Medien.Mittelpunkt Ausseerland: Zukunftsfähigkeit der europäischen Politik am Prüfstand

Innsbruck (TP/OTS) - Ökologische Wende als ökonomischer Faktor, nachhaltiges Wirtschaften und europäische Politik, Sehnsucht Heimat versus Nationalismen in Europa - Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft diskutierten zum Abschluss des "Medien.Mittelpunkt Auseerland" Freitagabend mit führenden Europa-Journalisten zentrale Herausforderungen für eine nachhaltige politische Entwicklung.

Eine Woche vor der EU-Wahl stand Europa im Zentrum der Debatten im Altaussee. Unter der Leitung von Susanne Glass, Präsidentin der Auslandspresse in Österreich und ARD-Korrespondentin für Süd-Ost-Europa, stellten sich Dimitrios Droutsas (ehemaliger griechischer Außenminister und Mitglied des Europäischen Parlaments), Eva Lichtenberger (Mitglied des Europäischen Parlaments), Christian Kern (CEO der ÖBB) und Fritz Grillitsch (Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat) den kritischen Fragen von Martina Salomon (stellvertretende Chefredakteurin "Kurier"), Matthias Kamp (Südosteuropa-Korrespondent der WirtschaftsWoche) und Michael Jungwirth (Leiter Innenpolitik der "Kleinen Zeitung").

Europa habe in den vergangenen Jahren an Boden im internationalen Kontext verloren und wichtige Probleme nicht lösen können, stellte Droutsas fest. Die Rolle Europas etwa im arabischen Frühling aber auch in der Ukraine sei von Schwäche und verlorenen Chancen gekennzeichnet, die EU habe hier viele Chancen vertan. Hier hätte man klar in die eigene Zukunft investieren müssen, zeigte sich Droutsas überzeugt. Der europäische Spitzenpolitiker ortet aber auch eine Krise des politischen Systems. Das Bild sei heute oft viel wichtiger als die dahinter liegende Substanz. In diesem Zusammenhang sei auch eine Politik, die sich nicht von Schlagzeilen und kurzfristigem Tempo bestimmen lasse notwendig. Längerfristige Perspektiven und die stärkere Beteiligung und Mitbestimmung der Bürger sei notwendig.

Kritisch reflektiert wurde in der Diskussion die Rolle der Politik bei zentralen Themen wie der Energiepolitik, Klima- und Datenschutz. Viele Standards seien im internationalen Kontext vorbildlich, wären aber aktuell in Gefahr im Zuge der Debatte um die globale Wettbewerbsfähigkeit von europäischen Standorten geopfert zu werden. Wirtschaftliche Stärke sei aber ein zentraler Faktor, um wichtige gesellschaftliche Wertvorstellungen und soziale Errungenschaften auch künftig umsetzen zu können, so Kern. Dem europäischen Parlament komme gerade in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle zu, ist Lichtenberger überzeugt. Dabei sei es notwendig über Grenzen und Parteien eine politische Nachhaltigkeit sicher zu stellen und die aktuellen Renationalisierungstendenzen wieder zu überwinden. In diesem Sinne brauche es auch in der Politik eine Strukturreform im Sinne einer Effizienzsteigerung. Eine zukunftsfähige Energiepolitik wurde in Altaussee zudem als zentrale Herausforderung kontrovers diskutiert. Forschung und Entwicklung müssen gerade in diesem Bereich verstärkt werden, um neue Perspektiven der Energiegewinnung aber auch neue Energieeffizienzstrategien zu fördern, betonte Grillitsch.

Bereits am Nachmittag blickten die Journalisten und Buchautoren Gerhard Jelinek und Gregor Mayer 100 Jahre zurück und beleuchteten die Ereignisse im Jahr 1914 und damit die Zeit vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs. Beide Autoren lasen aus ihren Büchern "Schöne Tage. 1914. Vom Neujahrstag bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs" und "Verschwörung in Sarajewo", ließen aber vor allem in ihren präzisen Erzählungen und historischen Reflexionen eine Zeit lebendig werden, die die Welt innerhalb von wenigen Monaten in einen Abgrund riss.

Sehr erfreut zeigten sich Susanne Glass, Präsidentin der Auslandspresse in Österreich, und Ernst Kammerer, GF TVB Ausseerland - Salzkammergut, von der ersten Auflage des "Medien.Mittelpunkt Ausseerland": "Die Qualität der Gespräche, der offene Gedankenaustausch mit vielen Anregungen, die einzigartige Atmosphäre in einer ganz speziellen Landschaft und vor allem die positive Resonanz der Teilnehmer waren überzeugend."

Rückfragen & Kontakt:

pro.media kommunikation
c/o mag. gabi ziller
maximilianstr. 9
a-6020 innsbruck
t: +43 512 214004
f: +43 512 214004
m: +43 676 4332025
www.pressezone.at
facebook.com/pressezone
promedia.ziller@pressezone.at

TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT | TPK0002