Reitterer: Lohnnebenkostensenkung für niedrige Einkommen unverzichtbar

Wien (TP/OTS) - AK befürwortet Kürzung um 59 % bei Mindesteinkommen:

ÖHV: Der AK-Präsident verteidigt eine Gehaltskürzung für Arbeitnehmer, doch ÖHV-Präsidentin Reitterer will für Mitarbeiter mehr Netto vom Brutto. Hinter dem Überstunden-Euro steckt eine "Erhöhung der AK-Beiträge durch die Hintertür."

"AK-Präsident Kaske verteidigt eine Gehaltskürzung für Arbeitnehmer für Missbrauch und Verschwendung", erklärt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) zu dessen Interview mit dem Kurier: Die Zahl der Arbeitsunfälle sinkt seit Jahrzehnten. Warum bleiben die Beiträge, die jedem Mitarbeiter monatlich abgezogen werden, auf Rekordniveau? Die Geburtenzahlen sinken seit Jahrzehnten, die Ausgaben des Familienausgleichsfonds steigen - auf Kosten der Mitarbeiter. In Österreich wird Arbeiternehmern legal Geld weggenommen, vorgeblich um Wohnbau zu fördern, doch das Geld wird verzockt. Warum verteidigt der AK-Präsident das System? "Da zahlen die Mitarbeiter nur drauf. Damit muss Schluss sein", fordert Reitterer. Ein erster Schritt wäre "mehr Transparenz auf dem Gehaltszettel: Da müssen die vollen Kosten und alle Abzüge auf einen Blick ersichtlich sein!"

AK befürwortet Kürzung der Mindesteinkommen um 59 %

Am stärksten trifft die Belastungspolitik die Mitarbeiter mit den niedrigsten Einkommen: Seit der Erhöhung des Mindest-KV zahlen Arbeitgeber pro Mitarbeiter im Monat 150 Euro mehr. Beim Mitarbeiter landen davon gerade 62 Euro, das sind nur 41 %, so Reitterer: "Wir ziehen bei den kleinsten Einkommen von 150 Euro ausgezahlten Lohnkosten 88 Euro ab. Das sind 59 %. Ist das sozial? Das verteidigt der AK-Präsident", erklärt Reitterer und fordert: "Wenn Kaske hinter diesem System steht, soll er seinen Mitgliedern sagen, was es für sie bedeutet!" Sie fordert eine Senkung der Lohnnebenkosten für niedrige Einkommen: "Das würde den Lebensstandard heben und Jobs schaffen!"

Gewerkschaft will Lohnerhöhung vorbei an Mitarbeitern

ÖGB-Präsident Foglar fordert das Gegenteil: Er will weniger Arbeitszeit und mehr Urlaub zu höheren Kosten - der Mitarbeiter soll davon aber nichts haben: "Es ist absurd, wenn die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung fordert, die nicht beim Mitarbeiter ankommen soll." Foglar fordert einen Überstunden-Euro, der zu 100 % an das AMS und das Gesundheitssystem fließen soll: Die Mitarbeiter sollen davon keinen Cent sehen: "Damit bleibt den Mitarbeitern noch weniger von dem, was ihr Arbeitgeber für sie ausgibt", lehnt Reitterer die Forderung ganz klar ab.

Wahres Ziel: höhere AK-Beiträge durch die Hintertür

Treffen würde das wieder die Arbeitgeber im Tourismus: "Die Regierung hat das ÖW-Budget real gekürzt, die Flugabgabe eingeführt, die Energieabgabenvergütung gestrichen und mit der Auflösungsabgabe die Lohnnebenkosten erhöht. Geht das jetzt so weiter?" Bestraft wird damit die Schaffung von Arbeitsplätzen und lokale Wertschöpfung: "Das ist das beste Argument für die Absiedlung von Arbeitsplätzen. Da können sich die Betroffenen der nächsten Werksschließung bei AK und ÖGB bedanken." Als wahres Ziel hinter der Aktion vermutet Reitterer die "Erhöhung der AK-Beiträge durch die Hintertür".

Arbeitsplatzmotor Tourismus

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft sichert jeden 5. Arbeitsplatz in Österreich und erwirtschaftet 15 % des BIP. Direkt beschäftigt die Branche 230.000 Mitarbeiter. Angetrieben wird der Boom von der Top-Hotellerie. Die ÖHV als unabhängige Interessenvertretung der Branche hat mehr als 1.200 Mitgliedsbetriebe mit rund 152.000 Betten (rund zwei Drittel in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie) und mehr als 40.000 Mitarbeitern. Die ÖHV-Mitglieder erwirtschaften pro Jahr etwa 3 Mrd. Euro.

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