Deutsches Bundeskartellamt erweitert Abmahnung gegen Online-Plattformen

Verfahren gegen Bestpreisklauseln ausgeweitet

Wien (TP/OTS) - Das deutsche Bundeskartellamt geht weiter gegen die Einschränkung des Wettbewerbs bei Online-Buchungen vor. HRS erhält damit die "Gelegenheit, seine bisherige Haltung noch einmal zu überprüfen", so das Bundeskartellamt.

Die ÖHV hat die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde mit dieser Causa befasst: "Das deutsche Kartellamt geht jetzt weiter gegen die Einschränkung des Wettbewerbs vor. Das bestätigt unsere Beschwerde vollinhaltlich", erklärt ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn. Auch eine Image-Tour von HRS im gesamten deutschsprachigen Raum konnte nicht verhindern, dass die von der ÖHV kritisierten Passagen in den AGBs außer Kraft gesetzt wurden. Die Hauptbeschwerdepunkte der ÖHV waren die Bestpreisgarantie, die Verfügbarkeit über das letzte Zimmer und der Einfluss von Zahlungen auf die Platzierung in den Gästerankings.

Vorgehen gegen unlautere Praktiken ist Erfolg für die Hotellerie Die Ausweitung der Abmahnung wertet Reisenzahn als Erfolg für die Branche: "Damit ist uns ein entscheidender Schlag gegen die Einschränkung der unternehmerischen Freiheit gelungen. Jetzt bestimmt wieder der Hotelier, wo er sein Zimmer verkauft und zu welchem Preis." Wettbewerbseinschränkungen dieser Art akzeptieren weder das deutsche noch das österreichische oder europäische Recht: "Und wir akzeptieren sie auch nicht", unterstreicht Reisenzahn. Wettbewerb über eine Bestpreis-Garantie zu verhindern: "Wir lassen nicht zu, dass Hoteliers in ihren Rechten eingeschränkt werden", hält Reisenzahn fest, dass das auch für nicht nachvollziehbare Platzierungen in Rankings auf Hotelbuchungsplattformen gilt: "Wo Gästeranking draufsteht, muss ein Gästeranking drin sein!"

Erfolgsgeschichte: ÖHV gegen HRS

Die ersten Schritte gegen den Missbrauch der Marktmacht durch die großen Online-Portale hat die ÖHV beim Hotelierkongress 2012 gesetzt. Seither hat sich viel getan. Die erzwungene Einstellung der Facebook-Seite "HRS-freie Wochen" entpuppte sich als Pyrrhus-Sieg für HRS: Kurz darauf stellte mit den Kinderhotels eine der erfolgreichsten und bekanntesten Angebotsgruppen in Österreich die Zusammenarbeit mit der Plattform ein. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte sogar eine sechsmonatige Ordnungshaft angedroht, um HRS zur Beendigung unlauterer Praktiken zu zwingen. Der Nationalrat behandelte das Thema auf Initiative der ÖHV, mittlerweile hat Univ.-Prof. DI Dr. Hannes Werthner im Auftrag von Tourismusminister Mitterlehner fünf Varianten für alternative Buchungslösungen ausgearbeitet, die die Kosten für die Hoteliers senken werden. "Mehr direkte Buchungen sind und bleiben unser Ziel", erklärt Reisenzahn. Mit der Ausweitung der Abmahnung hat das deutsche Bundeskartellamt klargemacht, dass die von HRS bisher gesetzten Schritte nicht reichen und auch andere Plattformbetreiber unter Beobachtung stehen. Der heuer veröffentlichte Hotelvertriebs-Monitor zeigt eine Zunahme der direkten Onlinebuchungen von 50 auf 60 %.

In vollem Einsatz für die Hotellerie

Die ÖHV gestaltet seit 60 Jahren als freiwillige parteiunabhängige Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. Mehr als 1.200 Mitgliedsbetriebe nutzen operative Dienstleistungen in Marketing und Weiterbildung genauso wie ihren Vorsprung durch Innovation und Vernetzung. Mit rund 152.000 Betten - das entspricht zwei Drittel der Kapazität in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als 40.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Gesamtumsatz von rund 3 Mrd. Euro. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft generierte als Österreichs Wirtschaftsmotor 2012 über direkte und indirekte Wertschöpfung 15 % des BIP und jeden 5. Vollarbeitsplatz.

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