöpfung (+ 9 Prozent). Darin sind sämtliche inlandswirksamen Umsätze enthalten -sowohl die direkten Ausgaben der VeranstaltungsteilnehmerInnen, Veranstalter, Aussteller und Begleitpersonen als auch die von den Veranstaltungen verursachten Einnahmen in "vorgelagerten" Wirtschaftszweigen (z.B. Bauwirtschaft, Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Druckereigewerbe, Banken, Versicherungen, Kommunikationsunternehmen etc.). Dies wurde von Consulting Dr. M. Stoff berechnet, wobei das Event-Model-Austria (Autorin: (C) Martina Stoff-Hochreiner) zur Anwendung kam. Die von den Veranstaltungen ausgelösten Steuereinnahmen beliefen sich auf insgesamt 258 Millionen Euro, wovon 169,8 Millionen dem Bund zuflossen, 30,9 Millionen Wien, der Rest den anderen Bundesländern bzw. Gemeinden. Die Ausgaben von Wiens Kongress- und Tagungsgästen sind deutlich höher als jene der FreizeittouristInnen. 2012 waren das durchschnittlich rund 480 Euro pro Kopf und Nächtigung, der Vergleichswert sämtlicher Wien-BesucherInnen beträgt etwas über 265 Euro.

Internationale Kongresse sind die "Top-Bringer"

Wien verdankt seine Erfolge als Kongressdestination immer schon vor allem den internationalen Kongressen, und diese dominieren die Bilanz 2012 stärker denn je: Sie repräsentieren zwar "nur" 21 Prozent aller Veranstaltungen, bringen dabei aber die Hälfte der TeilnehmerInnen, 74 Prozent der Nächtigungen und 79 Prozent der Wertschöpfung in diesem Sektor. Kettner dazu: "Um internationale Kongresse anzuziehen, braucht eine Destination entsprechende Voraussetzungen - infrastrukturell ebenso wie in Hinblick auf Atmosphäre und Reputation. Wien ist hier überall nicht nur erstklassig aufgestellt, sondern auch kontinuierlich in Weiterentwicklung. Die bisweilen kritisch gesehenen neuen Hotels sind in dieser Hinsicht ein wichtiges Asset, ebenso das entstehende Goldene Quartier und die Neukonzeption der Areale rund um den Zentralbahnhof und um den Wiener Eislaufverein. Das Um und Auf allerdings ist die internationale Erreichbarkeit, weshalb ich einmal mehr auf die Bedeutung der dritten Piste für den Flughafen hinweise und dabei zu bedenken gebe, dass 76 Prozent unserer Kongressgäste -und hier sind die nationalen Kongresse mitgerechnet - per Flugzeug anreisen, bei internationalen Kongressen sind es 81 Prozent. "

Aktuelle Trends bei internationalen Kongressen begünstigen Wien als Destination

Über aktuelle Trends im internationalen Kongresswesen informierte Mutschlechner folgendermaßen: "Wir sehen am Ergebnis 2012, dass bei den für Wien so wichtigen internationalen Kongressen jene aus den Bereichen Humanmedizin, Geisteswissenschaften und IT/Kommunikation besonders stark zunehmen, während solche mit wirtschaftlichen, politischen und naturwissenschaftlichen Themen zurückgehen. - Ein für uns durchaus zuträglicher Trend. Einerseits weil die weltweite Reputation Wiens auf medizinischem Gebiet traditionell sehr hoch ist, was die Destinationswahl bei entsprechenden Kongressen begünstigt, und beides auch noch in eine sich verstärkende Wechselwirkung tritt. Andererseits lässt die Rasanz, mit der sich der Bereich IT/Kommunikation entwickelt, hier vermehrten Bedarf an Kongressen entstehen, was das Potenzial, aus dem wir schöpfen können, erhöht. Auch sonst ist der Ausblick für die nächsten Jahre vielversprechend, weil Kongresse generell immer mehr zu einem wesentlichen Faktor bei der Zusatzausbildung von Forscherinnen und Forschern in allen Fachgebieten werden. Außerdem hat Wien durch raschen Kompetenzerwerb in Hinblick auf 'Green Meetings' frühzeitig einen Hauptnerv der internationalen Kongressindustrie getroffen und sich damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenzdestinationen verschafft: Es verfügt bereits über 16 Zertifizierungsstellen für solche umweltschonenden Kongresse. Das Vienna Convention Bureau als eine davon hat 2012 diesbezüglich fünf Veranstaltungen betreut, insgesamt hat es 28 'Green Meetings' in Wien gegeben. Heuer werden es mehr sein, und in den nächsten Jahren wird deren Zahl noch stark steigen, denn für Kongressveranstalter weltweit wird es immer mehr zu einer Image-Frage 'grün' zu tagen."

Wiens heuriger Kongress-Kalender stimmt ebenfalls optimistisch, mit einer Fortsetzung der Erfolgsgeschichte ist also zu rechnen.

Highlights für Wiens Tagungsindustrie 2013

o Internationaler Wirtschaftskongress com.sult13
1.500 TeilnehmerInnen, 22.1., Haus der Industrie
o Europa-Konferenz für Windenergie
10.000 TeilnehmerInnen, 4. - 7.2., Reed Messe Wien
o Europa-Konferenz für Morbus Crohn und Colitis
4.000 TeilnehmerInnen, 13. - 16.2., Austria Center Vienna
o Europäischer Radiologie-Kongress
20.000 TeilnehmerInnen, 7. - 11.3., Austria Center Vienna
o GV Europäische Geowissenschaftliche Union
10.000 TeilnehmerInnen, 7. - 12.4., Austria Center Vienna
o Internationaler Kongress für Prädiabetes und Metabolisches Syndrom
3.000 TeilnehmerInnen, 16. - 20.4., Austria Center Vienna
o Internationales Wiener Motorensymposion
1.000 TeilnehmerInnen, 25. - 26.4., Hofburg Vienna
o Fahrrad-Konferenz Velocity
1.200 TeilnehmerInnen, 11. - 14.6., Rathaus
o Power GEN - Europa-Konferenz für erneuerbare Energie & Kernkraft 15.000 TeilnehmerInnen, 4. - 6.6., Reed Messe Wien
o Europ. Vereinigung für Endoskopische Chirurgie
3.000 TeilnehmerInnen, 18. - 22.6., Hofburg Vienna
o Weltkongress für sexuell übertragbare Infektionen
1.500 TeilnehmerInnen, 14. - 17.7., Hofburg Vienna
o Weltkongress für Neurologie
8.000 TeilnehmerInnen, 21. - 26.9., Reed Messe Wien
o Europ. Vereinigung für Cardio-Thorax-Chirurgie
5.000 TeilnehmerInnen, 5. - 9.10., Austria Center Vienna
o Kongress der Weltvereinigung für Psychiatrie
5.000 TeilnehmerInnen, 27. - 30.10., Austria Center Vienna
o Europa-Konferenz für Biotechnologie
3.000 TeilnehmerInnen, 4. - 6.11., Reed Messe Wien

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