Österreichs alpine Vereine schlagen Alarm: Schutzhütten und Bergwege am Rande des Abgrunds

Wien (TP/OTS) - Österreich ist stolz auf seine Naturräume und deren Erlebbarkeit. Die Pflege und Erhaltung ist aber vor allem im alpinen Bereich eine sehr arbeits- und kostenintensive Aufgabe, für die kaum ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Nur eine Anhebung der Bundesförderungen kann diese wertvolle alpine Infrastruktur nachhaltig sichern. Der Verband alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) - vertreten durch den Oesterreichischen Alpenverein, die Naturfreunde Österreich und den Österreichischen Touristenklub - fordert deshalb von den im Parlament vertretenen Parteien und der Bundesregierung eine Anpassung der Förderungen für Schutzhütten und Bergwege von derzeit 1,5 Millionen Euro auf 4 Millionen Euro jährlich, um deren nachhaltigen Sicherung zu gewährleisten.

Die Berge und mit ihnen untrennbar verbunden auch die Schutzhütten und Wege, sind Teil der Geschichte, der Kultur und der Identität Österreichs. Die alpinen Vereine mit ihren über 600.000 Mitgliedern erhalten diese für den Sommertourismus wichtige Infrastruktur und ermöglichen somit eine sichere Benutzung der rund 50.000 km Wanderwege und 475 Hütten mit knapp 25.000 Schlafplätzen. Doch deren Erhaltungskosten steigen infolge der immer strengeren Behördenauflagen in den Bereichen Brandschutz, Umweltschutz (z.B. Abwasserreinigungsanlagen), Arbeitnehmerschutz und Hygiene sowie aufgrund der immer häufiger auftretenden Wetterkapriolen massiv an.

Derzeitige Fördersummen sind schon lange nicht mehr ausreichend!

Mit den derzeitigen finanziellen Mitteln kann die Instandhaltung und Pflege dieser alpinen Freizeiteinrichtungen deshalb nicht mehr aufrechterhalten werden. Aus diesem Grund fordern die alpinen Vereine von den im Parlament vertretenen Parteien und der kommenden Bundesregierung ab dem Budget 2014 eine Aufstockung der jährlichen Bundesförderung von aktuell 1,5 Millionen Euro auf 4 Millionen Euro. "Zur Gewährleistung einer notwendigen Planungssicherheit fordern wir außerdem eine gesetzliche Grundlage für die Hütten- und Wegeförderung. Zusätzlich sollten sich künftig auch die Länder intensiver an der Finanzierung beteiligen", erklärt Dr. Karl Frais, Vorsitzender der Naturfreunde Österreich. "Außerdem laden wir die Öffentlichkeit auf breiter Ebene ein, unsere Forderungen, die wir als Petition formuliert haben, mit ihrer Unterschrift zu unterstützen." Ab 21.6.2013 kann man die Charta online unter www.petition.prohuettenundwege.at unterzeichnen. Es liegen auch auf allen 475 Schutzhütten Petitionsbücher für Wanderer, Bergsteiger und Urlauber zur Unterschrift auf. "Wir appellieren an die politisch Verantwortlichen, rasch zu handeln und zu bedenken: Die alpinen Vereine verdienen nichts an den Subventionen. Diese sind ein reiner Durchlaufposten, der direkt der alpinen Infrastruktur zugutekommt, von der schließlich die Allgemeinheit und die heimische Wirtschaft -vor allem der Tourismus - profitieren", so Frais.

Sparen am falschen Platz

Zur Verdeutlichung: Viele Schutzhütten liegen sehr exponiert, Baumaterialien können oft nur per Hubschrauber zum Bauplatz gebracht werden, wodurch Bauen im Hochgebirge extrem teuer ist - im Schnitt 2,5-mal so teuer wie im Tal. Auch der Hüttenbetrieb ist enorm kostspielig. Eine einzige Spülung auf einer Hüttentoilette kostet bis zu 5 Euro, eine Kilowattstunde Strom im hochalpinen Raum bis zu 4 Euro. "Den Großteil bezahlen unsere Mitglieder. Unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen erbringen außerdem freiwillig und unentgeltlich jährliche Arbeitsleistungen im Wert von über 3,8 Millionen Euro", erläutert Dr. Andreas Ermacora, Präsident des Oesterreichischen Alpenvereins. "1992 betrug die Bundesförderung noch 2,18 Millionen Euro. Valorisiert man diesen Betrag um den Baukostenindex, müsste die Unterstützung heute 3,99 Millionen Euro betragen", so Ermacora weiter. Die Realität spricht aber eine andere Sprache: Nach drei Kürzungen in Folge stellt der Bund 2013 gerade noch 1,5 Millionen Euro für die gesamte alpine Infrastruktur zur Verfügung. Die Folgen einer weiteren Unterfinanzierung wären unter anderem nicht bewirtschaftete Hütten, nicht betreute Wege und Steige und somit unsichere Verhältnisse für alle, die in Österreichs Bergen unterwegs sind.

"Die fortwährende Senkung unserer Förderungen bedeutet ein Sparen am falschen Platz, denn das alpine Hütten- und Wegenetz ist DIE tragende Säule des Wander- und Bergsteigertourismus in Österreich. Und die Schutzhütten der alpinen Vereine sind insbesondere auch für die jeweiligen Regionen ein wesentlicher wirtschaftlicher bzw. arbeitsplatzerhaltender Faktor", schließt Ermacora.
In der zweiten Septemberhälfte werden die Petitionsbücher Bundespräsident Dr. Heinz Fischer übergeben. "Wir freuen uns natürlich sehr, dass auch der Bundespräsident als Schirmherr des VAVÖ unsere Anliegen im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt", betont VAVÖ Präsident Dr. Franz Kassel. "Denn als aktiver Bergsteiger, begeisterter Wanderer und langjähriger Präsident der Naturfreunde Österreich weiß Dr. Fischer über die Sorgen und Nöte der alpinen Vereine bei der Erhaltung der alpinen Infrastruktur bestens Bescheid."

Über den Verband alpiner Vereine Österreichs

Der Verband alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) ist die Dachorganisation aller bedeutenden heimischen alpinen Vereine. Der Verband ist überparteilich. Insgesamt vertritt der VAVÖ 12 Bergsteigervereine. Zu den größten zählen der Oesterreichische Alpenverein, die Naturfreunde Österreich und der Österreichische Touristenklub.

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Rückfragen & Kontakt:

Verband alpiner Vereine Österreichs
Rudolf Kaupe
vavoe@aon.at
Tel.: +43 (0)664 459 89 73

Oesterreichischer Alpenverein
Monika Melcher, E-mail: monika.melcher@alpenvererein.at
Tel.: 0664/8118249

Naturfreunde Österreich
Doris Wenischnigger, E-mail: doris.wenischnigger@naturfreunde.at
Tel.: 01/892 35 34 31

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