Rekordplus bei Hotel-Löhnen, aber Großteil holt sich der Staat

Lohnnebenkostensenkung muss im Regierungsprogramm oberste Priorität haben

Wien (TP/OTS) - ÖHV: Die Arbeitszeiten sinken und die Löhne in den Top-Hotels steigen stark. Im Durchschnitt liegen sie um ein Viertel über KV-Niveau. Doch den Großteil der Lohnsteigerungen holt sich der Staat. Die ÖHV fordert klar definierte Schritte zu einer deutlichen Lohnnebenkostensenkung im Koalitionsabkommen.

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Die Belastungen für Arbeitgeber steigen von Jahr zu Jahr massiv. Die Mitarbeiterkosten je Dienstnehmer sind von 2008 bis 2013 um durchschnittlich 281 Euro gestiegen. Bei den Mitarbeitern angekommen sind davon gerade einmal 148 Euro, bedauert der Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Thomas Reisenzahn: "Die Mitarbeiter leisten wirklich gute Arbeit, und dann zieht ihnen der Staat fast die Hälfte des Lohns ab. Mittlerweile arbeiten sie an 9 von 22 Werktagen nur für den Staat. Das geht zu weit." Die ÖHV fordert eine Kehrtwende: "Wir senken die Arbeitszeit und erhöhen die Löhne stärker als alle anderen Branchen und dann macht uns der Staat einen Strich durch die Rechnung. Da braucht es ein Umdenken. Das muss ins Regierungsprogramm, ohne wenn und aber - schließlich haben das alle Parteien gefordert." Durchschnittlich werden den Mitarbeitern von ihren Löhnen 43,2 % abgezogen - ein Rekordwert.

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Höhere Löhne und immer mehr Mitarbeiter in Top-Hotellerie

Die Mitarbeiter der österreichischen Ferienhotels verdienten im heurigen Sommer wieder mehr als im Vorjahr, die Steigerung betrug im Durchschnitt 65,- Euro brutto pro Monat. Noch dazu setzen die Lohnzuwächse in den Häusern der gehobenen Kategorien auf einem Top-Niveau auf, zahlen diese doch weit überdurchschnittlich. Künftig sollen noch mehr Mitarbeiter davon und vom angenehmen Ambiente profitieren: "Die Top-Betriebe stellen neue Mitarbeiter ein. Die ÖHV unterstützt sie dabei, ganz aktuell mit einer Best Ager-Kampagne. Älteren kommen die Standards der Top-Hotellerie mit speziell auf ihre Altersgruppe abgestimmten Arbeitsbedingungen sehr entgegen", erklärt Reisenzahn.

Arbeitszeit pro Monat schon um ganzen Tag kürzer als 2007

Die Arbeitszeit ist dabei aber, anders als zu erwarten, nicht gestiegen. Sie ist im Gegenteil sogar gesunken - eben weil die Hoteliers auf qualitative Dienstleistung setzen und mehr Mitarbeiter beschäftigen, sodass sie beim Mitarbeiterzuwachs im Branchenvergleich ganz vorne liegen. Besonders profitieren die Beschäftigten vom Rückgang der Arbeitszeit: Im Gegensatz zu Branchen, wo mehr Arbeit auf weniger Mitarbeiter verteilt wird, sinkt in der Hotellerie die Arbeitszeit seit Jahren: Von 2007 bis 2013 ist sie um mehr als 2 Stunden pro Woche und mehr als 9 Stunden pro Monat zurückgegangen -das ist mehr als ein ganzer Arbeitstag, bei vollem Lohnausgleich. Die Ergebnisse stützen sich auf Datensätze von 11.000 Mitarbeitern in 259 Betrieben.[1]

Qualifikation macht sich in allen Abteilungen bezahlt

Die Ist-Löhne liegen deutlich über den Kollektivvertragslöhnen [2], bei Chefs de Partie, Chefs de Rang und Rezeptionisten im Durchschnitt zwischen 266 und 373 Euro darüber. Damit übersteigen die monatlich ausgezahlten Löhne die vorgeschriebenen Summen um bis zu 25 %. Die größten Sprünge bei den Löhnen haben Fachkräfte gemacht mit Steigerungen um durchschnittlich 4,1 bis 5,3 %. Das zeigt zweierlei:

  • 1. Qualifikation zahlt sich aus.
  • 2. Die Hotellerie hat auch in den vergangenen Jahren deutlich über KV-Niveau gezahlt, sonst hätten die KV-Steigerungen um 9,5 % bei Hilfskräften deutlich stärker durchgeschlagen.

Arbeitszeit und Bruttolohn im Bundesländervergleich

Interessante Aspekte liefert ein Bundesländervergleich: Je weiter westlich, umso mehr verdienen die Mitarbeiter im Monat. Im Osten wird dies durch tendenziell höhere Stundenlöhne ausgeglichen. Hier ist der monatliche Verdienst etwas niedriger, die Arbeitszeit mit bis zu 10 Wochenstunden weniger deutlich geringer.

Den Überblick bewahren - die Lohnplattform für Arbeitgeber

Der Vergleich von Lohn- und Gehaltsdaten mit regionalen Tendenzen, aktuellen Ist-Löhnen und Arbeitszeiten unter www.lohnbenchmark.at bietet Arbeitgebern einen aktuellen Überblick. Die Lohnplattform für die österreichische Ferienhotellerie wurde 2007 auf Initiative der ÖHV in einem Kooperationsprojekt mit der Kohl & Partner Tourismusberatung und dp personal software ins Leben gerufen und seither konsequent weiterentwickelt, um Arbeitgebern im Tourismus als professionell aufbereitetes Online-Tool permanent aktuelle, individuelle und detaillierte Abfrage-Möglichkeiten zu bieten.

Tourismus - DER Jobmotor in Österreich

Die ÖHV vertritt als unabhängige Interessenvertretung mehr als 1.200 Betriebe. Die neuen Arbeitsplätze in der Branche fangen den Mitarbeiterabbau in anderen Betrieben ab. Insgesamt beschäftigt der Tourismus 230.000 Mitarbeiter, mit stark steigender Tendenz. Mit rund 160.000 Betten repräsentieren die ÖHV-Betriebe rund zwei Drittel der 4- und 5-Sterne-Betten in Österreich. Pro Jahr erwirtschaften die ÖHV-Betriebe etwa 3 Mrd. Euro, alle Tourismus- und Freizeitbetriebe zusammen 15 % des Bruttoinlandsprodukts.

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[1] Bei den dargestellten Ist-Löhnen handelt es sich um Brutto Löhne exkl. Arbeitgeber-Abgaben von ausschließlich voll beschäftigten Mitarbeitern der österreichischen Hotellerie (keine Teilzeit-Beschäftigungen enthalten - weiters wurden die Feiertagszuschläge bereinigt!).

[2] Als Referenz wurde der Kollektivvertag für Salzburg herangezogen (Festlöhner bzw. Angestellte, ohne Feiertags-Akonto). Die KV-Löhne wurden mit einem Überstundenzuschlag an die IST-Arbeitszeit angepasst.

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Reisenzahn
ÖHV-Generalsekretär
Tel.: +43 (0)1 533 09 52
E-Mail: presse@oehv.at
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Markus Burgsteiner
Kohl & Partner Tourismusberatung GmbH
Tel.: +43 (0)4242 21123
E-Mail: markus.burgsteiner@kohl.at
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