Bundes-Kollektivvertragsverhandlungen im Hotel- und Gastgewerbe abgebrochen

WKÖ-Sprecher Hinterleitner und Ennemoser: "Gewerkschaft zieht bei KV-Modernisierung und notweniger Anpassungen im Rahmenrecht nicht mit"

Wien (TP/OTS) - Nach drei intensiven Verhandlungsrunden wurden heute, am 22. April 2014, die Kollektivvertragsverhandlungen für Arbeiter und Angestellte im Hotel- und Gastgewerbe auf Bundesebene abgebrochen. Die beiden WKÖ-Chefverhandler bedauern die Nichtbereitschaft der Gewerkschaftsseite, dem vorliegenden Entwurf eines zeitgemäßen Gesamtpakets für die Kollektivverträge zuzustimmen. Die Arbeitgeberseite hat einen Vorschlag zur Modernisierung gebracht, die im Gesamtpaket eine überproportionale Anhebung der Löhne und Gehälter beinhaltet hätte. Dazu gehören auch zwei notwendige Anpassungen im Rahmenrecht (flexiblere Verteilung der Nachtruhezeiten und Angleichung der Durchrechnungszeiträume), zu denen die Gewerkschaft leider nicht bereit war.

Für Hinterleitner und Ennemoser wäre es höchst an der Zeit, der Branche moderne Kollektivverträge mit einer angemessenen Bezahlung zu ermöglichen. "Seit Jahren sprechen wir von einer Anpassung der Kollektivverträge. Eine leistungsbezogene Entlohnung braucht aber auch ein Schema, welches die tatsächlichen Arbeitsvorgänge und Gästebedürfnisse abbildet", so die Arbeitgeberseite. Die Branche und ihre Mitarbeiter beweisen tagtäglich ihre Anpassungsfähigkeit an sich dauernd verändernde Marktgegebenheiten. Warum es der Arbeitnehmerseite nicht möglich ist, hierfür auch einen entsprechenden Rahmen zu ermöglichen, können Hinterleitner und Ennemoser nicht nachvollziehen. Mit einer neuen Nomenklatur und den beiden von Arbeitgeberseite vorgeschlagenen rahmenrechtlichen Anpassungen würde lediglich die Realität für die Zukunft vorbereitet, damit auch in Zukunft der Kollektivvertragsrahmen wieder den Stellenwert für die Mitarbeiter einnimmt, den er auch in der Vergangenheit hatte.

Für die Erfolgsgeschichte bei den bisherigen Kollektivvertragsverhandlungen war stets ausschlaggebend, dass deren Einigung neben den Lohn- und Gehaltswünschen auch die allgemeinen Wirtschaftsaussichten im Auge behielten. Diese sind zwar verhalten, aber das Hotel- und Gastgewerbe hat sich immer gut behauptet. Dazu braucht es aber entsprechende Rahmenbedingungen. Die zu hohen Lohnnebenkosten und eine zu früh greifende Steuerprogression entziehen sich der sozialpartnerschaftlichen Gestaltung, ein moderner Kollektivvertrag ist dagegen deren Kernaufgabe.

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