Heidi Schaller neue Vorsitzende der ÖHV Kärnten: Herausforderungen zu Chancen machen

Kärnten (TP/OTS) - ÖHV (Wien): Kärnten polarisiert: Auf der einen Seite Traum-Urlaubsland für viele, auf der anderen seit Jahren rückläufige Nächtigungszahlen. Heidi Schaller, neue Vorsitzende der ÖHV Kärnten, will gemeinsam mit der Politik das Ruder herumreißen.

Hohe Kosten, niedrige Preise, angespannter Arbeitsmarkt:
Österreichs Hoteliers sind mit großen Herausforderungen konfrontiert. Doch damit nicht genug, wartet jedes Bundesland seinen Unternehmern ganz eigene Spezialitäten auf. In Tourismusangelegenheiten hat die Kärntner Landespolitik jetzt eine neue Ansprechpartnerin: Heidi Schaller, geschäftsführende Hoteldirektorin der Werzers Hotels am Wörthersee, ist die neue Vorsitzende der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) in Kärnten und spricht für 119 Häuser der höheren Kategorien mit etwa 4.000 Mitarbeitern. Unterstützt wird sie von Martin Klein vom Hotel Hochschober Turracher Höhe und Hubert Koller vom Hotel Koller am Millstätter See und Bert Jandl, GF Vila Vita Hotel und Feriendorf Pannonia in Pamhagen, als Vizepräsident in der ÖHV für die Region Süd - Kärnten, die Steiermark und das Burgenland - zuständig.

Engagiertes Programm für den Kärntner Tourismus

"Das Qualitätssegment verzeichnet in Summe als einziges noch Nächtigungszuwächse, aber, durch die Zunahme der Bettenzahl, nicht genug, um Auslastung und Umsätze in den Betrieben zu steigern. Das ist schade, denn das Potential wäre da. Wir wollen dazu beitragen, es zu heben", erklärte Schaller, die gemeinsam mit ÖHV-Präsident Mag. Gregor Hoch und Vizepräsident Bert Jandl das neue Programm für den Kärntner Tourismus vorstellte.

Das Um und Auf für die Branche werde eine engagierte und parteipolitisch unabhängige Tourismuspolitik sein. "Das ist die Basis auf der alles aufbaut", erklärt Schaller und führt an, wo der dringendste Handlungsbedarf besteht:

Die Kürzung des Kärnten Werbung-Budgets soll zurückgenommen werden. Der Tourismus ist als Arbeitsplatzmotor in Kärnten unverzichtbar, hier wird zu viel Potential liegen gelassen. Keine Investition zahlt sich so aus wie die in die Tourismuswerbung.

Beworben werden soll Kärnten auf Basis eines durchdachten Marketing-Konzepts, das gemeinsam mit der Wirtschaft ausgearbeitet werden soll. Erster Ansprechpartner dafür soll die Top-Hotellerie sein, also die Unternehmen, die in ihren Betrieben und mit ihren Aufträgen und Gästeausgaben tatsächlich Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Kärnten schaffen.

Destinationsvergleich legt Nachholbedarf offen

Wie dringend notwendig eine aktive Herangehensweise für die Entwicklung der Tourismusregion Kärnten ist, zeigt nicht nur die langfristige Nächtigungsentwicklung, die stark im Kontrast zu den anderen Bundesländern steht. Auch in der ÖHV-Destinationsstudie hat Kärnten, wie Schaller es formuliert, "eindeutig noch viel Potential". Dieses gelte es zu nutzen, wie der Performancevergleich klar zeigt:
Die Destination Villach - Warmbad - Faaker See - Ossiacher See belegt in drei von vier Kategorien knapp, aber doch, einen Top-Ten-Platz:
bei der Zunahme der Ankünfte und der Nächtigungen auf Platz 10, bei der Entwicklung der Beherbergungsumsätze auf Platz 8. Bei der Entwicklung der Bettenauslastung liegt die Destination Carnica -Region Rosental auf Platz 7. Ansonsten sind die Kärntner Destinationen in den vorderen Ranking-Regionen eher dünn gestreut. "Im Vergleich mit den Ergebnissen der Destinationen in den anderen Bundesländern haben wir Nachholbedarf. Das ist unbestritten. Jetzt geht es aber nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, dass wir gemeinsam etwas weiterbringen", hält Schaller fest.

