Wien: Tourismusdestination ohne Touristen?!

Ohne intelligentes Touristenbuskonzept ist der Status Wiens als erfolgreiche Tourismusdestination massiv gefährdet

Wien (TP/OTS) - Das wichtige Transportmittel "Touristenbusse" steht auf der Abschussliste der Stadtregierung. Nach mehreren medialen politischen Willenskundgebungen und trotz zahlreicher Bemühungen von Wirtschaftskammer Wien und Stadtverwaltung mit dem Ziel, eine Lösung zur Optimierung der bestehenden Situation zu erzielen, geraten die Verhandlungen aktuell ins Stocken. "Es kann nicht die Lösung sein, ein bewährtes System durch Einführung bürokratischer Schranken soweit zu verändern, dass am Ende jede legale Zufahrt zu den Sehenswürdigkeiten und zu den in der City befindlichen Hotels und Veranstaltungsstätten zu einem untragbaren und realitätsfernem Spießrutenlauf wird", ärgert sich Josef Bitzinger, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien. "Die Stadt Wien schmückt sich gerne mit dem Erfolg ihrer weltweiten touristischen Vermarktung und die Unternehmerinnen und Unternehmer der Wiener Tourismus- und Freizeitwirtschaft tun alles, um unsere Stadt für Touristen attraktiv zu machen: Die Gastronomieszene boomt, neue Hotels sperren fast monatlich auf und die Wiener Fremdenführerinnen zeigen den Gästen die schönsten Plätze der Innenstadt. Und dann können die Touristen nicht mit Bussen in die City? Ein touristischer Wahnsinn!" ist Bitzinger empört.

Deutsche Touristen drohen mit Absagen

Wien wird in der ganzen Welt vom Wiener Tourismusverband als sehenswerte Tourismusmetropole vermarktet. Dazu gehört es selbstverständlich, den Touristen optimale Transportmöglichkeiten zu den Sehenswürdigkeiten, von denen sich viele im Zentrum Wiens befinden, zu bieten. Dürfen Touristenbusse in Zukunft nicht mehr in die City, drohen massive Absagen. "WienTourismus hat bereits Anfragen aus Deutschland erhalten, ob es wahr ist, dass Busse nicht mehr in die Innenstadt dürfen. Falls dem so wäre, würde man sich für eine andere Destination entscheiden. Der Tourismusmarkt ist hart und gnadenlos. Wenn wir die Gäste nicht mit offenen Armen empfangen, werden es andere tun", so Bitzinger.

Ausstiegsstelle Stephansplatz soll gestrichen werden - aber eine Ersatzlösung ist nicht in Sicht

Ein weiterer Knackpunkt in den Verhandlungen ist die Ausstiegsstelle für Touristenbusse mit Fremdenführern am Stephansplatz. Diese soll nach den Wünschen von Verkehrsstadträtin Vassilakou und Bezirksvorsteherin Stenzel der Vergangenheit angehören. "Dabei sind nicht die - sogar in saisonstarken Zeiten -maximal 30 Touristenbusse pro Tag am täglichen Chaos beim Kreuzungsplateau Stephansplatz/Rotenturmstraße/Brandstätte schuld, sondern die fehlende Fußgängerregelung. Darum sollte sich die Bezirksvorstehung kümmern", so Bitzinger.
Die Wirtschaftskammer Wien fordert eine Ersatzausstiegsstelle für Touristenbusse mit Fremdenführern in der Schauflergasse, allerdings bisher vergeblich. "Das Problem ist, dass es noch immer kein wienweites Gesamtkonzept gibt, sondern nur schlechte Einzellösungsversuche für jeweils besonders akute "Baustellen". Will die Stadtregierung beispielsweise zukünftig jeden Bus mit Kongressteilnehmern, der zur Hofburg oder zu einer anderen Veranstaltunglocation in der City zufahren möchte, mit einem langwierigen Genehmigungsmarathon "Herzlich Willkommen" heißen? Dann werden wir den gefeierten Status als Kongressstadt Nr. 1 auch im Nu verloren haben", befürchtet Bitzinger.

Smarte Lösungen, passend zur Smart City Vienna

Seit Wochen trommelt die Stadt das Konzept "Smart City Vienna". Mit diesem Ansatz sollen möglichst vielfältige, innovative Lösungen und vernetzte Strategien für eine zukunftsfähige ökologische, wirtschaftliche und sozial leistungsfähige Stadt gefunden werden. Deshalb hat sich die Wirtschaftskammer auch dazu bereit erklärt, an innovativen Lösungen für die Entlastung des Stephansplatzes mitzuarbeiten. "Dass aber jeder Vorschlag der Wirtschaft schlichtweg abgelehnt wird, finden wir als Interessenvertretung ganz und gar nicht smart. Und es entspricht wohl auch nicht dem verbindenden, strategischen Ansatz eines solchen Konzepts", so Bitzinger.

Stephansdom und Co. müssen für alle Besucher erreichbar sein

Eine für den Städtetourismus besonders wichtige Zielgruppe ist die "Generation 50 Plus", für die der Bustourismus eine große Rolle spielt. Aber auch bewegungseingeschränkten Wienbesuchern muss die Möglichkeit zur Besichtigung gegeben werden. "Gerade gehandicapten Menschen muss die Besichtigung z.B. des Stephansdoms ermöglicht werden. Es kann schließlich nicht jeder mit dem Fahrrad oder zu Fuß von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gelangen. Deshalb fordern wir eine Lösung, die für alle Teilnehmer am Stadtgeschehen - also für Bewohner, Touristen und die Stadt belebende Unternehmer - smart ist." so Bitzinger abschließend.

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Wirtschaftskammer Wien - Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
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