Mehr Nettolohn statt Überstunden-Euro: Mehr Abgaben hießen weniger Investitionen und Arbeitsplätze

Salzburg (TP/OTS) - ÖHV: Anstatt die Bemessungsgrundlage für Kammerbeiträge zu erhöhen, sollen AK und ÖGB Lohnnebenkosten senken, Spielraum für Investitionen schaffen und die Arbeitszeit flexibilisieren, fordert ÖHV-Vizepräsident Veit.

"Wenn Überstunden teurer werden, wird die Arbeit dann schneller erledigt? Oder werden nur Betriebe belastet?" Walter Veit, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), weist die Forderung von Arbeiterkammer und ÖGB nach einem Euro Abgabe je Überstunde zurück. In der betrieblichen Praxis ist der gewerkschaftliche Traum nicht machbar: "Teurere Überstunden bringen nicht einen Mitarbeiter mehr, sondern im Gegenteil mehr Stress oder ungemachte Betten. Das kann nicht ihr Ernst sein", hofft Veit.

Teams flexibler einsetzen

"Die Gewerkschaft will so Überstunden abbauen und mehr Arbeitsplätze schaffen. Das Gegenteil wäre der Fall: Mehr Mitarbeiter für den Gästeansturm zum Saisonhöhepunkt können wir dadurch auch nicht einstellen. Und die, die wir haben, kämen uns teurer, hätten aber nichts davon. Das kostet nur wieder Jobs", weist Veit auf die Fakten hin. Helfen würden flexiblere Arbeitszeiten, um die Teams besser koordinieren zu können.

Erhöhung der Lohnnebenkosten

Den wahren Hintergrund ortet Veit anderswo: "Mit jeder geleisteten Überstunde würden die Kammerbeiträge steigen", so Veit. Schon jetzt bleiben den Mitarbeitern von 150 Euro Mehrkosten durch die KV-Erhöhung netto nur 62 Euro. 59 % der Erhöhung kassieren Fiskus und Kammern: "Und am Überstunden-Euro würden sie wieder mitverdienen. Aber die Zwangsbeiträge müssen runter! Finger weg vom Geld unserer Mitarbeiter!"

Investitionsanreize statt Belastungskurs

Die geplanten Belastungen würden vor allem den Tourismus treffen -Unternehmen, die wegen der Kostenanstiege bereits bei den Investitionen sparen müssen: "Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank vergibt um 30 % weniger Großkredite. Das entspricht genau dem Anstieg der Mitarbeiterkosten der vergangenen Jahre", zeigt Veit eine offensichtliche Parallele auf. Eine weitere Erhöhung der Lohn- und Lohnnebenkosten würde mitten in der Krise wieder Arbeitsplätze kosten. "Das erhöht wieder die Sozialkosten - ein Teufelskreis", lehnt Veit die undurchdachten Pläne klar ab.

Tourismus ist DER Jobmotor in Österreich

Die ÖHV vertritt als unabhängige Interessenvertretung mehr als 1.200 Betriebe. Die neuen Arbeitsplätze in der Branche fangen den Mitarbeiterabbau in anderen Betrieben ab. Insgesamt beschäftigt der Tourismus 230.000 Mitarbeiter, mit stark steigender Tendenz. Eine weitere Erhöhung der Lohn- und Lohnnebenkosten würde die Branche besonders stark treffen. Im langjährigen Schnitt investieren die Unternehmen etwa 3 Mrd. Euro pro Jahr. Die ÖHT verzeichnet einen Rückgang der Großinvestitionen um 30 % - massive Auswirkungen auf das Gewerbe sind unausweichlich. Mit rund 160.000 Betten repräsentieren die ÖHV-Betriebe rund zwei Drittel der 4- und 5-Sterne-Betten in Österreich. Pro Jahr erwirtschaften die ÖHV-Betriebe etwa 3 Mrd. Euro. Alle Tourismus- und Freizeitbetriebe zusammen erwirtschaften 15 % des Bruttoinlandsprodukts.

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