Saisonverlängerung würde Potential heben

Schaller will den Hoteliers, am Berg und an den Seen, Mut machen, die Saison zu verlängern. Die Mehreinnahmen würden die Rentabilität der Investitionen rapide steigern, den Unternehmern bliebe mehr Spielraum für Investitionen in die Qualität ihrer Häuser. "Ich will neue Gästegruppen für Kärnten begeistern, mit einem hochwertigen Angebot", erklärt Schaller. Bei der Durchsetzung der Saisonverlängerung seien Betriebe aller Kategorien und aller Branchen gefordert, so Schaller: "Wir müssen beim Angebot eine kritische Größe erreichen, dann schaffen wir es." Profitieren würde die ganze Region, allen voran die Hotellerie: "Wer seine Anlagen nur einen Bruchteil des Jahres nutzt, lässt viel Potential ungenutzt liegen. Mit der Saisonverlängerung heben wir den Return on Investment massiv. Da freut sich die Bilanz", beschreibt Schaller ihre klaren Erwartungen.

Werbeoffensive jetzt!

In einem weiteren Schritt soll das Angebot professionell vermarktet werden: "Hier wird sich die ÖHV einbringen, einerseits bei der institutionellen Zusammenarbeit, andererseits beim Service für die Hotels. In Marketing und Sales tut sich sehr viel, wir halten die Hoteliers auf dem Laufenden", erklärt Schaller. In Kärnten Werbung und Tourismuslandesrat sieht Schaller in Kärnten "die richtigen Ansprechpartner" und verweist darauf, dass Kärnten mit der Direktbuchung Vorreiter in Österreich sei: "Da sind die Kärntner allen anderen einen Schritt voraus", bestätigt Hoch.

Ganzjahresarbeit schafft Jobs und bringt Wachstum

Ganzjahresarbeitsplätze würden auch die Fluktuation senken und der Branche zu mehr und besseren Mitarbeitern verhelfen, leitet Schaller zu einem Schwerpunkt weiter, der ihr besonders wichtig ist: "Die Top-Hotellerie zahlt weit über dem Branchendurchschnitt, die Stundenlöhne sind in den vergangenen 5 Jahren um 17,9 % gestiegen", verweist Schaller auf www.lohnbenchmark.at von Kohl & Partner, dp Personalsoftware und der ÖHV. Nicht zuletzt deswegen sei die Zahl der Mitarbeiter in der Hotellerie und Gastronomie in zehn Jahren um 15,3 % gestiegen, von 11.775 auf 13.571. "In keine andere Branche sind so viele neue Mitarbeiter gegangen wie in den Tourismus. Wir sind auch eine der wenigen Branchen, die seit der Krise konstant den Mitarbeiterstand gehoben hat. Aber wir haben noch Luft nach oben, also gehen wirs an", fordert Schaller.

Junge, 50+ und Wiedereinsteiger

Je mehr Qualität die Hoteliers ihren Gästen bieten wollen, umso mehr und umso bessere Mitarbeiter brauchen sie - und bekommen sie auch: Der ganz klare Jobmotor ist die Top-Hotellerie: "Hier haben wir attraktive Gehälter, renommierte Arbeitgeber, Arbeitsplätze, an denen andere Urlaub machen und Ausbildung auf internationale Niveau, von der Lehrlingsakademie bis zur Abteilungsleiter- oder Unternehmerakademie." Viel Potential sieht Schaller im Bereich 50+ und bei Wiedereinsteigern: "Hier haben wir gute Erfahrungen gemacht und wir werden diese Leute noch lange in unseren Betrieben sehen -als Gäste und als Mitarbeiter." Für Junge soll die Lehre auf Vordermann gebracht werden: "Wir haben jetzt endlich die Zusage der Gewerkschaft, ein modernes Berufsbild zu entwickeln, das up to date ist. Es muss junge Leute ansprechen und ihnen gleichzeitig alle Karrierewege offenhalten. Mit dem Modullehrberuf schaffen wir das."

Mitarbeiter dort abholen, wo Jobs gesucht werden

Dringend braucht die Kärntner Hotellerie eine Lösung für die Hochsaison: Die Saisonierkontingente - sie stellten jedes Jahr wiederkehrende Stammmitarbeiter - wurden über die Jahre laufend gekürzt: "Und zwar immer knapp vor oder sogar nach Saisonbeginn. Andere Mitarbeiter zu finden ist in der kurzen Zeit fast unmöglich. Da wird eine Branche systematisch ausgehungert", beklagt Schaller mangelndes Eingehen auf die betriebliche Realität. Aus der Region kann die mitarbeiterintensive Top-Hotellerie ihren stark wachsenden Mitarbeiterbedarf in der Hochsaison längst nicht mehr decken: "Da stoßen wir im wahrsten Sinn des Wortes an Grenzen, da braucht es großräumigeres Denken: Entweder sprechen wir die Millionen Arbeitslosen in der EU an oder wir öffnen die Grenzen für Drittstaaten. Aber die Hoteliers und ihre Gäste im Stich zu lassen, das geht nicht", stellt Schaller klar.

