Grunderwerbsteuer: ÖHV an Politik: Nehmt der Bedrohung für Familienbetriebe den Schrecken!

Grunderwerbsteuer - Existenzfrage für 100.000e Arbeitsplätze

Wien (TP/OTS) - Die Berechnung der Grunderwerbsteuer geistert wieder als Schreckgespenst umher. Wenn nicht rasch eine Lösung gefunden wird, stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die ÖHV fordert die Politik auf, zu handeln.

Wird ein Grundstück verschenkt oder vererbt, errechnet sich die Grunderwerbsteuer vom dreifachen Einheitswert oder von den höheren Schulden. Der Steuersatz beträgt 2 Prozent für nahe Verwandte, sonst 3,5 Prozent. Diese Bestimmung hat der Verfassungsgerichtshof aufgehoben. Nun droht vielen Arbeitgeberbetrieben eine Vervielfachung der Belastung, weil in Zukunft die Grunderwerbsteuer vom Verkehrswert berechnet werden soll.

Tourismus braucht und entwickelt Top-Standorte

Werden künftig tatsächlich die Verkehrswerte als Bemessungsgrundlage herangezogen, hat das für die Hotellerie eine wahre Kostenexplosion zur Folge. In Summe geht die KMU Forschung Austria von 12 Mio. Euro aus. "Die Politik muss hier wirklich achtgeben, dass sie nicht ungewollt eine ganze Branche gefährdet. Denn während Produktionshallen in den unattraktivsten Lagen stehen und Ausnahmeregelungen die Bauern verschonen, wird der Hotellerie das Messer angesetzt. Aber die letzte Branche, die Arbeitsplätze in Österreich schafft, braucht gute Standorte. Wer will schon neben Industrieschloten urlauben?", stellt Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), die entscheidende Frage für Österreichs Hotellerie.

Büßen Hoteliers für Investitionen, von denen ganze Regionen profitieren?

Erschwerend kommt hinzu, dass die Grundstückswerte - ob in Rand-oder zentralen Lagen - von den Tourismusunternehmern oft mitentwickelt werden: Mit teuren Investitionen in das Freizeitangebot werden die Standorte attraktiver. Viele Regionen wären ohne die Bewirtschaftung durch Hoteliers nur einen Bruchteil dessen wert, was sie heute darstellen. Davon profitieren die Einwohner ganzer Regionen. Und dafür sollen die Unternehmer jetzt zur Kasse gebeten werden?

ÖHV-Vorschlag nach dem Muster der Grundbucheintragungsgebühr

Die ÖHV schlägt vor, die Bemessungsgrundlage für Betriebsübertragungen innerhalb der Familie nach dem Vorbild der Grundbucheintragungsgebühr mit den dreifachen Einheitswerten zu berechnen. Das lässt der VfGH seit 2012 als "sachlich begründete Ausnahme" durchaus zu. "Diese absolut sinnvolle und rechtlich einwandfreie Lösung wäre die Rettung für Österreichs Familienbetriebe im Tourismus und die Arbeitsplätze", appelliert Reisenzahn an die Politik.

Der Tourismus, der Leistungsträger der österreichischen Wirtschaft

Mit einem Plus von 4.000 Arbeitsplätzen hat der Tourismus im Vorjahr mehr Jobs geschaffen als jede andere Branche. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl um 25 % (in der Gesamtwirtschaft um 10 %). Österreichweit beschäftigt der Tourismus 230.000 Mitarbeiter. Der Erfolg der Branche fußt auf dem hochqualitativen Angebot, das Gäste aus aller Welt schätzen. Dafür brauchen die Hoteliers Rahmenbedingungen, unter denen sie arbeiten können. Dafür setzt sich die ÖHV ein. Sie vertritt als unabhängige Interessenvertretung mehr als 1.250 Betriebe: ein Rekord. Mit rund 160.000 Betten haben ihre Mitglieder rund zwei Drittel der 4- und 5-Sterne-Betten Österreichs für ihre Gäste im Angebot. Pro Jahr erwirtschaften die ÖHV-Betriebe etwa 3 Mrd. Euro, alle Tourismus- und Freizeitbetriebe zusammen 15 % des Bruttoinlandsprodukts.

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