ÖHV: Arbeit entlasten, aber richtig!

Substanzbesteuerung: Gefährdung für Familienbetriebe und Arbeitsplätze

Wien (TP/OTS) - Tourismusbetriebe schaffen Jobs und beleben ganze Regionen. Neue Steuern und zusätzliche Belastungen gefährden heimische Familienbetriebe, kosten Arbeitsplätze und verringern Investitionen. Einzig richtiger Schritt zur Entlastung von Arbeit:
Senkung der Lohnnebenkosten.

"Ja zu mehr Netto vom Brutto, aber ein klares Nein zu neuen Steuern. Das ist der falsche Weg. Diese kosten Arbeitsplätze und Betriebe die Existenz", warnen Mag. Gregor Hoch und Michaela Reitterer, die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), vor den Steuerplänen des ÖGB. Steuern senken ist das Gebot der Stunde. Vor allem in einem Höchststeuerland wie Österreich: Laut der aktuellsten Eurostat-Erhebung wuchs die Gesamtsteuerlast in Österreich auf 44,6%, ein Plus von vier Prozentpunkten gegenüber dem EU-Durchschnitt von 40,6%, Tendenz steigend. Nur vier weitere Staaten verzeichnen eine höhere Abgabenbelastung als Österreich.

Belastungsmarathon muss ein Ende haben

"Steigende Ortstaxen, Löhne, Gehälter und Abgaben auf der einen Seite, sinkende Einnahmen und kleinere Reisebudgets auf der anderen -und in der Mitte die Hotellerie. Der Handlungsspielraum wird enger, der Belastungsplafond ist erreicht!" skizziert Reitterer die sich verschärfende Situation. Bestes Indiz: Die seit Jahren rückläufigen Investitionen, selbst bei Top-Betrieben. "Sollten wir anstelle einer Kurskorrektur noch ein Schäufchen nachlegen, wird es kritisch", so Hoch. Besonders drastisch von einer Erbschafts- oder Vermögenssteuer betroffen: Betriebsübergaben. "Aufgrund der immer prekäreren Situation ist die Nachfolge schon jetzt in vielen Fällen schwierig. Wer Übergaben ganz verhindern und Arbeitsplätze vernichten will, ist mit Erbschafts- und Vermögenssteuern gut beraten", unterstreichen die Branchenvertreter. Die dynamische Zunahme der Arbeitsplätze im Tourismus über Jahre hinweg wäre damit beendet, auch andere Branchen würden leiden: Denn betroffen wären durchwegs regionale Leitbetriebe. Ihre Gäste konsumieren in der gesamten Region, die Hotels vergeben ihre Investitionen an das regionale Gewerbe.

Lohnnebenkosten runter - Arbeit entlasten

Die überdurchschnittlich hohe Besteuerung des Faktors Arbeit trifft den mitarbeiterintensiven Tourismus besonders hart: Während die Arbeitskosten im OECD-Durchschnitt mit 35,9% besteuert werden, hält Österreich bei 49,1%. "Will man den Faktor Arbeit entlasten, gilt es genau hier anzusetzen", so die ÖHV-Präsidenten. Neuen Steuern oder nicht zielführenden Konzepten der Mitarbeiterbeteiligung können Reitterer und Hoch wenig abgewinnen. "Der sicherste Weg zu mehr Netto vom Brutto: Runter mit den Lohnnebenkosten!", ist Hoch überzeugt. Ein Schritt, der das gesamte Rückgrat der heimischen Wirtschaft - die KMUs und deren Mitarbeiter - stärken würde. "Die bis dato gesetzten Schritte können aber nur der Anfang gewesen sein. Da gibt es noch viel Luft nach oben", kommentiert Reitterer die bisherigen Maßnahmen. Neben einem generellen Bürokratieabbau verorten die Branchenvertreter kurzfristig noch weiteren Senkungsspielraum beim Beitrag zur Unfallversicherung, dem Familienlastenausgleichfond wie auch dem Insolvenz-Entgelt-Fond. Mittelfristig bieten auch die nur allzu oft zweckentfremdeten Wohnbauförderungsbeiträge und der Krankenversicherungsbeitrag Potential zu weiteren Einsparungen. "Unterm Strich wären Senkungen von mehr als zwei Milliarden Euro möglich. Auf den einzelnen Mitarbeiter umgerechnet würde dies eine Lohnsteigerung von mehr als 400 Euro pro Jahr bedeuten", so Reitterer und Hoch.

Der Tourismus, der Leistungsträger der österreichischen Wirtschaft

Der Tourismus hat im Vorjahr 4.000 Arbeitsplätze geschaffen, mehr als jede andere Branche. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl sogar um 25 %, in der Gesamtwirtschaft gerade einmal um 10 %. Österreichweit beschäftigt der Tourismus 230.000 Mitarbeiter. Die ÖHV vertritt als unabhängige Interessenvertretung mehr als 1.250 Betriebe: ein Rekord. Mit rund 160.000 Betten haben ihre Mitglieder rund zwei Drittel der 4- und 5-Sterne-Betten Österreichs für ihre Gäste im Angebot. Pro Jahr erwirtschaften die ÖHV-Betriebe etwa 3 Mrd. Euro, alle Tourismus- und Freizeitbetriebe zusammen 15 % des Bruttoinlandsprodukts.

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