Nur gemeinsam stark: Flughafen und Internationalisierung

Jandl bezieht das auch auf die Verkehrsinfrastruktur: Der Klagenfurt Airport wies 2012 mit knapp 280.000 Passagieren ein Minus von fast 26 % gegenüber 2011 aus. Der Verdacht der EU-Wettbewerbsbehörde, der Airport wäre ohne Subventionen von Land, Stadt und Bund nicht aufrechtzuerhalten, sei mit einem Strategiewechsel zu entgegnen: "Die Top-Hotellerie ist bei der Internationalisierung erster Ansprechpartner für Flughafen, Stadt und Land. Entwickeln wir gemeinsam unser Angebot weiter und kommunizieren wir es! Setzen wir auf Qualitätsangebote und internationale Wachstumsmärkte", fordert er ein Umdenken ein, das anderswo längst eingesetzt hat und Früchte trägt. Davon würde die ganze Region profitieren.

Gemeinsam stark: ÖHV bündelt KMU-Power

Für das Engagement in der ÖHV hat sich Heidi Schaller ganz bewusst entschieden, "weil die ÖHV viel weiterbringt", so die mehrsprachige Branchenexpertin mit internationaler Erfahrung. Auf die ÖHV stoßen viele Hoteliers über das Produkt- und Serviceangebot. "Der Kern aber ist das Lobbying, und je mehr wir sind, umso überzeugender können wir auftreten", erklärt Schaller. Das beste Beispiel ist der ÖHV-Erfolg bei der Onlinebuchung: Von der ÖHV initiiert, haben zahlreiche Hoteliers nachhaltige Maßnahmen gegen nachteilige AGBs und überhöhte Kommissionen gesetzt - bis hin zum Austritt ganzer Angebotsgruppen und Destinationen: "Ein einzelner Hotelier richtet gegen multinationale Konzerne gar nichts aus. Die ÖHV hat die Marktmacht, das Prozess-Know-how, die inhaltliche Expertise und den politischen Einfluss", verweist sie auf die Entwicklung seither: Missliebige Passagen in den Verträgen wurden ausgesetzt, das Tourismusministerium arbeitet unter Hochdruck an einer zukunftsträchtigen Lösung für die Direktbuchung auf den Websites der Tourismusorganisationen: "Alles richtig gemacht, besser geht nicht", so Schallers Fazit.

Immobilienmarkt: Herausforderung und Chance zugleich

Die Branchenvertretung will Schaller selbst offen, aktiv und mit einem Blick über den Branchenhorizont hinaus angehen: "Wir werden uns hier etwas breiter aufstellen, werden die Immobilienentwicklung -natürlich mit Fokus auf die Beherbergung - stärker einbeziehen in unsere Analysen. Der Einfluss der Immobilienwirtschaft auf den Tourismus wird immer stärker - nicht immer zum Vorteil für Gastgeber und Gast", verweist Schaller auf die Entwicklung in den Tourismuszentren einerseits und innovative Unternehmens- und Finanzierungsformen andererseits. Wo Wohnraum, Kulturlandschaft und Freizeitflächen aufeinandertreffen, ist eine funktionierende Raumplanung besonders wichtig: "Sonst geht die Landschaft verloren und ein dichter Brei ohne Struktur entsteht", warnt Schaller vor unerwünschten Begleiterscheinungen.

Knackpunkt Kostenwahrheit

Professionelles Lobbying mache sich umso mehr bezahlt, als auf Bundes- und EU-Ebene jetzt entscheidende Weichen für die Branche gestellt werden. Die ÖHV-Präsidenten haben klar aufgezeigt, dass die Belastungsgrenze selbst für Top-Betriebe in jedem Fall erreicht, wenn nicht sogar überschritten ist: "Die ÖGB-Wünsche sind nicht finanzierbar. Wenn wir den Betrieben an die Substanz gehen, sind die Arbeitsplätze schneller Geschichte, als wir glauben", erklärt Hoch. Aus demselben Grund fordert er Umsicht bei der Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie in nationales Recht: "Energieeffizienz ja, aber so dürfen dabei nicht auf die Betrieb vergessen! Weitere Kostensteigerungen könnten uns teurer kommen, als wir denken: Sie könnten uns viele Arbeitsplätze kosten."

Erfolgreiche Interessenvertretung für Österreichs Tourismus

Die ÖHV gestaltet seit 60 Jahren als freiwillige parteiunabhängige Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. Mehr als 1.200 Mitgliedsbetriebe, davon 119 in Kärnten, nutzen operative Dienstleistungen in Marketing und Weiterbildung genauso wie ihren Vorsprung durch Innovation und Vernetzung. Mit rund 152.000 Betten -das entspricht zwei Drittel der Kapazität in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als 40.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Gesamtumsatz von rund 3 Mrd. Euro. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft generierte als Österreichs Wirtschaftsmotor 2011 über direkte und indirekte Wertschöpfung 14,6 % des BIP und jeden 5. Vollarbeitsplatz

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