Lohnsteuer-Rekord auf Kosten von Mitarbeitern und Arbeitgeber-Betrieben

Von 150 Euro Lohnerhöhung bleiben netto 62 Euro:

Wien (TP/OTS) - ÖHV: Saniert sich die Politik auf Kosten von Arbeitgebern und Mitarbeitern? 59 % der KV-Lohnerhöhung im Tourismus versickern in Politik und Verwaltung. ÖHV-Präsidentin Reitterer sieht Politik, Gewerkschaft und AK gefordert.

Die Abbildung finden Sie hier zum Download:
ttp://www.tourismuspresse.at/redirect/oehv107

"Der Bund kassiert Lohnsteuern in Rekordhöhe, gleichzeitig sinken Ergebnisse und Investitionen der Hotellerie. Da saniert sich wer auf Kosten unserer Mitarbeiter", verweist Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), auf die steigende Steuerlast. Die Lohnsteuereinnahmen lagen im ersten Halbjahr um 4,1 % über Vorjahresniveau. Dazu hat der Beschäftigungsrekord im Tourismus beigetragen, noch mehr aber die starken Lohnsteigerungen und die kalte Progression. Die Mindestlöhne samt Lohnnebenkosten stiegen um 150 Euro. Netto bleiben dem Mitarbeiter aber nur 62 Euro mehr. "Wenn 59 % der Lohnsteigerung nicht beim Mitarbeiter ankommen, haben wir ein Problem. Das Problem ist das Steuer- und Abgabensystem, und es gehört rasch gelöst", fordert Reitterer.

Alarmsignal: Betriebe fahren Investitionen zurück

Und es ist ein zweischneidiges Schwert: Denn während den Mitarbeitern zu wenig bleibt, setzen die Belastungen den Hoteliers zu stark zu. Viele von ihnen fahren die Investitionen zurück: 36,8 % der Hoteliers senken die Ausgaben dafür - noch mehr als die 29,7 % im Vorjahr. Mehr investieren wollen nur 5,7 %. Im Vorjahr was es noch 9,5 % gewesen, fast doppelt so viele. Da sollten die Alarmglocken schrillen: "Damit fehlen auch Aufträge im Gewerbe, Steuern, Kaufkraft, Arbeitsplätze. Den Turnaround werden wir erst schaffen, wenn die Einnahmen wieder steigen und die Kosten sinken", erklärt Reitterer.

Substanzsteuern würden Problem verschärfen

Wer jetzt die Belastungen für die Branche erhöht, gießt Öl ins Feuer, warnt Reitterer. "Soziale Gerechtigkeit darf nicht auf Kosten der Betriebe gehen. Substanzbesteuerung heißt Arbeitgeberbetriebe zerstören, um Arbeitslosengeld und Notstandshilfe auszuzahlen. Das Ziel müssen Arbeitsplätze sein. Hotellerie müssen als Partner gesehen werden." Von den Ausgaben der Gäste leben Mitarbeiter, Gemeinden, Gewerbe, Handel und viele mehr. Reitterer will diese Stärke ausbauen.

Ursachen statt Symptome bekämpfen: Lohnnebenkosten senken

"Wir hören ein Wahlversprechen nach dem anderen. Ernst zu nehmen ist kaum eines. Keines setzt bei der Ursache an. Da wird um die Behandlung von Symptomen gestritten", stellt Reitterer fest. Die einen wollen Steuern und Sozialausgaben erhöhen, die anderen die zu hohen Steuern für eine kleine Gruppe von Betrieben durch künstliche Konstruktionen zur Gegenrechnung von Verlusten oder durch mehr Forschungsförderung ausgleichen. "Der typische Arbeitgeberbetrieb zahlt drauf. So kommen wir nicht weiter", fordert Reitterer ein rasches Umdenken ein: "Setzen wir beim Problem an: Senken wir die Lohnnebenkosten!" Die Arbeitnehmer sieht Reitterer dabei als Partner:
"Wenn wir am Ende des Monats mehr auf den Tisch legen, muss es im Interesse von Gewerkschaft und Arbeiterkammer sein, dass für ihre Mitglieder netto mehr herausschaut. Da müssen jetzt rasch Vorschläge auf den Tisch, und die gehören umgesetzt."

Wirtschaftsmotor Tourismus: Sand im Getriebe

Die ÖHV vertritt als unabhängige Interessenvertretung mehr als 1.200 Betriebe einer Branche mit 230.000 Beschäftigten. Diese Betriebe haben rund 160.000 Betten im Angebot, das sind rund zwei Drittel aller 4- und 5-Sterne-Betten Österreichs. Pro Jahr erwirtschaften die ÖHV-Betriebe etwa 3 Mrd. Euro. Alle Tourismus- und Freizeitbetriebe zusammen erwirtschaften 15 % des Bruttoinlandsprodukts. Besonders wichtig sind die Arbeitsplätze, die die Hoteliers Jahr für Jahr in ihren Betrieben schaffen, zumal Produktion und öffentlicher Dienst in der Krise konstant Arbeitsplätze abbauen.

Weitere Pressemeldungen und Bildmaterial finden Sie unter www.oehv.at/presse

Rückfragen & Kontakt:

Michaela Reitterer
Präsidentin
Tel.: +43 (0)1 9824272
E-Mail: presse@oehv.at
www.oehv.at

TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT | TPK0007