Tourismusbranche weist Vorwurf der Lebensmittelverschwendung deutlich zurück

WKÖ-Schenner: Kein Gastronom produziert bewusst Abfall - Politik soll Verwendung frischer, regionaler Produkte unterstützen

Wien (OTS/PWK392) - Die Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) weist die gestern, Donnerstag, vom Konzern "Unilever Food Solution" vorgebrachten Vorwürfe der Lebensmittelverschwendung in der heimischen Gastronomie deutlich zurück. Der Sprecher der 90.000 Tourismusbetriebe, Hans Schenner, stellt dazu klar: "Die vielen Hotel- und Gastronomiebetriebe, die heimische Produkte verwenden und die mit der regionalen Landwirtschaft und den Produzenten eng zusammen arbeiten, als Lebensmittelverschwender in das moralische Eck zu stellen, ist der falsche Ansatz. Mit Chemie haltbar gemachte Lebensmittel der Industrie sind eine 'Food Solution', die wir nicht anstreben. Außer die Politik möchte, dass wir frischen Marchfelder Spargel durch Dosenspargel ersetzen, der aus China angeliefert wird."

Allein ausländische Touristen geben rund 15 Milliarden Euro pro Jahr in Österreich aus, bekräftigt Schenner: "Die locken wir aber nicht mit dem Thema Lebensmittelverschwendung, sondern mit ausgezeichneter Kulinarik." Genau das hat die Bundessparte mit Vertretern der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH und dem Verein der Genussregion Österreich erst kürzlich in einem Pressegespräch dokumentiert. "Entscheidend für den Erfolg des Tourismus- und Gastronomiestandortes Österreich sind Vertrauensschutz und unabhängige Kontrollen der Lebensmittel anhand transparenter, nachvollziehbarer Standards", betont Schenner.

Helmut Hinterleitner, Obmann des Gastronomieverbandes in der WKÖ und Sprecher von 50.000 Gastronomiebetrieben unterstreicht: "Bei den Portionsgrößen berücksichtigen wir selbstverständlich die Wünsche unserer Gäste. Kein Gastronom produziert bewusst Abfall - schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht." "Und sicher werden wir unsere Gäste nicht zwingen, ihre Teller leer zu essen", ergänzt Schenner.

Vielmehr sehen die Sprecher des Tourismus und des Gastgewerbes ein Problem bei Industrieprodukten. Die Industrie biete zwar Convenience-Produkte für die Gastronomie an, jedoch liefere die Industrie damit gleichzeitig den Grund für die angesprochene Thematik: "Einmal aufgetaut, kann das Produkt am nächsten Tag nicht mehr verwendet und muss leider entsorgt werden", so Branchensprecher Schenner. Hinterleitner: "Dazu kommen noch die vielen, zum Teil unverrottbaren Verpackungen, die unsere Umwelt besonders stark belasten."

Schenner und Hinterleitner appellieren unisono an Landwirtschafts-und Lebensminister Nikolaus Berlakovich, die Verwendung frischer regionaler Produkte der österreichischen Landwirtschaft in der Gastronomie zu unterstützen. Schon durch die kurzen Anlieferungswege fallen wesentlich weniger schädliche Treibhausgas-Emissionen und Verpackungsmüll an. Aus den Gästebefragungen der Urlaubsgäste aus dem In- und Ausland geht hervor, dass Kulinarik neben Natur und Kultur zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren für den österreichischen Tourismus zählt. Für mehr als ein Drittel unserer Gäste (34 Prozent), sind typisch regionale Speisen der wesentliche Faktor für die Urlaubsentscheidung.

"Nur in der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der heimischen Landwirtschaft können wir regionale Kreisläufe schließen und damit Arbeitsplätze und Wertschöpfung in den Regionen sichern", so Hinterleitner und Schenner abschließend.

Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist die Interessenvertretung für über 90.000 Tourismusbetriebe aus den Branchen Gastronomie, Hotellerie, Freizeit- und Sport, Reisebüros, Kinos, Kultur- und Vergnügungsbetriebe sowie Gesundheitsbetriebe. Jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz in Österreich ist direkt oder indirekt von Tourismus und Freizeitwirtschaft abhängig. Die Branche erwirtschaftet eine jährliche Bruttowertschöpfung von rund 42 Milliarden Euro, das sind mehr als 15 Prozent des BIP. (ES)

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